Die Zahl der Geburten in Sachsen ist im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes wurden im Jahr 2024 nur rund 24.700 Kinder geboren – das sind etwa 1.500 weniger als im Vorjahr. Damit setzt sich ein Trend fort, der seit einigen Jahren zu beobachten ist.
Obwohl der absolute Tiefstand mit rund 22.700 Geburten bereits 1994 erreicht wurde, nähern sich die aktuellen Zahlen diesem historischen Minimum an. Besonders auffällig: Während in den 2010er-Jahren die Geburtenzahlen zwischenzeitlich leicht gestiegen waren, vor allem durch den Zuzug junger Familien in die Städte, ist seit 2022 ein erneuter Rückgang festzustellen.
Mögliche Ursachen des Rückgangs
Experten sehen mehrere Gründe für die sinkenden Geburtenraten:
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Demografischer Wandel: Die Generation der geburtenstarken Jahrgänge ist aus dem gebärfähigen Alter herausgewachsen.
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Wirtschaftliche Unsicherheit: Steigende Lebenshaltungskosten, Inflation und unsichere Jobperspektiven hemmen den Wunsch nach Familiengründung.
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Wohnraumsituation: Vor allem in Großstädten wie Leipzig und Dresden sind Mietpreise stark gestiegen, was viele junge Paare zögern lässt.
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Gesellschaftliche Veränderungen: Später Kinderwunsch und zunehmende Zahl kinderloser Paare wirken sich zusätzlich aus.
Folgen für Sachsen
Die anhaltend niedrigen Geburtenzahlen könnten langfristig massive Auswirkungen haben. Experten warnen vor einer Überalterung der Bevölkerung, die nicht nur das Rentensystem, sondern auch die Versorgung in Pflege und Gesundheit belastet. Gleichzeitig könnte der Arbeitsmarkt weiter unter Druck geraten, da weniger junge Menschen nachrücken.
Die Landesregierung hatte in den letzten Jahren mit verschiedenen Maßnahmen versucht gegenzusteuern, etwa durch den Ausbau der Kinderbetreuung und die Förderung von Familienfreundlichkeit in Unternehmen. Ob diese Schritte ausreichen, ist fraglich.