Dark Mode Light Mode

Niedersachsen plant Tablet-Offensive ab 2026 – Start mit Leihgeräten für Siebtklässler

congerdesign (CC0), Pixabay

Was im Landtagswahlkampf 2022 noch als ambitioniertes Versprechen galt, soll nun Wirklichkeit werden: Ab dem Schuljahr 2026/27 will das Land Niedersachsen Schülerinnen und Schüler mit kostenlosen Leih-Tablets ausstatten. Das kündigte Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur an.

Demnach soll die digitale Ausstattung schrittweise erfolgen. Begonnen wird mit dem Jahrgang 7, also in der Regel mit Schülerinnen und Schülern im Alter von zwölf bis 13 Jahren. In den darauffolgenden Jahren sollen dann auch höhere Jahrgänge nach und nach versorgt werden.

Geräte sollen bis zur 10. Klasse nutzbar sein

Die Schülerinnen und Schüler sollen die Tablets leihweise erhalten und sie bis zur 10. Klasse nutzen dürfen. Danach sei die technische Lebensdauer der Geräte häufig erschöpft, wie Lies erklärt:

„Dann ist leider mitunter auch die Nutzungsdauer der Tablets am Ende.“

Ob für die Oberstufe neue Geräte zur Verfügung gestellt werden oder eine Anschlussregelung geplant ist, ließ der Ministerpräsident bislang offen. Auch zur konkreten Gerätewahl oder zur Wartung der Technik gibt es noch keine Details.

SPD hatte kostenlose Geräte bereits 2022 versprochen

Die flächendeckende Ausstattung mit Tablets war ein zentrales Wahlversprechen der SPD im niedersächsischen Landtagswahlkampf 2022. Gemeinsam mit dem Koalitionspartner Bündnis 90/Die Grünen hatte die SPD das Vorhaben auch im Koalitionsvertrag verankert. Geplant war die Bereitstellung von Tablets ohne Leihgebühr – also vollständig kostenfrei für die Familien.

Bisher allerdings blieb es bei der Ankündigung. Die größte Hürde war – wie so oft – die Finanzierung. Laut früheren Schätzungen liegen die jährlichen Kosten im dreistelligen Millionenbereich, ein erheblicher Posten im Bildungshaushalt des Landes. Die Landesregierung betont jedoch, dass es sich um eine Investition in Bildungsgerechtigkeit und digitale Teilhabe handele.

Ziel: Mehr Chancengleichheit und digitale Kompetenz

Mit dem Vorstoß will Niedersachsen nicht nur der zunehmenden Digitalisierung des Unterrichts gerecht werden, sondern auch soziale Unterschiede ausgleichen. Nicht alle Familien können sich hochwertige Endgeräte für den Schulgebrauch leisten. Einheitliche Tablets sollen darüber hinaus die technische Infrastruktur an den Schulen vereinheitlichen, Lehrkräfte entlasten und digitale Lerninhalte leichter nutzbar machen.

Langfristig soll so ein moderner, digital unterstützter Unterricht in allen Regionen Niedersachsens möglich werden – unabhängig von Herkunft, Einkommen oder Schulausstattung vor Ort.

Noch viele offene Fragen

Bis zur geplanten Einführung 2026 bleibt jedoch noch einiges zu klären:

  • Wie werden Support und Wartung der Geräte organisiert?

  • Was passiert bei Verlust oder Beschädigung?

  • Welche Datenschutzstandards gelten für schulische Anwendungen?

  • Und nicht zuletzt: Gibt es auch Schulungen für Lehrkräfte, um die Tablets sinnvoll in den Unterricht zu integrieren?

Klar ist: Der politische Druck zur Umsetzung ist hoch. Nach Jahren der Diskussion und angesichts zunehmender Digitalisierung im Bildungsbereich könnte Niedersachsen mit der schrittweisen Tablet-Offensive ein wichtiges Signal setzen – wenn es gelingt, das Vorhaben praxisnah, nachhaltig und gerecht umzusetzen.

Kommentar hinzufügen Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Previous Post

Vorläufige Maßnahmen zur Sicherung des Vermögens der Bundschuh Agrar GmbH angeordnet

Next Post

Vorläufiges Veräußerungsverbot gegen extern Verwaltungs GmbH erlassen