Polen hat seine Grenzkontrollen zu Deutschland überraschend verlängert. Eigentlich sollten die Überprüfungen am Sonnabend enden, doch das Innenministerium in Warschau gab bekannt, dass sie für weitere sechs Monate bestehen bleiben.
Offiziell begründet die polnische Regierung die Maßnahme mit dem Ziel, die Migration entlang der sogenannten Belarusroute stärker zu überwachen. Diese führt von Belarus über die baltischen Staaten und Polen weiter nach Westeuropa. Nach Angaben des Ministeriums gehe es vor allem darum, Schleusernetzwerke zu zerschlagen und illegale Grenzübertritte zu verhindern.
Beobachter sehen in der Verlängerung allerdings auch eine Reaktion auf die anhaltenden Grenzkontrollen Deutschlands, die seit Anfang Juli an allen Binnengrenzen durchgeführt werden. Berlin begründet seine Maßnahmen mit Sicherheitsaspekten und einer steigenden Zahl irregulärer Einreisen.
Mit der Verlängerung setzt Polen ein deutliches Signal: Die Regierung will zeigen, dass sie entschlossen gegen irreguläre Migration vorgeht – auch wenn dies die Beziehungen zu den Nachbarstaaten weiter belasten könnte.