Seit Donnerstag gilt in Berlin eine neue Verordnung, die den Besitz von Messern und anderen Waffen im öffentlichen Nahverkehr untersagt. Damit reagieren der Berliner Senat und die Polizei auf die gestiegene Sorge vor Gewaltkriminalität und setzen ein deutliches Zeichen für mehr Sicherheit in Bahnen und Bussen.
Das Waffenverbot gilt ab sofort in allen S-Bahnen, U-Bahnen, Straßenbahnen und Bussen der Hauptstadt – sowie in Bahnhofsgebäuden und auf Bahnsteigen. Nicht erfasst sind derzeit Haltestellen von Bussen und Straßenbahnen im Freien.
Verboten sind laut Verordnung sämtliche Arten von Messern – auch kleinere Klappmesser – sowie Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen. Die Regelung betrifft somit nicht nur scharfe Waffen, sondern auch Gegenstände, die zur Einschüchterung oder Verletzung verwendet werden könnten.
Ein zentrales Element der neuen Vorschrift: Die Berliner Polizei darf im Rahmen der Verordnung nun verdachtsunabhängige Kontrollen durchführen – also Personen kontrollieren, auch ohne konkreten Anlass oder Verdacht. Damit erhoffen sich die Behörden nicht nur eine präventive Wirkung, sondern auch eine verbesserte Möglichkeit zur Ahndung von Verstößen.
„Wir wollen, dass sich Menschen im öffentlichen Raum sicher fühlen – insbesondere in Bus und Bahn, wo viele auf engem Raum zusammenkommen“, erklärte ein Sprecher der Innenverwaltung. Die Maßnahme sei Teil eines größeren Sicherheitspakets, das auch mehr Präsenz von Sicherheitskräften und präventive Aufklärung umfassen soll.
Die Reaktionen auf das neue Waffenverbot sind gemischt: Während Sicherheitsverbände und Fahrgastinitiativen den Schritt begrüßen, äußern Bürgerrechtsgruppen Bedenken hinsichtlich verdachtsunabhängiger Kontrollen. Der Senat betont hingegen, dass das Maßnahmenpaket im Einklang mit dem Berliner Polizeigesetz stehe und regelmäßig evaluiert werde.
Ob die neue Verordnung tatsächlich zu einer spürbaren Entlastung bei der Gewaltkriminalität im Nahverkehr führt, dürfte sich in den kommenden Monaten zeigen. Klar ist aber schon jetzt: Berlin setzt im öffentlichen Raum ein sichtbares Zeichen für mehr Sicherheit – und weniger Toleranz gegenüber dem Mitführen potenziell gefährlicher Gegenstände.