Die Helaba Invest Kapitalanlagegesellschaft mbH mit Sitz in Frankfurt am Main legt als verwaltende Gesellschaft des Fonds Weberbank Premium 30 (I) diesen Jahresbericht vor; das Fondsmanagement ist an die Weberbank Actiengesellschaft mit Sitz in Frankfurt am Main ausgelagert. Für Anleger ist das Ergebnis des Berichtsjahres 2025/2026 insgesamt erfreulich: Der Fonds legte um 7,56 % zu und beendete das Geschäftsjahr mit einem höheren Anteilwert von 107,84 Euro. Gleichzeitig zeigen die Zahlen aber auch, dass der Fonds trotz Wertzuwachs unter Nettoabflüssen litt und stark über Zielfonds sowie einzelne Aktien und Anleihen gesteuert wird.
Vermögen und Wertentwicklung
Das Fondsvermögen stieg im Geschäftsjahr vom 1. Juli 2025 bis zum 30. Juni 2026 von 44,33 Millionen Euro auf 45,70 Millionen Euro. Der Zuwachs ist trotz eines negativen Mittelzuflusses von netto 1,33 Millionen Euro zustande gekommen: Es flossen zwar 2,67 Millionen Euro neu zu, gleichzeitig wurden aber 4,00 Millionen Euro durch Rückgaben abgezogen. Für Anleger ist das wichtig, weil der Wertzuwachs also nicht auf neue Mittel, sondern vor allem auf die Kapitalmarktentwicklung und das Anlageergebnis zurückging.
Der Fonds erzielte insgesamt ein Ergebnis des Geschäftsjahres von 3,25 Millionen Euro. Davon entfielen 650.164,60 Euro auf den ordentlichen Nettoertrag, also auf die laufenden Erträge abzüglich der laufenden Kosten. Hinzu kamen 1,35 Millionen Euro aus Veräußerungsgeschäften sowie 1,26 Millionen Euro aus nicht realisierten Bewertungsgewinnen. Aus Anlegersicht positiv ist damit, dass das Ergebnis nicht nur aus Buchgewinnen bestand, sondern auch aus laufenden Zinsen, Dividenden und realisierten Kursgewinnen getragen wurde.
Der Anteilpreis stieg im Jahresvergleich von 101,58 Euro auf 107,84 Euro. Im Dreijahresvergleich zeigt sich zudem ein klarer Erholungstrend beim Anteilwert: Nach 89,91 Euro im Geschäftsjahr 2022/2023 und 97,97 Euro in 2023/2024 erreichte der Fonds nun den höchsten Wert dieser Reihe. Das spricht für eine insgesamt stabile Entwicklung nach den schwächeren Vorjahren.
Erträge, Kosten und Kostenquote
Die Erträge beliefen sich auf 1,01 Millionen Euro. Den größten Beitrag lieferten Erträge aus Investmentanteilen mit 464.030,50 Euro, gefolgt von Zinsen aus inländischen Wertpapieren mit 224.177,85 Euro und Zinsen aus ausländischen Wertpapieren mit 149.264,87 Euro. Dazu kamen 187.731,07 Euro Dividenden aus in- und ausländischen Aktien. Diese Struktur zeigt: Der Fonds lebt erkennbar von der Mischung aus Anleihe- und Aktienerträgen sowie von Ausschüttungen aus Zielfonds.
Dem standen Aufwendungen von 360.827,77 Euro gegenüber. Allein die Verwaltungsvergütung schlug mit 316.057,62 Euro zu Buche, hinzu kamen 19.589,03 Euro für die Verwahrstelle, 10.103,48 Euro für Prüfungs- und Veröffentlichungskosten sowie 15.062,09 Euro sonstige Aufwendungen. Die Gesamtkostenquote lag bei 0,99 %. Aus Anlegersicht ist das im Marktvergleich nicht ungewöhnlich, bei einem Fonds mit hohem Zielfondsanteil aber dennoch eine Kennzahl, die man im Verhältnis zum Nettoertrag lesen sollte: Der ordentliche Nettoertrag von 650.164,60 Euro überstieg die laufenden Kosten deutlich, sodass die laufende Ertragsbasis nicht aufgezehrt wurde.
Wesentliche sonstige Erträge gab es nicht; als wesentliche sonstige Aufwendungen werden Depotgebühren von 10.455,02 Euro genannt. Transaktionskosten fielen in Höhe von 18.402,21 Euro an. Eine gesonderte Beratervergütung wird im Bericht nicht ausgewiesen.
Portfolio und größte Positionen
Das Portfolio blieb breit gestreut, aber klar auf einen Mischansatz aus Anleihen, Aktien und Investmentanteilen ausgerichtet. Zum Stichtag entfielen 45,19 % des Fondsvermögens auf Investmentanteile, 28,69 % auf festverzinsliche Anleihen, 25,09 % auf Aktien und 1,03 % auf Liquidität. Damit ist der Fonds keineswegs ein reiner Anleihefonds, sondern nutzt zusätzlich Zielfonds und Aktien als Renditetreiber. Die Liquiditätsquote war mit 1,03 % niedrig, was auf eine relativ volle Investition hinweist.
Bei den Anleihen lag der Schwerpunkt auf mittleren Laufzeiten: 14,63 % des Fondsvermögens entfielen auf Papiere mit drei bis fünf Jahren Restlaufzeit, 9,44 % auf fünf bis zehn Jahre und 3,10 % auf kurzlaufende Anleihen unter einem Jahr. Das durchschnittliche Rating der festverzinslichen Wertpapiere lag bei A, die durchschnittliche Duration bei 4,09 Jahren. Die durchschnittliche Rendite stieg auf 3,04 % nach 2,73 % im Vorjahr, was für Anleger auf ein höheres Zinsniveau und damit auf bessere laufende Ertragschancen hindeutet.
Auf der Aktienseite lag der Schwerpunkt weiterhin auf europäischen und US-amerikanischen Blue Chips. Zu den größeren Einzelpositionen zählten unter anderem ASML, Alphabet, NVIDIA, Microsoft, Apple, JPMorgan Chase, Siemens, Schneider Electric, Allianz und SAP. Bei den Anleihen waren unter anderem Bundesanleihen, EU- und EIB-Papiere sowie Unternehmensanleihen von Continental, Lufthansa, Heidelberg Materials, Mercedes-Benz, Fresenius und Schaeffler vertreten. Bei den Investmentanteilen dominierten vor allem Renten-ETFs und Fonds mit Fokus auf Unternehmensanleihen und High-Yield-Segmente. Das ist für Anleger wichtig, weil damit ein beträchtlicher Teil des Fondsvermögens indirekt von anderen Fondsmanagern gesteuert wird.
Risiken und Auffälligkeiten
Der Bericht nennt die klassischen Kapitalmarktrisiken: Zinsänderungs-, Adressenausfall-, Liquiditäts-, Aktien- und Währungsrisiken sowie Risiken aus Zielfonds und operationelle Risiken. Aus Anlegersicht auffällig ist, dass der Fonds trotz seiner defensiveren Bezeichnung „Premium 30“ weiterhin spürbar Aktien- und Fremdwährungsrisiken trägt; ein Drittel des Vermögens steckt direkt oder indirekt in Aktien. Hinzu kommt ein Nachhaltigkeitsrisiko, weil ökologische und soziale Merkmale beworben werden und Nachhaltigkeitsaspekte in den Anlageprozess einbezogen werden, solche Kriterien aber nicht automatisch jedes Risiko ausschließen.
Eine weitere Veränderung betrifft die Liquiditätssteuerung: Mit dem Inkrafttreten des Fondsrisikobegrenzungsgesetzes erhielt der Fonds zusätzlich die Möglichkeit, die Rückgabefrist zu verlängern; das bereits bestehende Gating-Instrument bleibt daneben bestehen. Für Anleger bedeutet das: In Stressphasen können Rückgaben eingeschränkt oder verzögert werden, auch wenn solche Maßnahmen laut Bericht nur als Schutzmechanismus in außergewöhnlichen Marktphasen vorgesehen sind.
Positiv ist, dass der Fonds keine Derivateexposure aufwies und die Wertpapierquote sehr hoch war. Gleichzeitig bleibt der Zielfondsanteil mit 45,19 % hoch, was die Struktur komplexer macht und Kosten sowie Transparenzanforderungen erhöht. Ein negativer ordentlicher Nettoertrag lag nicht vor; auch eine starke strategische Neuausrichtung ist dem Bericht nicht zu entnehmen. Die Ausschüttung betrug 635.644,50 Euro beziehungsweise 1,50 Euro je Anteil; der Fonds schüttet also weiter aus, statt Erträge vollständig zu thesaurieren. Der Abschlussprüfer bestätigte, dass der Jahresbericht in allen wesentlichen Belangen den Vorschriften des KAGB entspricht.
Fazit für Anleger
Unterm Strich war 2025/2026 ein erfreuliches Jahr für den Weberbank Premium 30 (I): Der Fonds erzielte ein deutlich positives Ergebnis, verbesserte den Anteilwert und deckte die laufenden Kosten aus den Erträgen. Aus Anlegersicht bleibt aber zu beachten, dass der Fonds trotz seines ausgewogenen Charakters ein merkliches Aktien-, Fremdwährungs- und Zielfondsrisiko trägt und die Mittelabflüsse zeigen, dass die Nachfrage zuletzt nicht uneingeschränkt stark war. Wer den Fonds hält, sollte ihn daher als aktiv gemischtes Multi-Asset-Produkt mit Chancen und klaren Marktrisiken verstehen.