US-Präsident Donald Trump hat am Samstag britische Soldaten ausdrücklich gewürdigt, nachdem er mit früheren Aussagen über die Rolle der NATO im Afghanistan-Krieg international für Empörung gesorgt hatte. In einem Beitrag auf seiner Plattform Truth Social bezeichnete Trump die Soldaten des Vereinigten Königreichs als „großartig und sehr mutig“ und betonte die enge Verbundenheit zwischen den Streitkräften beider Länder.
Trump erinnerte daran, dass 457 britische Soldaten und Marines während des Einsatzes in Afghanistan ihr Leben verloren hätten und viele weitere schwer verletzt worden seien. Diese Opfer seien Ausdruck eines Bandes, das niemals gebrochen werden könne. Die britischen Streitkräfte hätten „Herz und Seele“ und stünden – abgesehen von den USA – an der Spitze der weltweiten Militärs, so der Präsident.
Die lobenden Worte folgten auf massive Kritik an Trumps Aussagen aus einem Interview mit Fox Business, in dem er die Rolle der NATO-Verbündeten in Afghanistan heruntergespielt hatte. Dort hatte er erklärt, die USA hätten ihre Partner kaum gebraucht und diese hätten sich eher im Hintergrund gehalten. Diese Bemerkungen sorgten insbesondere in Europa für Empörung, da NATO-Staaten über zwei Jahrzehnte hinweg Seite an Seite mit US-Truppen in Afghanistan kämpften.
Besonders deutlich reagierte der britische Premierminister Keir Starmer, der Trumps Aussagen als „beleidigend und offen gesagt erschreckend“ bezeichnete. Auch Prinz Harry, der selbst zwei Kampfeinsätze in Afghanistan absolvierte, kritisierte die Kommentare und forderte, die Opfer der NATO-Soldaten müssten „wahrheitsgemäß und respektvoll“ gewürdigt werden.
Nach Angaben aus der Downing Street sprach Starmer das Thema in einem Telefonat mit Trump am Samstag direkt an. Beide hätten dabei über den Mut britischer und amerikanischer Soldaten gesprochen, die gemeinsam in Afghanistan gekämpft hätten – viele von ihnen seien nicht zurückgekehrt. Trotz der Spannungen betonten beide Seiten die Bedeutung der traditionsreichen britisch-amerikanischen Beziehungen.
Auch andere NATO-Partner reagierten ablehnend. Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, eigentlich als Trump-nahe geltend, bezeichnete die Aussagen als „inakzeptabel“. Freundschaft zwischen Verbündeten erfordere Respekt, insbesondere innerhalb der Atlantischen Allianz, schrieb sie. Dänische Soldaten äußerten ebenfalls Enttäuschung, nicht zuletzt vor dem Hintergrund von Trumps wiederholten Drohungen, Grönland übernehmen zu wollen.
Obwohl Trump in seinem Statement explizit britische Truppen würdigte, erwähnte er keine anderen NATO-Staaten, die während des 20-jährigen Konflikts Opfer zu beklagen hatten. Die Debatte zeigt erneut, wie sensibel das Thema transatlantische Solidarität ist – und wie schnell politische Worte das Vertrauen zwischen langjährigen Verbündeten auf die Probe stellen können.