Tabaksteuer soll ab 2027 deutlich steigen
Die Bundesregierung plant eine weitere Erhöhung der Tabaksteuer. Nach den vorliegenden Informationen sollen die Steuersätze nicht auf einmal, sondern über mehrere Jahre hinweg angehoben werden.
Die erste Erhöhung ist für 2027 vorgesehen. Weitere Schritte sollen in den darauffolgenden Jahren folgen.
Damit könnten sich Zigaretten innerhalb vergleichsweise kurzer Zeit erheblich verteuern.
Besonders betroffen wären Verbraucher, die regelmäßig rauchen und bereits heute einen beträchtlichen Teil ihres monatlichen Budgets für Tabakwaren ausgeben.
Allerdings bedeutet eine höhere Tabaksteuer nicht automatisch, dass sämtliche Zigarettenmarken im gleichen Umfang teurer werden. Die tatsächlichen Verkaufspreise hängen auch von den Preisentscheidungen der Hersteller und Händler ab.
Bis zu 14 Euro für eine Schachtel Zigaretten möglich
Im ursprünglichen Regierungsentwurf wurden für eine Packung mit 20 Zigaretten durchschnittliche Verkaufspreise von 8,77 Euro für 2027, 9,56 Euro für 2028, 10,42 Euro für 2029 und 11,36 Euro für 2030 kalkuliert.
Weitergehende Vorschläge zur Steuererhöhung könnten jedoch zu stärkeren Preissteigerungen führen.
Insbesondere bei höherpreisigen Markenzigaretten wird deshalb ein Schachtelpreis von bis zu 14 Euro bis zum Jahr 2030 diskutiert.
Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen einem möglichen Höchstpreis für bestimmte Marken und dem durchschnittlichen Preis aller Zigarettenpackungen.
Ein Preis von 14 Euro wäre demnach nicht zwangsläufig für jede Schachtel zu erwarten.
Für Verbraucher könnte die finanzielle Belastung dennoch erheblich steigen.
Bundestag und Bundesrat sollen kurzfristig entscheiden
Nach dem vorgesehenen parlamentarischen Zeitplan soll sich der Finanzausschuss des Bundestages am 14. Oktober 2026 mit dem Gesetzentwurf befassen.
Für den 15. Oktober ist eine Entscheidung im Bundestag vorgesehen.
Am 16. Oktober soll sich der Bundesrat mit dem Vorhaben beschäftigen.
Damit könnten bereits innerhalb weniger Tage wichtige Entscheidungen über die künftige Tabakbesteuerung fallen.
Noch ist die Steuererhöhung allerdings nicht endgültig beschlossen.
Erst nach Abschluss des Gesetzgebungsverfahrens steht fest, welche Steuersätze tatsächlich gelten und wann sie in Kraft treten.
Staat rechnet mit Milliarden an zusätzlichen Steuereinnahmen
Hinter der geplanten Erhöhung stehen sowohl finanzpolitische als auch gesundheitspolitische Überlegungen.
Einerseits sollen höhere Tabaksteuern zusätzliche Einnahmen für den Staat schaffen.
Andererseits sollen steigende Preise dazu beitragen, den Tabakkonsum zu verringern.
Nach den Kalkulationen des ursprünglichen Regierungsentwurfs könnten die zusätzlichen Steuereinnahmen im Jahr 2027 rund 756 Millionen Euro erreichen.
Bis 2030 könnten die jährlichen Mehreinnahmen auf etwa 3,59 Milliarden Euro steigen.
Sollten weitergehende Steuererhöhungen beschlossen werden, könnten auch die Einnahmen höher ausfallen.
Allerdings hängen die tatsächlichen Steuereinnahmen davon ab, wie sich der Tabakkonsum entwickelt.
Wenn Verbraucher weniger rauchen, auf andere Produkte ausweichen oder das Rauchen vollständig aufgeben, beeinflusst dies auch das Steueraufkommen.
Auch selbstgedrehte Zigaretten und andere Tabakprodukte betroffen
Die geplante Reform betrifft nicht ausschließlich klassische Zigaretten.
Auch andere Tabakprodukte könnten künftig stärker besteuert werden.
Dazu zählen insbesondere Feinschnitt zum Selbstdrehen, Zigarren, Zigarillos, Pfeifentabak, Wasserpfeifentabak und erhitzter Tabak.
Auch bestimmte Tabakersatzprodukte sollen von den Änderungen erfasst werden.
Damit könnte sich das Rauchen insgesamt verteuern.
Verbraucher, die bislang auf günstigeren Feinschnitt ausweichen, müssten ebenfalls mit höheren Kosten rechnen.
Wie stark die einzelnen Produktgruppen tatsächlich betroffen sein werden, hängt von der endgültigen gesetzlichen Ausgestaltung ab.
Was die höheren Preise für Raucher finanziell bedeuten
Die geplante Verteuerung könnte sich erheblich auf die monatlichen Ausgaben auswirken.
Wer derzeit täglich eine Schachtel Zigaretten für zehn Euro kauft, gibt bei einem Monat mit 30 Tagen rund 300 Euro aus.
Steigt der Preis auf 14 Euro, erhöhen sich die Ausgaben auf 420 Euro.
Das bedeutet eine zusätzliche Belastung von 120 Euro im Monat.
Auf ein gesamtes Jahr mit 365 Tagen gerechnet entstehen Mehrkosten von 1.460 Euro.
Die jährlichen Gesamtausgaben würden bei diesem Beispiel von 3.650 Euro auf 5.110 Euro steigen.
Gerade für Haushalte mit geringem Einkommen könnte eine solche Preisentwicklung spürbare Folgen haben.
Dabei handelt es sich um eine Beispielrechnung für den Fall, dass eine Schachtel tatsächlich vier Euro teurer wird.
Gesundheitsexperten befürworten höhere Tabaksteuern
Aus gesundheitspolitischer Sicht gelten höhere Tabakpreise als eine Maßnahme, um den Zigarettenkonsum zu reduzieren.
Besonders bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen können steigende Preise dazu beitragen, den Einstieg in das Rauchen weniger attraktiv zu machen.
Auch bereits rauchende Menschen könnten durch höhere Kosten motiviert werden, ihren Konsum zu verringern oder ganz auf Zigaretten zu verzichten.
Gesundheitsexperten verweisen darauf, dass Tabakkonsum mit erheblichen gesundheitlichen Risiken verbunden ist.
Dazu gehören unter anderem Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronische Atemwegserkrankungen und verschiedene Krebsarten.
Eine Verringerung des Tabakkonsums könnte langfristig auch die gesundheitlichen Folgekosten reduzieren.
Tabakwirtschaft warnt vor möglichen Nebenwirkungen
Vertreter der Tabakwirtschaft sehen höhere Tabaksteuern dagegen kritisch.
Sie warnen insbesondere vor einer zunehmenden finanziellen Belastung der Verbraucher und möglichen wirtschaftlichen Auswirkungen auf Hersteller und Händler.
Außerdem besteht die Sorge, dass stark steigende Preise den illegalen Handel mit Tabakwaren begünstigen könnten.
Wenn regulär versteuerte Zigaretten deutlich teurer werden, könnten manche Verbraucher versuchen, auf nicht ordnungsgemäß versteuerte Produkte auszuweichen.
In welchem Umfang sich solche Entwicklungen tatsächlich einstellen würden, lässt sich derzeit nicht zuverlässig vorhersagen.
Die Bundesregierung muss deshalb neben den erwarteten gesundheitspolitischen Vorteilen auch mögliche Auswirkungen auf den legalen Tabakmarkt berücksichtigen.