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Schön & Co Invest: Hohe Abflüsse drücken das Fondsvermögen trotz leicht positivem Jahresergebnis
Deka-FlexFonds 100 legt stark zu – aber fast das gesamte Plus stammt aus Kursgewinnen, während die laufenden Erträge die Kosten nicht decken
Jahresbericht zum 30. Juni 2026. – Deka Bund + S Finanz: 7-15 - I

Deka-FlexFonds 100 legt stark zu – aber fast das gesamte Plus stammt aus Kursgewinnen, während die laufenden Erträge die Kosten nicht decken

Die Deka Investment GmbH mit Sitz in Frankfurt am Main legt mit diesem Bericht den Jahresbericht des Fonds Deka-FlexFonds 100 vor. Der Fonds hat im Geschäftsjahr bis zum 30. Juni 2026 deutlich an Wert gewonnen und das Fondsvermögen auf 5,86 Mio. Euro gesteigert. Aus Anlegersicht ist aber auffällig: Das Plus kam fast vollständig aus der guten Aktienmarktentwicklung, während das operative Ergebnis vor Kosten weiterhin negativ blieb.

Der Fonds verfolgt laut Bericht einen aktiven, weltweit ausgerichteten Ansatz mit Schwerpunkt auf Aktien; die Aktienquote wurde über mehrere global anlegende ETFs umgesetzt. Ein externer Fondsmanager oder Anlageberater wird im Bericht nicht genannt. Die ESG-Strategie bleibt ein fester Bestandteil des Konzepts, mindestens 80 Prozent des Fonds sollen entsprechend verwaltet werden.

Vermögen und Wertentwicklung

Das Fondsvermögen stieg von 4.635.765,56 Euro zu Beginn des Geschäftsjahres auf 5.863.741,82 Euro zum 30. Juni 2026. Das entspricht einem Zuwachs von gut 26 Prozent beim Vermögen. Der Anteilwert erhöhte sich von 9,26 Euro auf 11,32 Euro je Anteil. Die Wertentwicklung für ein Jahr wird mit plus 22,3 Prozent angegeben; im Bericht wird außerdem eine Wertentwicklung seit Auflegung von 9,4 Prozent ausgewiesen. Der Fonds profitierte damit klar von der Aufwärtsbewegung an den internationalen Aktienmärkten.

Die Mittelzuflüsse blieben dagegen eher überschaubar: Netto flossen 176.970,08 Euro zu, davon 179.953,36 Euro aus Verkäufen und 2.983,28 Euro aus Rücknahmen. Das zeigt: Der Vermögensanstieg beruhte nicht auf starkem Neugeld, sondern vor allem auf der Marktentwicklung. Ein Ertragsausgleich von 1.322,03 Euro wirkte nur in kleinerem Umfang auf das Ergebnis.

Ergebnis: Kursgewinne treiben das Plus

Im laufenden Geschäftsjahr erzielte der Fonds 9.472,40 Euro Erträge, darunter 6.985,55 Euro aus Investmentanteilen und 2.486,85 Euro Zinsen aus Liquiditätsanlagen. Dem standen 83.752,31 Euro Aufwendungen gegenüber. Daraus ergibt sich ein ordentlicher Nettoertrag von minus 74.279,91 Euro. Das ist aus Anlegersicht wichtig: Der Fonds verdient mit seinem Bestandsgeschäft vor Kosten nicht genug, um die laufenden Aufwendungen zu tragen.

Veräußerungsgewinne oder -verluste fielen im Berichtszeitraum nicht an; sie lagen jeweils bei 0,00 Euro. Das Gesamtergebnis wurde deshalb fast vollständig von der Nettoveränderung der nicht realisierten Gewinne und Verluste getragen. Unrealisierte Gewinne von 774.319,39 Euro und unrealisierte Verluste von 349.644,67 Euro ergaben zusammen ein nicht realisiertes Ergebnis von 1.123.964,06 Euro. Nach Abzug des negativen ordentlichen Ergebnisses blieb ein Ergebnis des Geschäftsjahres von 1.049.684,15 Euro.

Kosten: Für einen ETF-Dachfonds nicht niedrig

Die Verwaltungsvergütung belief sich auf 71.023,00 Euro, hinzu kamen 4.734,92 Euro Verwahrstellenvergütung, 7.100,23 Euro Prüfungs- und Veröffentlichungskosten sowie 894,16 Euro sonstige Aufwendungen. Die Gesamtkostenquote lag bei 1,82 Prozent. Für Anleger bedeutet das: Ein spürbarer Teil der jährlichen Wertentwicklung wird durch die Kosten aufgezehrt. Weil die laufenden Erträge mit 9.472,40 Euro weit unter den Aufwendungen von 83.752,31 Euro lagen, hängt die Rendite des Fonds stark von Kurssteigerungen ab.

Weder für den Kauf noch für die Rückgabe der Investmentanteile wurden Ausgabeaufschläge oder Rücknahmeabschläge berechnet. Für die gehaltenen Zielfonds werden unterschiedliche Verwaltungsvergütungen ausgewiesen, etwa 0,10 Prozent bis 0,25 Prozent pro Jahr. Der Fonds selbst vereinnahmte keine Rückvergütungen aus den an Verwahrstelle und Dritte gezahlten Vergütungen.

Portfolio und größte Positionen

Das Portfolio ist sehr konzentriert auf Aktien-ETFs. Aktienfonds machten 96,7 Prozent des Vermögens aus, die Barreserve und Sonstiges 3,3 Prozent. Die fünf größten Positionen waren allesamt globale ESG- bzw. nachhaltig gefilterte Aktien-ETFs: der Deka MSCI World Climate Change ESG UCITS ETF mit 16,01 Prozent, der HSBC ETFS-HSBC D.W.Scr.Eq.ETF mit 16,79 Prozent, der InvMI2-MSCI Wld Univ.Sreen.ETF mit 16,19 Prozent, der iShsIV-iShs MSCI Wld Scr.ETF mit 16,05 Prozent, der iShsIV-MSCI Wld CTB Enh.ESG UE mit 15,95 Prozent sowie der Xtr.(IE)-MSCI World ESG mit 15,70 Prozent. Zusammen bestimmen diese Positionen praktisch das gesamte Fondsvermögen.

Regional lag der Schwerpunkt klar auf Irland mit 80,68 Prozent des Vermögens; Deutschland stellte 16,01 Prozent. Die Liquiditätsreserve in Form von Bankguthaben, Geldmarktpapieren und Geldmarktfonds betrug 201.091,96 Euro beziehungsweise 3,43 Prozent. Fremdwährungsrisiken spielten hier praktisch keine Rolle, da das Fondsvermögen vollständig in Euro bewertet wurde.

Risiken und Auffälligkeiten

Der Bericht nennt als wesentliche Risiken Marktpreisrisiken, insbesondere das Kursrisiko von Aktien. Liquiditätsrisiken seien im Berichtszeitraum nicht wesentlich aufgetreten, ebenso wenig besondere operationelle Risiken. Derivate wurden nicht eingesetzt. Das relativiert zwar das Komplexitätsrisiko, bedeutet aber auch, dass die Entwicklung des Fonds noch stärker von der allgemeinen Aktienmarktbewegung abhängt.

Aus Anlegersicht auffällig ist die große Abhängigkeit von wenigen, sehr ähnlichen globalen Aktien-ETFs. Das reduziert zwar Einzeltitelrisiken, ersetzt sie aber durch ein Klumpenrisiko auf Ebene der Strategie: Ein einziger Markttrend, hier vor allem globale Aktien mit ESG-Filter, prägt fast das gesamte Ergebnis. Positiv ist, dass keine nennenswerten Abflüsse erkennbar sind und die Mittelzuflüsse netto leicht positiv blieben. Negativ bleibt der ordentliche Nettoertrag, der trotz des Fondsvolumens klar im Minus liegt.

Fazit für Anleger

Unterm Strich war 2025/26 ein gutes Börsenjahr für den Deka-FlexFonds 100: Der Anteilwert stieg von 9,26 auf 11,32 Euro, und das Fondsvermögen legte deutlich zu. Für Anleger ist aber ebenso wichtig, dass diese Entwicklung nicht aus laufenden Erträgen kam, sondern fast vollständig aus nicht realisierten Kursgewinnen. Die laufenden Kosten sind mit einer Gesamtkostenquote von 1,82 Prozent spürbar, und ausgeschüttet wurde im Berichtsjahr nichts; der Gesamtbetrag der Ausschüttung beträgt 0,00 Euro. Der Abschlussprüfer bestätigt schließlich, dass der Jahresbericht in allen wesentlichen Belangen den gesetzlichen Vorgaben entspricht und ein umfassendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage vermittelt.

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