Der erste Heim-Grand-Prix für Lewis Hamilton im Ferrari-Rennanzug hätte ein Fest werden sollen – doch die Realität sieht düster aus: Hamilton und sein Teamkollege Charles Leclerc qualifizierten sich lediglich auf den Plätzen 11 und 12 für den Großen Preis der Emilia-Romagna.
„P-nowhere“ – Ferrari im Nirgendwo
Ferrari-Pilot Charles Leclerc fand deutliche Worte:
„Wir sind in P-nowhere.“
Die Enttäuschung war dem Monegassen ins Gesicht geschrieben, als er nach dem Qualifying vor die Presse trat. Nur wenige Kilometer entfernt von der Ferrari-Heimat Maranello mussten die Tifosi mitansehen, wie die roten Boliden gegen die Konkurrenz chancenlos waren.
Leclerc kam im Qualifying eine volle Sekunde hinter dem Pole-Setter Oscar Piastri im McLaren ins Ziel. Für die stolze Scuderia eine sportliche Ohrfeige – zumal McLaren mittlerweile in der Konstrukteurswertung weit voraus ist.
Hamilton: „Ich bin am Boden zerstört“
Auch für Lewis Hamilton war die Enttäuschung greifbar:
„Ich fühle mich am Boden zerstört. Das Auto fühlte sich eigentlich gut an, die Balance war da – aber wir konnten einfach nicht schneller fahren.“
Hamilton, der in dieser Saison bisher nur einen Sprint-Sieg in China verbuchen konnte, kämpfte sichtlich mit den Emotionen. Er sprach von einem „Grundlagenjahr“, in dem es darum ginge, die Weichen für die Zukunft zu stellen.
„Wir müssen einfach weiter pushen und versuchen, die Leistung zu finden. Es gibt viel Verbesserungspotenzial im gesamten Team, und ich glaube daran, dass wir das schaffen.“
Das Reifendesaster geht weiter
Schon zum zweiten Mal in Folge machten die Reifenprobleme Ferrari einen Strich durch die Rechnung: Ähnlich wie beim letzten Rennen in Miami konnten die neuen weichen Reifen in den entscheidenden Qualifying-Runden keinen zusätzlichen Grip bieten.
Hamilton dazu:
„Als wir am Ende den neuen Soft-Reifen aufgezogen haben, passierte einfach nichts. Kein zusätzlicher Grip, kein Vorteil.“
Leclerc ergänzte:
„Es tut besonders weh, hier vor unseren Fans so abzuliefern. Ich habe keine Worte für diese Leistung.“
Eine bittere Realität für Ferrari
Ferrari steht derzeit auf Platz vier in der Konstrukteurswertung, mit satten 152 Punkten Rückstand auf McLaren. Während Red Bull mit Max Verstappen durch die Kurven zu fliegen scheint, kämpfen die roten Boliden mit fehlender Stabilität und Geschwindigkeit.
Leclerc rangiert derzeit auf Platz fünf der Fahrerwertung, Hamilton auf Platz sieben. Beide wissen, dass die Chancen auf eine erfolgreiche Saison zunehmend schwinden.
Der Neustart braucht Zeit
Hamilton bleibt dennoch optimistisch und sieht seine erste Ferrari-Saison als Aufbaujahr:
„Es geht darum, eine Basis zu schaffen und langfristige Verbesserungen zu erreichen. Wir müssen das Auto schneller machen und in allen Bereichen nachjustieren.“
Ob die Tifosi so viel Geduld haben, bleibt fraglich. Fest steht: Ferrari steckt im Umbruch, und der Weg zurück an die Spitze ist steiniger als gedacht.