Die Deka Vermögensmanagement GmbH mit Sitz in Frankfurt am Main legt als verwaltende Gesellschaft des Fonds Deka-PortfolioSelect ausgewogen den Jahresbericht zum 30. Juni 2026 vor. Für Anleger ist die wichtigste Botschaft: Der Mischfonds erzielte ein zweistelliges Plus von 13,9 Prozent und erhöhte sein Fondsvermögen auf 110,0 Millionen Euro. Gleichzeitig zeigt der Bericht einen Fonds mit komplexer Dachfondsstruktur, spürbarem Einsatz von Derivaten und einer für Privatanleger nicht ganz niedrigen laufenden Kostenbelastung.
Vermögen und Wertentwicklung
Das Fondsvermögen lag zum Stichtag bei 110.016.143,88 Euro; der Anteilwert betrug 130,54 Euro bei 842.776 umlaufenden Anteilen. Gegenüber dem Vorjahr entwickelte sich der Fonds damit klar positiv. Auf Sicht von einem Jahr weist der Bericht eine Performance von 13,9 Prozent aus, auf drei Jahre jährlich 10,1 Prozent und auf fünf Jahre jährlich 4,4 Prozent. Aus Anlegersicht spricht das für eine ordentliche Entwicklung in einem volatilen Marktumfeld, allerdings ohne dass daraus eine verlässliche Aussage für die Zukunft abgeleitet werden dürfte.
Das Ergebnis wurde vor allem durch Kursgewinne und Veräußerungserfolge getragen. Realisierte Gewinne summierten sich auf 10,31 Millionen Euro, die realisierten Verluste auf 1,87 Millionen Euro. Besonders zur Wertentwicklung beigetragen haben laut Bericht Gold, zeitweise Silber, Schwellenländeranleihen und Technologieaktien. Belastend wirkten dagegen der zwischenzeitliche Renditeanstieg an den Rentenmärkten und damit verbundene Kursrückgänge bei festverzinslichen Anlagen.
Zu Mittelzuflüssen und -abflüssen enthält der vorliegende Auszug keine gesonderte Nettozahl. Auffällig ist aber, dass das Fondsvermögen neben Wertpapieren und Fondsanteilen zu 24,1 Prozent in Bankguthaben, Geldmarktpapiere und Geldmarktfonds sowie zu 15,2 Prozent in Barreserve und Sonstigem gehalten wurde. Das deutet auf eine bewusst flexible Steuerung und auf Liquiditätspuffer hin.
Portfolio und größte Positionen
Der Fonds ist als Dachfonds breit über Zielfonds und einzelne Zertifikate gestreut. Zum Berichtsstichtag entfielen 68,45 Prozent des Vermögens auf Investmentanteile, 6,40 Prozent auf Zertifikate, 0,09 Prozent auf Derivate und 24,14 Prozent auf Bankguthaben, Geldmarktpapiere und Geldmarktfonds. Damit war der Fonds zu 84,8 Prozent in Wertpapieren investiert, zugleich aber recht liquide positioniert.
Regional lag der Schwerpunkt auf den USA und Europa. Bei den Währungen dominierten Euro-Anlagen mit 58,04 Prozent des Fondsvermögens; auf US-Dollar entfielen 10,41 Prozent bei Investmentanteilen und weitere 1,40 Prozent bei Zertifikaten. Branchen- und Themenschwerpunkte lagen vor allem bei Technologie, Digitalisierung, Klimawandel sowie defensiven und ertragsorientierten Strategien.
Zu den größten Einzelpositionen gehörten unter anderem der Deka MSCI Europe UCITS ETF mit 9,16 Millionen Euro, der Vanguard EUR Corp.Bond UCITS ETF mit 8,19 Millionen Euro, der Deka iBoxx EUR Liquid Corporates Diversified UCITS ETF mit 7,18 Millionen Euro, der Xtrackers S&P 500 Swap mit 7,29 Millionen Euro und der Deka Deutsche Börse EUROGOV Germany Money Market UCITS ETF mit 10,88 Millionen Euro. Hinzu kamen Gold- und Industriemetall-Zertifikate im Wert von zusammen 7,04 Millionen Euro. Aus Anlegersicht ist die Mischung chancenorientiert, aber auch von mehreren Renditequellen abhängig: Aktien, Anleihen, Rohstoffe und Derivate tragen gemeinsam zum Ergebnis bei.
Im Jahresverlauf wurde die Aktienfondsquote von 49,1 auf 40,2 Prozent reduziert, Rentenfonds lagen bei 22,4 Prozent, Geldmarktfonds bei 9,9 Prozent und Rohstoffzertifikate bei 6,4 Prozent. Die Barreserve blieb mit 15,2 Prozent hoch. Das spricht für taktische Flexibilität, kann aber auch bedeuten, dass ein Teil des Kapitals zeitweise nicht am Markt renditestark investiert war.
Kosten
Die Gesamtkostenquote betrug 0,93 Prozent. Für einen Fonds mit Dachfondsstruktur und mehreren Zielfonds ist das aus Verbrauchersicht ein wichtiger Wert, weil die laufenden Kosten die Nettorendite direkt schmälern. Der Bericht nennt außerdem Verwaltungsvergütungen der Zielfonds zwischen 0,01 und 0,89 Prozent p. a.; besonders kostenintensiv waren unter anderem der PIMCO Emerging Markets Local Bond Fund mit 0,89 Prozent, mehrere thematische Aktienfonds mit 0,75 Prozent sowie der High-Yield-Fonds mit 0,65 Prozent.
Wesentliche sonstige Erträge von 6.392,78 Euro standen wesentlichen sonstigen Aufwendungen gegenüber, darunter 4.336,00 Euro fremde Depotgebühren, 1.086,43 Euro EMIR-Kosten und 527,15 Euro BaFin-Bescheinigungen. Hinzu kamen Transaktionskosten von 29.505,42 Euro. Für Anleger bedeutet das: Ein Teil des erzielten Bruttoerfolgs wird durch Gebühren, Handelskosten und den laufenden Zielfondsaufwand aufgezehrt. Positiv ist, dass der Bericht keine Ausgabeaufschläge und keine Rücknahmeabschläge ausweist.
Risiken und Auffälligkeiten
Der Bericht nennt als wesentliche Risiken mittelbar Zinsänderungs-, Adressenausfall-, Aktienkurs- und Fremdwährungsrisiken sowie Kontrahentenrisiken aus dem Derivateeinsatz. Aus Anlegersicht auffällig ist außerdem, dass der Fonds trotz seiner ausgewogenen Grundausrichtung zeitweise stark über Futures und Optionen gesteuert wurde. Das zugrunde liegende Derivate-Exposure lag bei 26,81 Millionen Euro, der Leverage nach Brutto-Methode bei 139,21 Prozent. Das ist kein Warnsignal per se, zeigt aber eine aktive und nicht rein passive Bewirtschaftung.
Liquiditätsrisiken wurden im Berichtszeitraum nicht als wesentlich eingestuft, operationelle Risiken ebenfalls nicht. Nachhaltig im engeren EU-Sinn ist der Fonds laut Bericht nicht ausgerichtet; zugleich werden PAI, also wesentliche nachteilige Nachhaltigkeitsauswirkungen, berücksichtigt. Das ist eine relevante Einordnung, weil Anleger damit keinen reinen ESG-Fonds, sondern einen breit gemanagten Misch- und Dachfonds vor sich haben.
Fazit für Anleger
Unterm Strich zeigt der Bericht einen Fonds mit guter Jahresperformance, breiter Streuung und aktiver Steuerung über Zielfonds, Rohstoffe und Derivate. Positiv ist der zweistellige Wertzuwachs; auffällig bleiben aber die komplexe Struktur, die nicht unerhebliche Kostenquote und die hohe Barreserve. Das Prüfungsurteil des unabhängigen Abschlussprüfers fiel uneingeschränkt aus: Der Jahresbericht entspricht in allen wesentlichen Belangen den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein zutreffendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Fonds.