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ENOVA Windpark Breddenberg Ohe steigert Gewinn deutlich – doch sinkende Liquidität und hohe Bankschulden verdienen Aufmerksamkeit
IFM GROUP GMBH aus Innsbruck: Konkurs eröffnet

ENOVA Windpark Breddenberg Ohe steigert Gewinn deutlich – doch sinkende Liquidität und hohe Bankschulden verdienen Aufmerksamkeit

Shutterbug75 (CC0), Pixabay

Die ENOVA Windpark Breddenberg Ohe GmbH & Co. KG mit Sitz im niedersächsischen Breddenberg betreibt zwei Windenergieanlagen des Typs ENERCON E-115.

Der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2025 zeigt eine Gesellschaft, die ihre Ertragslage gegenüber dem Vorjahr verbessern konnte.

Besonders auffällig ist der Anstieg des Jahresüberschusses um fast 39 Prozent.

Zugleich verringerte sich die Bilanzsumme von rund 9,32 Millionen Euro auf 8,87 Millionen Euro.

Die wirtschaftliche Entwicklung fällt damit insgesamt positiv aus. Allerdings zeigen die Zahlen auch, dass ein höherer Gewinn nicht zwangsläufig mit einem steigenden Zahlungsmittelbestand einhergeht.

Jahresüberschuss steigt um fast 39 Prozent

Nach der veröffentlichten Gewinn- und Verlustrechnung erzielte die Windparkgesellschaft 2025 einen Jahresüberschuss von 471.176,80 Euro.

Im Vorjahr waren es 340.213,19 Euro gewesen.

Der Gewinn erhöhte sich damit um 130.963,61 Euro beziehungsweise rund 38,5 Prozent.

Die Verbesserung ist bemerkenswert, weil die Gesellschaft zugleich höhere sonstige betriebliche Aufwendungen zu tragen hatte.

Das Rohergebnis stieg von 1.222.043,71 Euro auf 1.388.482,54 Euro.

Dies entspricht einem Zuwachs um rund 166.439 Euro oder 13,6 Prozent.

Das Rohergebnis ist allerdings nicht mit dem Umsatz gleichzusetzen. Die veröffentlichten Angaben enthalten keine gesonderte Aufschlüsselung der Stromerlöse.

Deshalb lässt sich aus der Gewinn- und Verlustrechnung nicht unmittelbar erkennen, ob die Ergebnisverbesserung vor allem auf eine höhere Stromproduktion, günstigere Vermarktungsbedingungen oder andere Ertragsfaktoren zurückzuführen ist.

Höhere Betriebskosten trotz besserem Ergebnis

Während das Rohergebnis stieg, erhöhten sich auch die sonstigen betrieblichen Aufwendungen.

Diese beliefen sich 2025 auf 379.278,78 Euro.

Im Jahr zuvor waren es 338.048,78 Euro.

Damit stiegen die Aufwendungen um 41.230 Euro beziehungsweise rund 12,2 Prozent.

Welche konkreten Kostenarten für den Anstieg verantwortlich waren, wird im veröffentlichten Abschluss nicht näher erläutert.

Für einen Windpark können unter anderem Wartung, technische Betriebsführung, Versicherungen, Pacht und Verwaltung eine Rolle spielen.

Ob diese Kostenpositionen im konkreten Fall gestiegen sind, lässt sich aus den vorliegenden Zahlen jedoch nicht feststellen.

Die Abschreibungen blieben mit 474.449 Euro nahezu unverändert.

Damit gelang es der Gesellschaft, trotz höherer betrieblicher Aufwendungen einen deutlich größeren Jahresüberschuss zu erzielen.

Zinsbelastung geht zurück

Eine weitere positive Entwicklung zeigt sich beim Finanzergebnis.

Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen sanken von 73.612,79 Euro auf 67.413,25 Euro.

Das entspricht einem Rückgang um rund 8,4 Prozent.

Gleichzeitig verringerten sich allerdings auch die Zinserträge von 4.280,83 Euro auf lediglich 834,29 Euro.

Insgesamt verbesserte sich der Saldo aus den ausgewiesenen Zinserträgen und Zinsaufwendungen dennoch leicht.

Die rückläufigen Zinsaufwendungen passen zur Entwicklung der Bankverbindlichkeiten, die im Geschäftsjahr ebenfalls reduziert wurden.

Ob die niedrigeren Finanzierungskosten ausschließlich auf Tilgungen oder zusätzlich auf andere Vertragsbedingungen zurückzuführen sind, lässt sich dem Abschluss nicht entnehmen.

Verbindlichkeiten sinken um mehr als 720.000 Euro

Die gesamten bilanzierten Verbindlichkeiten der Gesellschaft beliefen sich zum 31. Dezember 2025 auf 4.461.756,01 Euro.

Ein Jahr zuvor waren es noch 5.182.677,74 Euro.

Damit gingen die Verbindlichkeiten um 720.921,73 Euro zurück.

Das entspricht einer Verringerung um rund 13,9 Prozent.

Den größten Anteil bilden weiterhin die Bankkredite.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betrugen zum Jahresende 4.086.562 Euro.

Die Gesellschaft bleibt damit in erheblichem Umfang fremdfinanziert.

Gleichzeitig zeigt der Schuldenabbau, dass sich die bilanzielle Belastung durch Verbindlichkeiten gegenüber dem Vorjahr verringert hat.

Ob die Rückführung der Schulden vollständig aus dem laufenden Geschäft finanziert wurde, ist ohne Kapitalflussrechnung nicht abschließend feststellbar.

Mehr als 700.000 Euro innerhalb eines Jahres fällig

Ein genauerer Blick auf die Restlaufzeiten zeigt, welche Verpflichtungen in den kommenden Jahren anstehen.

Von den gesamten Verbindlichkeiten in Höhe von rund 4,46 Millionen Euro sind 709.186,01 Euro innerhalb eines Jahres fällig.

Davon entfallen 633.992 Euro auf Bankkredite.

Weitere Verbindlichkeiten in Höhe von rund 1,70 Millionen Euro haben eine Restlaufzeit zwischen einem und fünf Jahren.

Auf Verpflichtungen mit einer Laufzeit von mehr als fünf Jahren entfallen rund 2,05 Millionen Euro.

Die Gesellschaft muss somit auch in den kommenden Jahren ausreichende Einnahmen erzielen, um ihre Finanzierung und die sonstigen Verpflichtungen zu bedienen.

Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Fälligkeiten allein noch keine Aussage darüber ermöglichen, wie hoch die künftig verfügbaren Zahlungsmittel sein werden.

Bankguthaben sinken um fast 112.000 Euro

Trotz des gestiegenen Gewinns gingen die liquiden Mittel zurück.

Zum Jahresende 2025 verfügte die Gesellschaft über Bankguthaben und sonstige Zahlungsmittel von 262.824,96 Euro.

Ende 2024 waren es noch 374.809,35 Euro.

Der Rückgang beträgt 111.984,39 Euro beziehungsweise rund 29,9 Prozent.

Diese Entwicklung verdient Aufmerksamkeit, weil gleichzeitig kurzfristige Verbindlichkeiten von mehr als 709.000 Euro ausgewiesen werden.

Allerdings wäre es falsch, daraus unmittelbar auf einen Liquiditätsengpass zu schließen.

Zum einen können laufende Einnahmen während des Geschäftsjahres zur Erfüllung fälliger Verpflichtungen eingesetzt werden.

Zum anderen verfügt die Gesellschaft über weitere kurzfristige Vermögenswerte, insbesondere Forderungen.

Entscheidend ist daher nicht allein der Zahlungsmittelbestand am Bilanzstichtag, sondern die tatsächliche Entwicklung der Ein- und Auszahlungen.

Eine entsprechende Kapitalflussrechnung liegt in den bereitgestellten Unterlagen nicht vor.

Forderungen steigen deutlich

Während die Bankguthaben zurückgingen, erhöhten sich die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände.

Diese stiegen von 357.466,07 Euro auf 495.990,52 Euro.

Das entspricht einem Zuwachs um rund 138.524 Euro oder 38,8 Prozent.

Die Gesellschaft weist damit zum Jahresende mehr offene Forderungen aus als im Vorjahr.

Aus welchen Geschäftsvorfällen diese stammen und wann die entsprechenden Zahlungen erwartet werden, geht aus dem veröffentlichten Abschluss nicht hervor.

Ein Anstieg der Forderungen muss nicht problematisch sein.

Er kann beispielsweise mit dem zeitlichen Abstand zwischen der Entstehung eines Zahlungsanspruchs und dessen Begleichung zusammenhängen.

Für die Beurteilung der Liquidität ist jedoch entscheidend, ob die Forderungen vollständig und fristgerecht eingehen.

Eigenkapitalquote steigt auf fast 48 Prozent

Die Eigenkapitalentwicklung fällt positiv aus.

Zum 31. Dezember 2025 weist die Gesellschaft ein Eigenkapital von 4.257.454,58 Euro aus.

Im Vorjahr waren es 4.086.470,37 Euro.

Damit erhöhte sich das Eigenkapital um rund 171.000 Euro.

Da gleichzeitig die Bilanzsumme zurückging, stieg die Eigenkapitalquote deutlich.

Sie erhöhte sich rechnerisch von rund 43,8 Prozent auf etwa 48,0 Prozent.

Damit wird nahezu die Hälfte der bilanzierten Vermögenswerte durch Eigenkapital gedeckt.

Die Entwicklung spricht für eine gegenüber dem Vorjahr verbesserte bilanzielle Kapitalstruktur.

Auffällig ist allerdings, dass das Eigenkapital nur um rund 171.000 Euro stieg, obwohl ein Jahresüberschuss von mehr als 471.000 Euro erzielt wurde.

Die Differenz zeigt, dass neben dem Jahresergebnis weitere Veränderungen innerhalb des Eigenkapitals zu berücksichtigen sind.

Welche konkreten Kapitalbewegungen dahinterstehen, lässt sich aus der vorliegenden Bilanz nicht vollständig nachvollziehen.

Zwei Windenergieanlagen als Sicherheit für die Bank

Die Gesellschaft betreibt nach den Angaben im Anhang zwei Windenergieanlagen des Typs ENERCON E-115.

Diese Anlagen sind Teil eines umfangreichen Sicherheitenpakets zugunsten der Norddeutschen Landesbank.

Dazu gehört insbesondere die Sicherungsübereignung beider Windenergieanlagen.

Außerdem wurden nach den veröffentlichten Angaben verschiedene Ansprüche und Rechte zur Absicherung der Finanzierung vorgesehen.

Dazu zählen unter anderem Ansprüche aus der Stromvermarktung, Versicherungen, Wartungsverträgen sowie Nutzungs- und Pachtverhältnissen.

Auch Rechte an der für den Betrieb notwendigen Infrastruktur sind Bestandteil der Sicherheitenstruktur.

Diese umfangreiche Absicherung verdeutlicht die Bedeutung der Anlagen und ihrer zukünftigen Stromerlöse für die finanzierende Bank.

Sie ist zugleich ein Hinweis darauf, dass die Kreditfinanzierung eng mit dem Betrieb des Windparks verknüpft ist.

Zusätzliche Kreditlinie für windschwache Monate

Ein besonders interessanter Punkt findet sich im Anhang unter den sonstigen Pflichtangaben.

Die Norddeutsche Landesbank hat der Gesellschaft eine Betriebsmittel- beziehungsweise Kapitaldienstreservelinie in Höhe von 220.000 Euro eingeräumt.

Diese kann zur Überbrückung windschwacher Monate genutzt werden.

Der Verwendungszweck umfasst insbesondere die Zahlung von Betriebskosten und die Bedienung von Kapitaldienstleistungen.

Zum Zeitpunkt der Erstellung des Jahresabschlusses war die Kreditlinie nach Angaben des Unternehmens nicht in Anspruch genommen worden.

Dies ist für die finanzielle Einordnung relevant.

Denn die Kreditlinie stellt einen zusätzlichen, vertraglich eingeräumten Finanzierungsspielraum dar.

Allerdings handelt es sich dabei nicht um frei verfügbares Eigenkapital, sondern um eine Kreditmöglichkeit, deren Nutzung zusätzliche Verbindlichkeiten begründen kann.

Rückbau der Windenergieanlagen finanziell abgesichert

Der Jahresabschluss enthält außerdem Angaben zur Absicherung künftiger Rückbauverpflichtungen.

Dem Landkreis Emsland liegt nach Angaben der Gesellschaft eine selbstschuldnerische und unbefristete Bürgschaft in Höhe von 298.000 Euro vor.

Sie dient als Sicherheitsleistung für den späteren Rückbau der Windenergieanlagen.

Die Bürgschaft ist nicht mit einer bereits fälligen Zahlung in dieser Höhe gleichzusetzen.

Sie soll vielmehr sicherstellen, dass für entsprechende Verpflichtungen eine finanzielle Absicherung besteht.

Ob die Bürgschaftssumme sämtliche später tatsächlich entstehenden Rückbaukosten abdecken wird, lässt sich aus dem Abschluss nicht beurteilen.

Anlagevermögen sinkt planmäßig

Das Anlagevermögen verringerte sich von 8.542.227 Euro auf 8.067.778 Euro.

Der Rückgang beträgt 474.449 Euro.

Er entspricht exakt der Höhe der in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen Abschreibungen für 2025.

Damit lässt sich der Rückgang des Anlagevermögens anhand der veröffentlichten Zahlen vollständig durch die bilanziellen Abschreibungen erklären.

Die Gesellschaft bewertet ihre Sachanlagen nach den Angaben im Anhang zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen.

Die Buchwertentwicklung bedeutet daher nicht, dass der Marktwert der beiden Windenergieanlagen im gleichen Umfang gesunken sein muss.

Keine eigenen Arbeitnehmer

Die ENOVA Windpark Breddenberg Ohe GmbH & Co. KG beschäftigte im Geschäftsjahr 2025 keine eigenen Arbeitnehmer.

Persönlich haftende Gesellschafterin ist die ENOVA Windpark Verwaltungs GmbH mit Sitz in Bunderhee.

Die Geschäftsführung liegt bei Hauke Brümmer und Björn Burau.

Die Windparkgesellschaft hat ihren Sitz in Breddenberg und ist beim Amtsgericht Osnabrück unter der Handelsregisternummer HRA 205474 eingetragen.

Der Jahresabschluss wurde am 30. September 2026 durch die Gesellschafterversammlung festgestellt.

Der Geschäftsführung wurde Entlastung erteilt.

Was trotz der guten Gewinnentwicklung offenbleibt

Der veröffentlichte Jahresabschluss bietet einen vergleichsweise detaillierten Einblick in die wirtschaftliche Entwicklung der Gesellschaft.

Dennoch bleiben einige wichtige Fragen unbeantwortet.

Insbesondere lässt sich nicht erkennen, wie viel Strom die beiden Windenergieanlagen im Jahr 2025 tatsächlich erzeugten.

Auch die konkrete Höhe der Umsatzerlöse wird nicht gesondert ausgewiesen.

Damit bleibt offen, welche Faktoren für die deutliche Ergebnisverbesserung ausschlaggebend waren.

Darüber hinaus enthält der Abschluss keine Kapitalflussrechnung, aus der sich die Ursachen des Rückgangs der Bankguthaben vollständig nachvollziehen ließen.

Für eine umfassende wirtschaftliche Bewertung wären außerdem Angaben zur künftigen Stromvermarktung und zur Entwicklung der laufenden Betriebskosten hilfreich.

 

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