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ENOVA Windpark Börger Ohe 1: Jahresüberschuss steigt auf 694.000 Euro – Bankverbindlichkeiten sinken auf 4,35 Millionen Euro

Shutterbug75 (CC0), Pixabay

Jahresüberschuss steigt um mehr als 93 Prozent

Die ENOVA Windpark Börger Ohe 1 GmbH & Co. KG hat ihren Sitz in der Drosselgasse 1a, 26904 Börger. Sie ist beim Amtsgericht Aurich unter HRA 202085 eingetragen.

Im Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2025 erzielte die Gesellschaft einen Jahresüberschuss von 694.095,98 Euro.

Im Vorjahr hatte der Gewinn 358.586,08 Euro betragen.

Damit verbesserte sich das Jahresergebnis um 335.509,90 Euro beziehungsweise rund 93,6 Prozent.

Die deutliche Gewinnsteigerung ist ein wesentliches Ergebnis des aktuellen Jahresabschlusses.

Sie zeigt, dass die Gesellschaft im Geschäftsjahr 2025 nach Berücksichtigung der ausgewiesenen betrieblichen Aufwendungen, Abschreibungen und Finanzierungskosten einen erheblich höheren Überschuss erwirtschaftete als im Jahr zuvor.

Welche konkreten Faktoren hinter der Verbesserung stehen, lässt sich anhand der Gewinn- und Verlustrechnung teilweise nachvollziehen.

Rohergebnis legt um rund 422.000 Euro zu

Das Rohergebnis der Gesellschaft stieg von 1.308.338,07 Euro im Jahr 2024 auf 1.729.985,12 Euro im Jahr 2025.

Dies entspricht einem Zuwachs von 421.647,05 Euro beziehungsweise rund 32,2 Prozent.

Damit erhöhte sich das Rohergebnis deutlich stärker als die sonstigen betrieblichen Aufwendungen.

Für die Ertragslage der Windparkgesellschaft ist dies eine positive Entwicklung.

Allerdings ist zu beachten, dass die veröffentlichte Gewinn- und Verlustrechnung die Umsatzerlöse nicht gesondert ausweist.

Deshalb lässt sich aus dem Rohergebnis allein nicht zuverlässig ableiten, wie sich die tatsächlichen Stromerlöse oder die erzeugten Strommengen entwickelt haben.

Das Rohergebnis ist nicht mit dem Umsatz gleichzusetzen.

Abschreibungen bleiben unverändert

Die planmäßigen Abschreibungen auf das Anlagevermögen beliefen sich im Geschäftsjahr 2025 auf 450.950 Euro.

Der Betrag entspricht exakt dem Vorjahreswert.

Nach Angaben im Anhang erfolgt die Abschreibung des Sachanlagevermögens linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer.

Bei Windenergieanlagen stellen Abschreibungen einen wesentlichen Bestandteil der jährlichen Ergebnisrechnung dar.

Sie mindern den bilanziellen Gewinn, ohne im jeweiligen Geschäftsjahr unmittelbar zu einer Auszahlung in gleicher Höhe zu führen.

Die konstanten Abschreibungen zeigen, dass diese Aufwandsposition im Vergleich zum Vorjahr keinen Einfluss auf die Veränderung des Jahresüberschusses hatte.

Betriebliche Aufwendungen steigen ebenfalls

Während das Rohergebnis deutlich zunahm, erhöhten sich auch die sonstigen betrieblichen Aufwendungen.

Diese stiegen von 390.953,93 Euro auf 510.029,84 Euro.

Das entspricht einem Anstieg um 119.075,91 Euro beziehungsweise rund 30,5 Prozent.

Welche einzelnen Kostenarten hierfür verantwortlich waren, wird im vorliegenden Abschluss nicht detailliert aufgeschlüsselt.

Bei Windparkgesellschaften können beispielsweise Wartungsleistungen, Versicherungen, technische Betriebsführung, Pachtzahlungen und Verwaltungsdienstleistungen eine Rolle spielen.

Ob diese oder andere Kostenpositionen im konkreten Fall gestiegen sind, lässt sich aus den veröffentlichten Zahlen nicht bestimmen.

Trotz des höheren Aufwands konnte die Gesellschaft ihren Jahresüberschuss erheblich steigern.

Zinsaufwendungen sinken auf rund 95.700 Euro

Auch die Finanzierungskosten entwickelten sich im Jahr 2025 günstiger.

Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen verringerten sich von 105.973,93 Euro auf 95.740,02 Euro.

Das entspricht einem Rückgang um 10.233,91 Euro beziehungsweise rund 9,7 Prozent.

Gleichzeitig stiegen die sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträge von 9.728,84 Euro auf 20.830,72 Euro.

Damit verbesserte sich der Saldo aus den ausgewiesenen Zinserträgen und Zinsaufwendungen.

Der Rückgang der Zinsaufwendungen fällt mit einer deutlichen Verringerung der Verbindlichkeiten zusammen.

Ein unmittelbarer ursächlicher Zusammenhang lässt sich daraus allerdings nicht vollständig belegen, da der Jahresabschluss keine detaillierte Entwicklung der Darlehenszinssätze enthält.

Bankverbindlichkeiten betragen noch 4,35 Millionen Euro

Die gesamten Verbindlichkeiten der ENOVA Windpark Börger Ohe 1 GmbH & Co. KG beliefen sich zum 31. Dezember 2025 auf 4.988.399,36 Euro.

Im Vorjahr waren es 5.895.849,93 Euro.

Damit reduzierte die Gesellschaft ihre Verbindlichkeiten um 907.450,57 Euro beziehungsweise rund 15,4 Prozent.

Den größten Teil der Verpflichtungen bilden Bankverbindlichkeiten.

Diese beliefen sich zum Bilanzstichtag auf 4.350.000 Euro.

Davon waren 600.000 Euro innerhalb eines Jahres fällig.

Weitere 2.400.000 Euro hatten eine Restlaufzeit zwischen einem und fünf Jahren.

Auf Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren entfielen 1.350.000 Euro.

Die Finanzierungsstruktur ist damit weiterhin wesentlich durch Bankdarlehen geprägt.

Die planmäßige Bedienung dieser Darlehen bleibt ein wichtiger Faktor für die wirtschaftliche Entwicklung des Windparks.

Umfangreiche Sicherheiten zugunsten der Bank

Besonders ausführlich beschreibt der Anhang die Sicherheiten, die im Zusammenhang mit der Finanzierung der Windenergieanlagen vereinbart wurden.

Zu den aufgeführten Sicherheiten gehören unter anderem:

  • die Sicherungsübereignung von zwei Windenergieanlagen des Typs ENERCON E-115 einschließlich technischer Nebeneinrichtungen,
  • die Sicherungsübereignung einer Übergabestation,
  • Rechte zur Absicherung der Nutzung der Anlagenstandorte,
  • die Abtretung bestimmter gegenwärtiger und künftiger Zahlungsansprüche aus dem Anlagenbetrieb,
  • die Abtretung bestimmter Versicherungs-, Wartungs- und Vertragsansprüche,
  • sowie die Verpfändung vorgesehener Liquiditäts- und Rückbausicherheiten.

Diese Sicherungsvereinbarungen sind bei fremdfinanzierten Infrastrukturprojekten grundsätzlich nicht ungewöhnlich.

Sie sollen die Position der finanzierenden Bank absichern, falls der Kreditnehmer seinen Verpflichtungen nicht nachkommt.

Für die wirtschaftliche Betrachtung bedeutet dies jedoch, dass nicht sämtliche Vermögenswerte und Zahlungsansprüche der Gesellschaft uneingeschränkt verfügbar sind.

Liquiditätsreserve von 376.000 Euro vorgesehen

Der Anhang beschreibt eine zu verpfändende Liquiditätsreserve in Höhe von 376.000 Euro.

Diese soll insbesondere dazu dienen, Finanzierungslücken in windschwachen Jahren abzufedern.

Wenn die laufenden Einspeiseerlöse zur Bedienung des Kapitaldienstes nicht ausreichen, kann die Reserve nach den beschriebenen Vereinbarungen zur Deckung der Differenz herangezogen werden.

Anschließend ist sie aus den laufenden Einnahmen wieder aufzufüllen.

Die Mittel stehen laut Anhang nicht für Ausschüttungen an die Gesellschafter zur Verfügung.

Für Anleger und wirtschaftlich Interessierte ist diese Regelung bedeutsam.

Denn ein hoher Bestand an Bankguthaben bedeutet nicht zwangsläufig, dass sämtliche Mittel frei ausgeschüttet werden können.

Aus dem Jahresabschluss geht allerdings nicht eindeutig hervor, welcher Betrag der beschriebenen Reserve zum Bilanzstichtag bereits tatsächlich auf einem gesonderten Konto hinterlegt war.

Rückbausicherung von 298.000 Euro

Neben der Liquiditätsreserve enthält der Abschluss Angaben zu Sicherheiten für den späteren Rückbau der Windenergieanlagen.

Demnach liegt dem Landkreis Emsland eine selbstschuldnerische, unbefristete Bürgschaft über 298.000 Euro vor.

Außerdem beschreibt der Anhang die vorgesehene Hinterlegung beziehungsweise Verpfändung von Deckungsguthaben für die Rückbauabsicherung.

Die Sicherung des Rückbaus ist bei Windenergieprojekten ein wichtiger Aspekt.

Nach dem Ende der Nutzung können Kosten für den Abbau der Anlagen und die Wiederherstellung der Flächen entstehen.

Entsprechende Sicherheiten sollen gewährleisten, dass diese Verpflichtungen auch dann erfüllt werden können, wenn die wirtschaftliche Situation des Betreibers später schwieriger wird.

Die Bürgschaft ist dabei nicht mit einer bereits erfolgten Auszahlung von 298.000 Euro gleichzusetzen.

Bankguthaben steigt auf 1,79 Millionen Euro

Die Guthaben bei Kreditinstituten erhöhten sich von 1.537.371,11 Euro auf 1.793.158,88 Euro.

Das entspricht einem Zuwachs um 255.787,77 Euro beziehungsweise rund 16,6 Prozent.

Zusätzlich weist die Gesellschaft Wertpapiere im Umfang von 305.000 Euro aus.

Dieser Betrag blieb gegenüber dem Vorjahr unverändert.

Nach Angaben im Anhang handelt es sich um als Liquiditätsreserve gehaltene Allianz Schatzbriefe der Oldenburgischen Landesbank AG.

Zusammen ergeben Bankguthaben und Wertpapiere zum Bilanzstichtag einen bilanzierten Bestand von 2.098.158,88 Euro.

Das ist ein erheblicher Betrag im Verhältnis zu den innerhalb eines Jahres fälligen Verbindlichkeiten von 1.238.399,36 Euro.

Allerdings sind die beschriebenen Verpfändungen und sonstigen Verfügungsbeschränkungen bei der Beurteilung der tatsächlich frei verfügbaren Liquidität zu berücksichtigen.

Eine abschließende Aussage über die ungebundene Liquidität ist anhand der veröffentlichten Angaben nicht möglich.

Eigenkapitalquote steigt auf rund 47,4 Prozent

Das Eigenkapital der Gesellschaft erhöhte sich von 4.400.768 Euro auf 4.619.369,95 Euro.

Dies entspricht einem Anstieg um 218.601,95 Euro beziehungsweise rund 5 Prozent.

Gleichzeitig verringerte sich die Bilanzsumme von 10.375.583,93 Euro auf 9.739.446,31 Euro.

Daraus ergibt sich eine Eigenkapitalquote von rund 47,4 Prozent.

Im Vorjahr lag sie bei etwa 42,4 Prozent.

Die Eigenkapitalquote verbesserte sich somit um rund fünf Prozentpunkte.

Das nominelle Kommanditkapital beträgt unverändert 1.350.000 Euro und ist laut Anhang vollständig eingezahlt.

Der Gewinnvortrag ging von 2.692.181,92 Euro auf 2.575.273,97 Euro zurück.

Zusammen mit dem Jahresüberschuss ergibt sich die ausgewiesene Eigenkapitalentwicklung.

Aus den Angaben allein lässt sich jedoch nicht abschließend feststellen, welche Ausschüttungen oder sonstigen Ergebnisverwendungen im Geschäftsjahr erfolgt sind.

Sachanlagevermögen sinkt durch Abschreibungen

Das Sachanlagevermögen wurde zum 31. Dezember 2025 mit 7.181.532 Euro bilanziert.

Im Vorjahr waren es 7.632.482 Euro.

Der Rückgang beträgt exakt 450.950 Euro und entspricht damit den in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen Abschreibungen.

Dies deutet darauf hin, dass sich der Buchwert des Sachanlagevermögens im Jahr 2025 im Wesentlichen durch planmäßige Abschreibungen verringerte.

Ein sinkender Buchwert ist bei langfristig genutzten technischen Anlagen grundsätzlich üblich.

Er bedeutet nicht automatisch, dass der wirtschaftliche Wert oder die technische Leistungsfähigkeit der Anlagen im gleichen Umfang zurückgegangen ist.

Zwei Windenergieanlagen des Typs ENERCON E-115

Aus den Angaben zu den Banksicherheiten geht hervor, dass die Finanzierung zwei Windenergieanlagen des Typs ENERCON E-115 am Standort Börger/Ohe betrifft.

Die Anlagen bilden einen wesentlichen Teil der bilanzierten Sachwerte und sind Gegenstand der Sicherungsübereignung zugunsten der finanzierenden Bank.

Weitere Angaben zur tatsächlichen Stromproduktion, zur technischen Verfügbarkeit oder zu den erzielten Strompreisen enthält der vorliegende Jahresabschluss nicht.

Deshalb lässt sich aus den veröffentlichten Finanzzahlen nicht ableiten, wie viele Kilowattstunden Strom im Jahr 2025 erzeugt wurden oder welche Vergütung je Kilowattstunde erzielt wurde.

Keine eigenen Arbeitnehmer

Die ENOVA Windpark Börger Ohe 1 GmbH & Co. KG beschäftigte im Geschäftsjahr 2025 keine eigenen Arbeitnehmer.

Bei Projektgesellschaften im Bereich der erneuerbaren Energien ist dies nicht ungewöhnlich.

Die technische und kaufmännische Betreuung kann durch externe Dienstleister oder andere Unternehmen erfolgen.

Persönlich haftende Gesellschafterin ist die ENOVA Windpark Verwaltungs GmbH mit Sitz in Bunderhee.

Als Geschäftsführer werden Hauke Brümmer und Björn Burau genannt.

Der Jahresabschluss wurde am 30. September 2026 festgestellt.

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