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Goldschatz von Manching: Angeklagte verweigern Geständnis – Kein Deal, keine Milde

CDD20 (CC0), Pixabay

Im spektakulären Prozess um den Diebstahl des keltischen Goldschatzes aus dem „Kelten-Römer-Museum“ in Manching verweigern die vier Angeklagten weiterhin jede Aussage. Auch ein von der Staatsanwaltschaft angebotener Deal zur Strafmilderung bleibt ohne Wirkung: Keiner der Männer will ein Geständnis ablegen.

Bereits in der vergangenen Woche hatte ein erster Angeklagter das Angebot ausgeschlagen – nun folgten auch die übrigen drei. Damit drohen den mutmaßlichen Tätern im Falle einer Verurteilung Haftstrafen von bis zu 15 Jahren.

Jahrtausendschatz spurlos verschwunden

Im Mittelpunkt des Prozesses steht der spektakuläre Diebstahl von rund 483 keltischen Goldmünzen, die aus dem Museum in Manching bei Ingolstadt gestohlen wurden. Die Tat ereignete sich im November 2022 – und gilt als einer der größten Museumseinbrüche der Nachkriegszeit.

Der Goldschatz stammt aus dem 1. Jahrhundert vor Christus und hat nicht nur einen unschätzbaren materiellen, sondern auch einen enormen kulturellen Wert. Bis heute fehlt von einem Großteil des Diebesguts jede Spur. Experten befürchten, dass Teile des Schatzes eingeschmolzen wurden.

Geplanter Coup mit System

Die Ermittler gehen davon aus, dass die Täter äußerst professionell und arbeitsteilig vorgegangen sind. Kurz vor dem Einbruch hatten sie durch einen gezielten Sabotageakt das örtliche Telekommunikationsnetz lahmgelegt, wodurch die Alarmanlage des Museums funktionsunfähig wurde. Der Einbruch selbst dauerte nur wenige Minuten.

Die vier Angeklagten, alle aus dem Raum Berlin, sitzen seit 2023 in Untersuchungshaft. Sie sollen Teil einer kriminellen Bande sein, die auch mit anderen hochkarätigen Kunstdiebstählen in Verbindung gebracht wird.

Gericht erhöht den Druck

Das Landgericht Ingolstadt hat deutlich gemacht, dass Kooperationsbereitschaft strafmildernd berücksichtigt worden wäre. Ohne Geständnis oder Aufklärung des Verbleibs der Beute sieht das Gericht jedoch keine Grundlage für ein milderes Urteil. Die Staatsanwaltschaft wirft den Männern schweren Bandendiebstahl und Sachbeschädigung in einem besonders schweren Fall vor.

Kulturschützer und Öffentlichkeit fordern Aufklärung

Der Fall sorgt nicht nur in Fachkreisen, sondern auch in der breiten Öffentlichkeit weiterhin für großes Interesse – und Entsetzen. „Der Verlust dieses einzigartigen Fundes ist ein schwerer Schlag für das kulturelle Erbe Europas“, erklärte ein Sprecher des Museums.

Fazit: Mit der Verweigerung eines Geständnisses setzen die Angeklagten auf Konfrontation – doch das Risiko ist hoch: Ohne Deal drohen lange Haftstrafen. Und der Goldschatz von Manching bleibt vorerst verschollen – ein Stück Geschichte, das möglicherweise unwiederbringlich verloren ist.

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