Der Jahresbericht zum 30. Juni 2026 stammt von der Deka Investment GmbH mit Sitz in Frankfurt am Main, die den Fonds Deka-BR 35 verwaltet und den Bericht herausgegeben hat. Der Fonds blieb im Berichtsjahr klar als defensiv geprägter Mischfonds aufgestellt: Knapp drei Viertel des Vermögens steckten in Anleihen, rund ein Viertel in Aktien. Für Anleger wichtig: Der Fonds erzielte zwar eine ordentliche Wertentwicklung von 6,8 Prozent, die Ertragsquellen lagen aber nicht nur in laufenden Zinsen und Dividenden, sondern auch in spürbaren Veräußerungsgewinnen und weiteren Sondereffekten.
Vermögen und Wertentwicklung
Das Fondsvermögen erreichte zum Stichtag 30. Juni 2026 rund 1,347 Milliarden Euro; der Anteilwert lag bei 79,46 Euro. Verglichen mit dem Anlageziel, langfristigen Kapitalzuwachs bei angemessenem Risiko zu erzielen, ist das Ergebnis aus Anlegersicht zunächst solide: Der Fonds legte im Geschäftsjahr um 6,8 Prozent zu und lag damit auch über den mittelfristigen Kennzahlen von 6,1 Prozent p.a. auf drei Jahre und 2,1 Prozent p.a. auf fünf Jahre. Eine offizielle Benchmark wird im Bericht nicht verwendet, da der Fonds bewusst ohne Referenzindex gesteuert wird.
Die Wertentwicklung kam nicht allein aus Kursgewinnen an den Märkten, sondern aus einem Mix verschiedener Ertragsquellen. Der Bericht weist realisierte Gewinne von insgesamt 62,0 Millionen Euro aus, vor allem aus Futures (30,1 Millionen Euro), Aktien (18,6 Millionen Euro) und Devisentermingeschäften (11,7 Millionen Euro). Dem standen realisierte Verluste von 27,0 Millionen Euro gegenüber, insbesondere aus Devisentermingeschäften, Futures und Rentenpapieren. Hinzu kamen wesentliche sonstige Erträge von 10,3 Millionen Euro, vor allem Kompensationszahlungen. Aus Anlegersicht ist das relevant, weil die Rendite damit nicht nur aus „ruhigen“ laufenden Erträgen, sondern auch aus aktivem Handel und Sondereffekten gespeist wurde.
Zur Mittelbewegung macht der Auszug keine explizite Nettozufluss- oder Nettoabflusszahl; er nennt aber eine umlaufende Anteilszahl von 16,95 Millionen Stück. Der Anteilwert lag am Stichtag bei 79,46 Euro.
Kosten
Die Gesamtkostenquote betrug 0,87 Prozent. Das ist für einen aktiv gemanagten Mischfonds nicht ungewöhnlich, bleibt aber aus Sicht privater Anleger ein spürbarer Renditeabzug. Im Bericht finden sich zudem mehrere Kostenpositionen, die für die Einordnung wichtig sind: Aufwendungen aus Wertpapier-Darlehen und -Pensionsgeschäften von 92.037,12 Euro, fremde Depotgebühren von 31.527,90 Euro, Kosten für die Bereitstellung von Analysematerial oder -dienstleistungen von 38.833,78 Euro sowie EMIR-Kosten von 6.450,32 Euro. Beratungsvergütungen werden mit 2.225,05 Euro ausgewiesen. Transaktionskosten fielen in Höhe von 250.546,01 Euro an.
Im Verhältnis zu den Erträgen wirkt die Kostenbelastung nicht extrem, aber auch nicht vernachlässigbar: Die sonstigen Erträge und Handelsgewinne trugen wesentlich zur Jahresperformance bei, sodass Gebühren und Transaktionskosten einen Teil dieses Erfolgs wieder minderten. Positiv fällt auf, dass der Gesellschaft keine Rückvergütungen aus den an Verwahrstelle und Dritte gezahlten Vergütungen zufließen.
Portfolio und größte Positionen
Die Allokation blieb klar auf Renten und Aktien ausgerichtet. Der Bericht nennt 72,8 Prozent Renten, 23,2 Prozent Aktien und 4,0 Prozent Barreserve beziehungsweise Sonstiges. Unter Berücksichtigung von Derivaten lag die wirksame Rentenquote bei 72,7 Prozent. Die Aktienquote inklusive Aktienindexderivaten betrug 30,1 Prozent und lag damit nahezu auf dem Vorjahresniveau von 30,2 Prozent. Das zeigt: Der Fonds blieb strategisch weitgehend stabil und wurde flexibel an die Marktlage angepasst, ohne die grundlegende Risikostruktur stark zu verändern.
Regional dominierte bei den Aktien die USA mit Abstand, gefolgt von Japan, Großbritannien, Deutschland und Frankreich. Branchenseitig standen Technologie, Industrie und Pharma im Vordergrund. Zu den größten Einzelpositionen zählten Alphabet, Apple, Nvidia, Microsoft und Amazon. In der detaillierten Aufstellung finden sich außerdem große Positionen etwa in Siemens, SAP, Roche, Novo Nordisk, Sony, Sumitomo Mitsui Financial, ABB? nein, im Auszug nicht genannt, sowie verschiedenen europäischen Bank- und Industrieaktien. Bei den Anleihen lag der Schwerpunkt auf Deutschland und den USA, ergänzt um Frankreich und Großbritannien. Damit bleibt das Portfolio breit gestreut, ist aber zugleich deutlich von Staatsanleihen der großen Industrieländer geprägt.
Die Barreserve ist mit 4,0 Prozent vergleichsweise moderat. Aus Anlegersicht bedeutet das: Der Fonds hielt genügend Liquidität für Flexibilität, blieb aber klar investiert. Auffällig ist außerdem, dass Derivate nicht nur zur Absicherung, sondern auch zur Steuerung des wirtschaftlichen Investitionsgrads eingesetzt wurden; das zugrunde liegende Derivate-Exposure betrug 474,35 Millionen Euro, der Leverage nach Brutto-Methode 145,17 Prozent.
Risiken und Auffälligkeiten
Der Bericht nennt die klassischen Markt- und Zinsrisiken eines Mischfonds mit Aktien- und Rentenanteil: Aktienkurse können stark schwanken, steigende Marktzinsen drücken typischerweise die Kurse festverzinslicher Wertpapiere, zusätzlich bestehen Fremdwährungsrisiken sowie Kontrahentenrisiken aus Derivaten. Aus Anlegersicht auffällig ist vor allem die hohe Abhängigkeit von den Entwicklungen an den US- und europäischen Rentenmärkten sowie von wenigen großen Technologie- und Qualitätsaktien. Zwar ist das Fondsvermögen breit verteilt, die Gewichtung einzelner Länder und Titel bleibt aber spürbar konzentriert.
Positiv zu werten ist, dass der Bericht keine wesentlichen Liquiditätsrisiken und keine besonderen operationellen Risiken ausweist. Auch bei den Nachhaltigkeitsangaben nennt der Fonds ein abgestuftes PAI-Verfahren, das schwerwiegende negative Nachhaltigkeitsauswirkungen begrenzen soll. Der Fonds berücksichtigt jedoch nicht die EU-Kriterien für ökologisch nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten. Für Anleger, die einen strikt nachhaltigen Ansatz suchen, ist das ein wichtiger Punkt.
Bei den Wertpapier-Darlehen ist die Größenordnung bemerkenswert: Das Exposure aus Wertpapier-Darlehen betrug zusammen über 343 Millionen Euro, die dafür erhaltenen Sicherheiten lagen bei 353,1 Millionen Euro. Solche Geschäfte können Zusatzerträge liefern, erhöhen aber auch die Komplexität des Portfolios. Der Fonds erzielte daraus 278.971,73 Euro an Erträgen bei 92.037,12 Euro an Aufwendungen.
Fazit für Anleger
Insgesamt zeigt der Bericht einen aktiv gemanagten Mischfonds, der im Geschäftsjahr 2025/26 ordentlich verdient hat und mit 6,8 Prozent Wertzuwachs überzeugte. Die Rendite stützte sich jedoch nicht nur auf laufende Erträge, sondern auch auf intensive Handelsaktivität, Derivateeinsatz und Sondererträge. Aus Anlegersicht ist das wichtig, weil der Fonds damit kein reiner „ruhiger Zinsbaustein“ ist, sondern ein aktives Multi-Asset-Portfolio mit spürbaren Markt-, Zins- und Währungsrisiken. Der unabhängige Abschlussprüfer bestätigte, dass der Jahresbericht in allen wesentlichen Belangen den gesetzlichen Vorgaben entspricht und ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild des Sondervermögens vermittelt.