{„title“:“MPF Aktien Strategie Diskont: Vermögen wächst deutlich, doch die Erträge reichen nicht für die laufenden Kosten“,“content“:“
Die Bantleon Invest Kapitalverwaltungsgesellschaft mbH mit Sitz in Hannover legt als Herausgeberin und verwaltende Gesellschaft den Jahresbericht für den MPF Aktien Strategie Diskont vor. Für die Portfolioverwaltung war laut Bericht die Michael Pintarelli Finanzdienstleistungen AG mit Sitz in Düsseldorf beauftragt. Aus Anlegersicht zeigt der Bericht vor allem eines: Der Fonds hat sein Vermögen und seinen Anteilwert im Geschäftsjahr gesteigert, die Wertentwicklung wurde aber nicht aus laufenden Erträgen getragen, sondern vor allem durch Kursgewinne bei den gehaltenen Positionen.
Zum 30.06.2026 belief sich das Fondsvermögen auf 46,53 Mio. Euro nach 38,78 Mio. Euro im Vorjahr. Der Anteilwert stieg auf 134,21 Euro nach 124,99 Euro zum 30.06.2025. Gleichzeitig flossen dem Fonds netto 4,52 Mio. Euro zu; die Mittelzuflüsse aus Anteilschein-Verkäufen lagen bei 7,69 Mio. Euro, die Rücknahmen bei 3,17 Mio. Euro. Hinzu kam eine Zwischenausschüttung von 641.767,94 Euro. Für Anleger ist das ein Hinweis darauf, dass der Fonds im Jahresverlauf trotz Ausschüttung und Abflüssen gewachsen ist.
Vermögen und Wertentwicklung
Die Wertentwicklung des Geschäftsjahres lag bei 9,15%. Im Bericht wird keine Benchmark für den Fonds festgelegt; ein direkter Vergleichsmaßstab fehlt also. Positiv ist, dass der Jahreserfolg klar auf die Marktentwicklung zurückzuführen ist: Das realisierte Ergebnis war mit minus 960.789,10 Euro negativ, während das nicht realisierte Ergebnis mit plus 4,77 Mio. Euro den Gesamterfolg getragen hat. Das Ergebnis des Geschäftsjahres betrug 3,81 Mio. Euro. Aus Anlegersicht bedeutet das: Der Wertzuwachs kam vor allem aus Kurssteigerungen der gehaltenen Wertpapiere, nicht aus einem robusten laufenden Ertragsstrom.
Die Ertragsseite bleibt vergleichsweise schwach. Der Fonds vereinnahmte insgesamt 199.232,85 Euro, darunter Zinsen aus inländischen und ausländischen Wertpapieren, Zinsen aus Liquiditätsanlagen und Erträge aus Investmentanteilen. Dem standen Aufwendungen von 662.598,01 Euro gegenüber. Das ordentliche Nettoergebnis war mit minus 463.365,16 Euro negativ. Aus Anlegersicht ist auffällig, dass die laufenden Erträge die Kosten nicht decken; der Fonds ist damit klar auf Wertpapier- und Derivateerfolge angewiesen.
Kosten
Die Gesamtkostenquote (TER) beträgt 1,49%; eine erfolgsabhängige Vergütung fiel nicht an. Die laufenden Kosten verteilen sich vor allem auf die Verwaltungsvergütung von 75.787,37 Euro, die Verwahrstellenvergütung von 10.551,62 Euro sowie Prüfungs- und Veröffentlichungskosten von 10.414,32 Euro. Besonders ins Gewicht fällt der Posten sonstige Aufwendungen mit 565.833,41 Euro, in dem laut Bericht vor allem die externe Managementvergütung von 554.182,05 Euro enthalten ist. Die im Abschluss ausgewiesene externe Management-/Beratungsvergütung als Verbindlichkeit beträgt 47.344,94 Euro.
Für Anleger ist das Verhältnis der Kosten zu den Erträgen wichtig: Die gesamten Aufwendungen von 662.598,01 Euro übersteigen die laufenden Erträge von 199.232,85 Euro deutlich. Das zeigt, dass der Fonds seine Kosten nicht aus dem laufenden Geschäft deckt, sondern auf Veräußerungs- und Bewertungserfolge angewiesen ist. Zusätzlich fielen Transaktionskosten von 25.532,58 Euro an; die im Sinne des KAGB enthaltenen Gebühren, Entgelte und sonstigen Kosten summieren sich auf 688.130,59 Euro.
Portfolio und größte Positionen
Das Portfolio war zum Stichtag klar auf Aktienmarkt-Exposure über Zertifikate und Fonds ausgerichtet. Investmentanteile machen 72,91% des Fondsvermögens aus, Zertifikate 24,40%, verzinsliche Wertpapiere nur noch 2,15%. Die Liquidität in Form von Bankguthaben liegt bei 1,17%. Die Derivateposition ist mit minus 0,51% ausgewiesen. Insgesamt lag das Wertpapiervermögen bei 99,46% des Fondsvermögens.
Die größten Einzelpositionen sind mehrere auf den Euro Stoxx 50 und den DAX bezogene Indexfonds und Discount-Zertifikate. Zu den größten Positionen zählen der Xtrackers Euro Stoxx 50 Inhaber-Anteile 1C mit 17,41%, der iShs VII-Co.EO STOXX 50 U.ETF mit 16,98%, der HSBC EURO STOXX 50 UCITS ETF mit 16,18% und der MUF-Amundi EuroStoxx 50 II mit 15,82%. Hinzu kommen mehrere Discount-Zertifikate auf den Euro Stoxx 50 und den DAX, jeweils zwischen rund 3,80% und 4,37% des Fondsvermögens. Die einzige klassische Rentenposition im Bestand war ein Bundesschatzanweisungs-Papier des Bundes mit 2,15%.
Die Rentenquote sank im Jahresvergleich von 31,27% auf 26,55%. Gleichzeitig verschob sich die Struktur deutlich: Zu Beginn des Geschäftsjahres war der Rentenblock noch zu 16,32% in Corporates investiert; zum Stichtag entfiel der Rentenbestand fast vollständig auf Zertifikate und Staatsanleihen. Die durchschnittliche Restlaufzeit des Rentenvermögens fiel auf 0,45 Jahre nach zuvor 24,74 Jahren. Aus Anlegersicht deutet das auf eine sehr kurzfristig ausgerichtete Rentenkomponente hin.
Risiken und Auffälligkeiten
Der Bericht nennt als wesentliche Risiken Marktpreisrisiko, Adressenausfallrisiko, Liquiditätsrisiko, Zinsänderungsrisiko, Währungsrisiken und operationelle Risiken. Für Anleger wichtig: Der Fonds ist zwar breit über mehrere Zielfonds und Emittenten gestreut, bleibt aber in der Praxis stark von der Entwicklung weniger europäischer Leitindizes abhängig. Die Vergleichsvermögensstruktur zeigt zudem eine hohe Aktienmarktnähe: Euro Stoxx 50 Net Return Index 80%, iBoxx Euro Overall TR Index 10% und MSCI World Index 10%.
Auffällig ist außerdem, dass das Sondervermögen auf eine Globalverpfändung hinweist; der Wertpapierbestand dient ganz oder teilweise zur Sicherung von Marginverpflichtungen aus Finanzterminkontrakten. Das passt zum Einsatz von Derivaten: Das zugrunde liegende Exposure aus Derivaten beträgt 16,50 Mio. Euro, der durchschnittliche Leverage lag bei 1,23%. Der potenzielle Marktrisikobetrag nach VaR bewegte sich zwischen 4,35% und 10,10%, im Durchschnitt bei 6,97%.
Positiv zu vermerken ist, dass im Berichtsjahr keine erfolgsabhängige Vergütung anfiel, keine Wertpapierleihgeschäfte getätigt wurden und keine wesentlichen Änderungen der Vergütungspolitik berichtet werden. Außerdem wurde der Fonds ausdrücklich nicht als nachhaltiges Produkt nach Artikel 8 oder 9 der EU-Offenlegungsverordnung eingeordnet.
Fazit für Anleger
Unterm Strich hat der MPF Aktien Strategie Diskont im Geschäftsjahr 2025/2026 sein Volumen spürbar ausgebaut und mit 9,15% eine ordentliche Wertentwicklung erzielt. Gleichzeitig bleibt der Fonds teuer genug, dass die laufenden Erträge die Kosten nicht decken; der Anlageerfolg hängt daher wesentlich von Kursbewegungen bei Aktienindizes und strukturierten Produkten ab. Der Abschlussprüfer bestätigt, dass der Jahresbericht in allen wesentlichen Belangen den gesetzlichen Vorgaben entspricht.
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