Bevor David Corenswet die legendäre Rolle des Superman übernahm – und sogar bevor er Vater wurde – war er bereits dafür bekannt, eine ordentliche Portion „Dad Energy“ auszustrahlen.
Der aus Philadelphia stammende Schauspieler war schon in seiner Jugend derjenige, der auf seine Freunde aufpasste, Risiken mied und stets darauf bestand, dass alle den Sicherheitsgurt anlegen. „Ich war nie der Coole in der Gruppe, sondern der, der sich wirklich um alle kümmerte“, sagt Corenswet (31). „Mit der Zeit haben mir dann einige gesagt, dass ich so eine Art Superman-Ausstrahlung habe – das fand ich schön.“
Nun bringt er genau diese fürsorgliche Seite – ergänzt durch markante Locken, Muskelpakete und ein ikonisches Kostüm mit dem bekannten „S“ – als neuer Mann aus Stahl auf die Leinwand. Unter der Regie von James Gunn startet „Superman“ (Kinostart: 11. Juli) ein neues DC-Universum. Für Corenswet bedeutet das: Aus dem einst unscheinbaren Jungen ist der Mittelpunkt eines gigantischen Franchise geworden.
„David bringt gleichzeitig Leichtigkeit und Tiefe mit“, sagt Rachel Brosnahan, die Lois Lane spielt. „Er versteht Superman auf eine Art, die man kaum in Worte fassen kann. Er ist Superman.“
Die Rolle ist eine, auf die Corenswet gut vorbereitet ist. „Ich habe allen gesagt: Erwartet nicht, dass ihr vor dem 12. Juli was von mir hört“, scherzt er im Interview. „Vielleicht muss ich erst mal für eine Woche unter einem Teppich verschwinden, bis sich der Hype legt.“
Ein verletzlicher Superman
Corenswet, bekannt aus Filmen wie „Twisters“ und „Pearl“ sowie Serien wie „The Politician“ oder „Hollywood“, tritt in große Fußstapfen: George Reeves, Christopher Reeve und Henry Cavill prägten Superman vor ihm. Doch seine Version zeigt Seiten, die man so noch nie gesehen hat – verletzlich, zweifelnd, menschlich.
Superman und sein Alter Ego Clark Kent geraten in Konflikte, als er sich in internationale Militärfragen einmischt. Er wird für seine außerirdische Herkunft kritisiert und muss seine Identität infrage stellen. Und während Metropolis in Gefahr ist, macht er sich auf die Suche nach seinem Hund Krypto.
„Er kann die Stadt vor einem Monster retten und am nächsten Tag einen Streit mit Lois haben, der sich anfühlt wie Weltuntergang“, erklärt Corenswet. „Diese menschlichen Sorgen – sie zählen für Superman genauso wie für uns alle. Er will dazugehören, lieben und geliebt werden.“
Eine Kindheit mit ernsten Themen
Corenswets Vater, John, war Schauspieler und später Anwalt. David stand mit neun Jahren zum ersten Mal für „All My Sons“ auf der Bühne. Nach seiner Ausbildung an der Juilliard School nahm seine Karriere Fahrt auf. Schon 2019 träumte er davon, Superman zu spielen – als es noch gar keine Pläne für einen Reboot gab.
Als es dann so weit war, überzeugte er sofort. „Viele haben genaue Vorstellungen, wie Superman aussieht“, sagt Regisseur Gunn. „Aber bei David stimmte einfach alles – schon beim ersten Casting.“
Sein Kollege Wendell Pierce, der Perry White spielt, bringt es auf den Punkt: „David weiß um die Verantwortung dieser Rolle. Gleichzeitig hat er diese Güte und Unschuld.“
Doch Corenswet betont: „Ganz so unschuldig bin ich nicht.“ Sein Vater starb 2019 an Krebs, Krankheit und Tod waren ein ständiges Thema zu Hause. „Wir haben immer offen darüber gesprochen. So habe ich gelernt, mit den dunkleren Seiten des Lebens umzugehen.“
Diese Erfahrung teilt er mit Superman. „Er soll jemand sein, zu dem man nicht nur in glücklichen Momenten kommt, sondern auch in den schwersten Zeiten.“
Superman, Papa – und Cornflakes-Fan
Sein Vater lehrte ihn, kleine Probleme gelassen zu nehmen. Diese Haltung hilft Corenswet auch als frischgebackenem Vater. Der Drehstart von „Superman“ und die Geburt seiner Tochter lagen eng beieinander – Frau Julia Warner und Baby begleiteten ihn oft ans Set. „Ich wollte keinen Moment verpassen. Klar, der innere Perfektionist sagte: Du musst ausgeschlafen sein! Aber Superman würde nicht in einem anderen Zimmer schlafen, nur um fit zu sein. Er würde bei seiner Familie bleiben.“
Eine Sache erlaubte er sich aber doch: Cornflakes. „Mein Trainer war entsetzt“, lacht Corenswet. „Aber ich meinte: Ein Schälchen Cornflakes macht mich zu einem besseren Menschen. Superman würde das genauso sehen.“