Die Kapitalverwaltungsgesellschaft Helaba Invest Kapitalanlagegesellschaft mbH mit Sitz in Frankfurt am Main legt mit diesem Bericht den Jahresabschluss des Fonds Weberbank Premium 30 S (I) vor; das Fondsmanagement ist an die Weberbank Actiengesellschaft, Frankfurt am Main, ausgelagert. Für Anleger ist der Bericht vor allem deshalb interessant, weil der Fonds trotz moderater Risiken ein erfreuliches Jahr hatte, zugleich aber ein erheblicher Teil der laufenden Erträge durch Kosten und insbesondere Beratergebühren aufgezehrt wurde.
Per 30. Juni 2026 lag das Fondsvermögen bei 35,90 Mio. Euro, nach 31,91 Mio. Euro ein Jahr zuvor. Der Anteilwert stieg von 103,66 Euro auf 110,05 Euro. Für Anleger bedeutet das: Der Fonds hat im Geschäftsjahr 2025/2026 Wert geschaffen, und zwar nicht nur durch Erträge, sondern auch durch Kursgewinne und die Entwicklung der gehaltenen Wertpapiere.
Vermögen und Wertentwicklung
Die Wertentwicklung des Fonds betrug im Berichtsjahr 7,55 Prozent. Damit setzte sich der positive Trend der Vorjahre fort; in der Übersicht über die letzten drei Geschäftsjahre stieg der Anteilwert von 91,76 Euro über 99,98 Euro und 103,66 Euro auf nun 110,05 Euro. Der Zuwachs des Fondsvermögens erklärt sich aus einer Kombination von Wertsteigerung und Nettomittelzuflüssen: Unter dem Strich flossen dem Fonds 1,93 Mio. Euro neu zu, während 902.449,32 Euro durch Rückgaben abflossen.
Das Ergebnis des Geschäftsjahres belief sich auf 2,50 Mio. Euro. Davon entfielen 502.947,36 Euro auf den ordentlichen Nettoertrag und 912.235,17 Euro auf das Ergebnis aus Veräußerungsgeschäften. Zusätzlich kamen 1,09 Mio. Euro als nicht realisiertes Ergebnis hinzu. Aus Anlegersicht ist damit wichtig: Der Ertrag speiste sich nicht nur aus laufenden Zinsen und Dividenden, sondern auch aus realisierten und nicht realisierten Kursgewinnen. Gerade bei einem Mischfonds kann das Ergebnis also stärker schwanken als reine Zins- oder Dividendenzahlungen.
Die Erträge summierten sich auf 801.473,20 Euro. Darin enthalten waren vor allem 371.105,16 Euro aus Investmentanteilen, 172.148,33 Euro Zinsen aus inländischen Wertpapieren und 121.692,51 Euro Dividenden ausländischer Aussteller. Die laufenden Kosten waren mit 298.525,84 Euro deutlich niedriger als die Erträge, dennoch minderten sie das Ergebnis spürbar. Auffällig ist dabei, dass mit 237.651,13 Euro der größte Posten unter den Aufwendungen auf „sonstige Aufwendungen“ entfiel; darin stecken 224.067,41 Euro Beratergebühren.
Kosten
Die Verwaltungsvergütung betrug 34.931,30 Euro, die Verwahrstellenvergütung 15.383,11 Euro und die Prüfungs- und Veröffentlichungskosten 10.560,30 Euro. Die Gesamtkostenquote lag bei 1,03 Prozent. Für Anleger heißt das: Die laufenden Kosten sind nicht extrem hoch, aber auch nicht niedrig genug, um sie zu vernachlässigen. Vor allem die Beratergebühren fallen ins Gewicht, weil sie den größten Einzelposten der sonstigen Aufwendungen bilden und damit die Rendite direkt schmälern.
Im Verhältnis zu den Erträgen von 801.473,20 Euro machen die gesamten Aufwendungen rund 37 Prozent aus. Aus Anlegersicht ist das ein relevanter Wert, weil er zeigt, dass ein beachtlicher Teil der Ertragskraft zur Deckung der laufenden Kosten verwendet wird. Positiv bleibt zwar, dass der Fonds insgesamt dennoch einen ordentlichen Nettoertrag und ein solides Gesamtjahr vorweisen kann; gleichwohl sollten Anleger die Kostenstruktur im Blick behalten.
Portfolio und größte Positionen
Der Fonds blieb klar als Mischportfolio aufgestellt. Zum Stichtag entfielen 27,97 Prozent auf festverzinsliche Anleihen, 35,85 Prozent auf Rentenfonds, 24,91 Prozent auf Aktien, 8,94 Prozent auf Aktienfonds und 2,34 Prozent auf Liquidität. Damit lag der Schwerpunkt weiterhin auf verzinslichen Anlagen und Zielfonds, ergänzt um einen nennenswerten Aktienanteil. Die Kasse ist mit 2,34 Prozent vergleichsweise niedrig, was auf eine weitgehend investierte Positionierung hindeutet.
Die größten Einzelpositionen im Bericht sind vor allem über Investmentanteile erkennbar. Zu den direkt genannten Aktienpositionen gehörten unter anderem NVIDIA, Alphabet, Apple, Microsoft, ASML, JPMorgan Chase, Broadcom, Amazon, AbbVie und SAP. Bei den Anleihen fanden sich unter anderem Bundesrepublik Deutschland, Europäische Union, Europäische Investitionsbank, Frankreich, Spanien sowie Unternehmensanleihen von Continental, Lufthansa, Evonik, Fresenius, Heidelberg Materials, Mercedes-Benz und Schaeffler. Das Portfolio ist damit breit gestreut, enthält aber sowohl im Aktien- als auch im Rententeil einige wenige größere Einzeltitel. Die größten Länderpositionen bei Aktien waren die USA mit 13,33 Prozent sowie Frankreich und Deutschland mit jeweils knapp 3 Prozent. Aus Sicht von Anlegern spricht das für eine internationale Ausrichtung, aber auch für eine gewisse Abhängigkeit von US-Technologiewerten.
Bei den festverzinslichen Wertpapieren lag das durchschnittliche Rating bei A, die durchschnittliche Duration bei 3,90 Jahren und die durchschnittliche Rendite bei 3,00 Prozent. Die Duration ist gegenüber dem Vorjahr gesunken, was das Zinsänderungsrisiko tendenziell etwas reduziert. Die Bonitätsstruktur reicht von AAA bis BB, wobei der Schwerpunkt auf Investment-Grade-Anleihen liegt.
Risiken und Auffälligkeiten
Der Bericht nennt als wesentliche Risiken Marktpreis-, Adressenausfall-, Zinsänderungs-, Liquiditäts-, Aktien-, Währungs- und Nachhaltigkeitsrisiken sowie Risiken aus Zielfonds und operationellen Risiken. Aus Anlegersicht auffällig ist vor allem, dass der Fonds durch den hohen Anteil an Investmentanteilen stark von der Entwicklung anderer Fonds abhängig bleibt. Das kann zwar die Streuung erhöhen, macht die Rendite aber auch indirekt von deren Kosten, Strategien und Marktchancen abhängig.
Eine wichtige Veränderung im Berichtszeitraum war das Inkrafttreten des Fondsrisikobegrenzungsgesetzes am 16. April 2026. Dadurch wurden die Anlagebedingungen angepasst; zusätzlich steht nun als Liquiditäts-Management-Tool die Möglichkeit der Verlängerung der Rückgabefrist zur Verfügung. Das bestehende Gating bleibt bestehen. Für Anleger ist das relevant, weil der Fonds in außergewöhnlichen Marktstressphasen nun über zusätzliche Instrumente zur Liquiditätssteuerung verfügt.
Ein weiterer Punkt ist die Ausschüttung: Insgesamt wurden 489.264,00 Euro beziehungsweise 1,50 Euro je Anteil ausgeschüttet. Der Fonds ist also ausschüttend und nicht thesaurierend. Das Prüfungsurteil des Abschlussprüfers lautet im Kern positiv: Der Jahresbericht entspricht nach den Feststellungen in allen wesentlichen Belangen den Vorschriften des deutschen Kapitalanlagegesetzbuchs.
Fazit für Anleger
Unterm Strich zeigt der Bericht einen Fonds mit solider Wertentwicklung, gestiegenem Vermögen und einer weiterhin breit diversifizierten Mischanlage. Positiv ist, dass der Fonds 2025/2026 bei überschaubaren Rückgaben und moderaten Risiken einen ordentlichen Ertrag erzielt hat. Kritisch zu sehen ist aus Anlegersicht vor allem die Kostenbelastung durch die Beratergebühren sowie der hohe Anteil an Zielfonds, der die Performance zusätzlich von Dritten abhängig macht. Wer in diesen Fonds investiert ist, konnte im Berichtsjahr von der positiven Markt- und Wertpapierentwicklung profitieren, sollte aber die Kosten- und Strukturkomponenten des Portfolios weiterhin genau beobachten.