Der Zoll hat 2025 bundesweit knapp 26.000 Arbeitgeber kontrolliert. Dabei ging es um die Einhaltung des gesetzlichen Mindestlohns. Das Ergebnis: In rund 6.100 Fällen wurden Verfahren wegen möglicher Verstöße eingeleitet. Das bedeutet: Bei fast jeder vierten Kontrolle gab es Unregelmäßigkeiten.
Viele Branchen betroffen
Besonders häufig stellte der Zoll Verstöße fest im:
- Gast- und Hotelgewerbe (rund 2.500 Verfahren)
- Speditions- und Logistikbereich
- Baugewerbe
- Friseur- und Kosmetikbetrieben
- Taxiunternehmen, Getränkemärkten und Sicherheitsdiensten
Mindestlohnbetrug kommt also in vielen unterschiedlichen Branchen vor – nicht nur auf dem Bau.
Typische Tricks der Arbeitgeber
Als Verstoß gilt zum Beispiel:
- Arbeitszeiten werden nicht richtig erfasst
- Beschäftigte müssen unbezahlt länger arbeiten
- Lohnabzüge für Arbeitskleidung oder Arbeitsmittel
- Scheinselbstständigkeit
- Unrealistisch hohe Arbeitsvorgaben, die in der bezahlten Zeit nicht zu schaffen sind
Dadurch sinkt der tatsächliche Stundenlohn oft unter den gesetzlichen Mindestlohn.
Mindestlohn zuletzt erhöht
Zum 1. Januar stieg der Mindestlohn von 12,82 Euro auf 13,90 Euro pro Stunde. Laut Statistischem Bundesamt betrifft das etwa 4,8 Millionen Jobs.
Allerdings sind die Kontrollen im Verhältnis zur Gesamtzahl der Betriebe eher gering. Kritiker schätzen, dass bis zu 2,5 Millionen Menschen um den Mindestlohn betrogen werden könnten.
Forderung nach mehr Kontrollen
Die Linkspartei fordert deshalb mehr Personal für die Finanzkontrolle Schwarzarbeit beim Zoll und deutlich mehr Überprüfungen. Die Zahl der Kontrollen und entdeckten Verstöße lag 2025 etwa auf dem Niveau des Vorjahres.
Fazit: Trotz gesetzlicher Vorgaben wird der Mindestlohn in vielen Fällen nicht vollständig gezahlt. Der Zoll deckt regelmäßig Verstöße auf – doch Experten halten die Kontrollen für nicht ausreichend.