Die Kaufmännische Krankenkasse (KKH) verzeichnete im Jahr 2024 den höchsten Schaden durch Abrechnungsbetrug in ihrer Geschichte: 5,4 Millionen Euro. Damit stieg der Schaden im Vergleich zu 2023 (3,5 Millionen Euro) deutlich an – ein Plus von rund 54 Prozent.
So funktioniert der Betrug
Der Missbrauch betrifft vor allem den Bereich der ambulanten Pflege. Nach Angaben der KKH verursachten Pflegedienste allein 4,1 Millionen Euro des Gesamtschadens. Die Betrüger nutzten verschiedene Methoden, um unberechtigt Geld von den Krankenkassen zu erhalten:
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Abrechnung nicht erbrachter Leistungen: Pflegekräfte sollen Patientinnen und Patienten versorgt haben, ohne jemals vor Ort gewesen zu sein.
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Einsatz unqualifizierten Personals: Pflegekräfte ohne erforderliche Ausbildung oder Zulassung.
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Gefälschte Dokumentationen: Manipulierte Pflegedokumente und fingierte Leistungsnachweise.
Weitere Maschen wurden auch in anderen Bereichen festgestellt:
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Fantasiekurse: Reha-Maßnahmen oder Präventionskurse wurden mit erfundenen Teilnehmern abgerechnet.
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Scheinoperationen: Chirurgische Eingriffe, die nur auf dem Papier existierten.
Warum ist die ambulante Pflege besonders betroffen?
Die Pflegebranche gilt als betrugsanfällig, da die erbrachten Leistungen nur schwer kontrollierbar sind. Pflegedienste besuchen Patientinnen und Patienten in deren Wohnungen – eine direkte Überprüfung durch die Krankenkasse ist nahezu unmöglich. Hinzu kommt ein hoher Kostendruck in der Branche, der manche Anbieter anfällig für kriminelle Machenschaften macht.
Was unternimmt die KKH?
Die Krankenkasse setzt auf ein mehrstufiges Kontrollsystem:
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Datenanalysen, um Auffälligkeiten bei Abrechnungen zu erkennen
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Stichprobenkontrollen und Prüfungen durch den Medizinischen Dienst
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enge Zusammenarbeit mit Polizei und Staatsanwaltschaft, um Betrüger strafrechtlich zu verfolgen
Nach Angaben der KKH konnte durch diese Maßnahmen ein Teil des Schadens aufgeklärt und Rückzahlungen eingeleitet werden. Dennoch bleibt der finanzielle Verlust hoch.
Gesamtgesellschaftliche Dimension
Abrechnungsbetrug ist kein Einzelfall. Laut Branchenexperten entstehen gesetzlichen Krankenkassen jährlich Schäden in Milliardenhöhe durch betrügerische Abrechnungen. Diese Kosten tragen letztlich alle Beitragszahler.