Die LBBW Asset Management Investmentgesellschaft mbH mit Sitz in Stuttgart legt als verwaltende Gesellschaft des Fonds LBBW Renten SGB (EUR) diesen Jahresbericht vor; als externer Fondsmanager oder Anlageberater wird im Bericht keiner genannt. Für Anleger zeigt der Bericht vor allem eines: Der Fonds ist im Geschäftsjahr 2025/2026 kräftig gewachsen, erzielte eine positive Wertentwicklung und blieb trotz des Wachstums im Kern ein konservativ ausgerichtetes Rentenportfolio mit hohem Investment-Grade-Anteil.
Gleichzeitig ist aus Anlegersicht wichtig, dass die Rendite zwar ordentliche laufende Zinserträge lieferte, das Ergebnis aber durch Kursverluste und hohe Mittelzuflüsse geprägt war. Wer den Fonds hält, sollte daher weniger auf spektakuläre Kursbewegungen als auf die Kombination aus laufenden Erträgen, Bonitätsqualität, Kostenquote und Zinsrisiko achten.
Vermögen und Wertentwicklung
Das Fondsvermögen stieg im Berichtsjahr von 10,49 Mio. Euro auf 20,98 Mio. Euro und damit nahezu auf das Doppelte. Treiber war vor allem ein Netto-Mittelzufluss von 10,20 Mio. Euro; zusätzlich kamen 436.730 Euro Ergebnis des Geschäftsjahres hinzu. Der Anteilwert legte von 101,45 Euro auf 103,22 Euro zu. Bezogen auf den Berichtszeitraum weist der Fonds eine Performance von 1,74 Prozent aus.
Für Anleger heißt das: Die Kapitalbasis ist deutlich größer geworden, der Fonds blieb aber mit 203.279 umlaufenden Anteilen und einem Anteilwert von 103,22 Euro weiterhin überschaubar. Die Wertentwicklung kam vor allem aus laufenden Zinserträgen, nicht aus kräftigen Kursgewinnen. Das Ergebnis des Geschäftsjahres betrug 436.730 Euro; davon entfielen 537.204 Euro auf den ordentlichen Nettoertrag, während das Veräußerungsergebnis mit minus 15.545 Euro leicht belastete und die nicht realisierten Ergebnisse mit minus 84.928 Euro ebenfalls drückten.
Im Vorjahr lag das Fondsvermögen zum Geschäftsjahresende bei 10,49 Mio. Euro und der Anteilwert bei 101,45 Euro. Wegen des erst zum 1. April 2025 erfolgten Auflagedatums gibt es nur einen kurzen Vergleichszeitraum; die diesjährige Entwicklung zeigt dennoch, dass der Fonds in einem volatilen Zinsumfeld Erträge erwirtschaften konnte, ohne starke Ausreißer nach oben oder unten.
Erträge, Kosten und Kosten-Nutzen-Verhältnis
Die Erträge summierten sich auf 635.028 Euro, davon 99.086 Euro aus inländischen Wertpapieren, 521.395 Euro aus ausländischen Wertpapieren und 14.547 Euro aus Liquiditätsanlagen. Dem standen Aufwendungen von 97.824 Euro gegenüber. Größter Kostenblock war die Verwaltungsvergütung mit 72.935 Euro, gefolgt von der Kostenpauschale mit 20.839 Euro und der Verwahrstellenvergütung mit 3.126 Euro. Sonstige Aufwendungen fielen mit 775 Euro moderat aus, Prüfungs- und Veröffentlichungskosten beliefen sich auf 148 Euro.
Aus Anlegersicht ist positiv, dass die Kosten die Erträge nicht aufgezehrt haben: Auf 635.028 Euro Erträge kamen rund 97.824 Euro Aufwendungen, also deutlich weniger als ein Sechstel der Erträge. Der ordentliche Nettoertrag von 537.204 Euro zeigt, dass der Fonds sein Rentenportfolio im Geschäftsjahr effizient in laufende Erträge umsetzen konnte. Die Gesamtkostenquote beträgt 0,47 Prozent; das ist für einen aktiv gemanagten Rentenfonds ein eher moderater Wert.
Wichtig ist jedoch die Einordnung: Die Gesamtkostenquote enthält nicht alle Nebenkosten wie Transaktionskosten. Diese beliefen sich laut Bericht auf 2.325 Euro. Eine separate Beratervergütung wird nicht ausgewiesen. Für Anleger spricht die Kostenstruktur damit eher für Zurückhaltung als für übermäßige Belastungen des Fondsvermögens.
Portfolio und größte Positionen
Der Fonds ist klar als Euro-Rentenfonds positioniert: 98,63 Prozent des Fondsvermögens steckten zum Stichtag in Anleihen, nur 0,17 Prozent lagen als Bankguthaben vor, 1,25 Prozent entfielen auf sonstige Vermögensgegenstände und die Verbindlichkeiten betrugen lediglich 0,04 Prozent. Die Liquiditätsquote ist mit 99,98 Prozent sehr hoch, was für Anleger eine gute kurzfristige Handelbarkeit und geringe Liquiditätsengpässe signalisiert.
Regional war das Portfolio breit gestreut, aber mit deutlichen Schwerpunkten in Frankreich (28,49 Prozent des Fondsvermögens), Deutschland (19,52 Prozent) und den Niederlanden (11,43 Prozent). Weitere größere Länderpositionen waren Spanien, Tschechien, Polen, Belgien, Italien und Österreich. Diese Streuung reduziert Einzelrisiken, zeigt aber auch eine klare Konzentration auf den europäischen Rentenraum.
Bei den Einzelpositionen fallen mehrere größere Engagements auf, darunter französische, deutsche und europäische Emittenten sowie Covered-Bond- und Agency-Emittenten. Zu den größeren Positionen zählen unter anderem Anleihen der französischen Republik, der Bundesrepublik Deutschland, der Europäischen Union, Aareal Bank, Deutsche Börse, SNCF Réseau, PKO Bank Hipoteczny und weitere Schuldner aus dem Investment-Grade-Segment. Auffällig ist, dass der Fonds bewusst auf High Yield verzichtet; BBB-/BBB-Papiere machten am Ende des Berichtszeitraums lediglich 12 Prozent des Fondsvermögens aus.
Die strategische Ausrichtung des Managements bleibt defensiv innerhalb des Rentensegments: Bevorzugt wurden Corporates, Sub-Sovereigns & Agencies sowie Covered Bonds gegenüber Staatsanleihen. Die Duration wurde mit 4,5 bis 5 Jahren eher offensiv gesteuert, wobei längere Laufzeiten zugunsten des mittleren Bereichs reduziert wurden. Das ist für Anleger relevant, weil der Fonds damit zwar Renditechancen im Zinsbereich sucht, zugleich aber auf begrenzte Laufzeiten und Investment-Grade-Qualität setzt.
Risiken und Auffälligkeiten
Die wichtigsten Risiken sind im Bericht sauber beschrieben: Adressenausfallrisiko, Liquiditätsrisiko, Zinsänderungsrisiko, Aktienkurs- und Währungsrisiko sowie operationelle Risiken. Besonders auffällig ist, dass das Adressenausfallrisiko mit 5,70 Prozent in der Einordnung knapp im Bereich des mittleren Risikos liegt, während das Zinsänderungsrisiko mit 1,36 Prozent als mittleres Zinsrisiko klassifiziert wird. Das Liquiditätsrisiko ist mit 99,98 Prozent sehr niedrig, Aktienkurs- und Währungsrisiko liegen bei 0,00 Prozent.
Aus Anlegersicht hervorzuheben ist außerdem die im Berichtsjahr eingeführte Rücknahmebeschränkung mit Partial Swing Pricing ab dem 16.04.2026. Das ist eine Reaktion auf Liquiditäts- und Verwässerungsrisiken und kann bei größeren Mittelbewegungen für bestehende Anleger Schutzwirkung entfalten. Zugleich zeigt es, dass der Fonds seine Rückgabemechanik aktiv anpasst.
Die Mittelzuflüsse waren mit 12,39 Mio. Euro brutto und 2,20 Mio. Euro Rücknahmen erheblich; netto blieben 10,20 Mio. Euro Zufluss. Das Wachstum ist positiv, kann aber bei Rentenfonds auch die Allokation und die Handelbarkeit einzelner Titel stärker beanspruchen. Hervorzuheben ist ferner, dass 4,12 Prozent der Transaktionen über eng verbundene Broker liefen; das ist kein Problem per se, gehört aus Transparenzsicht aber für Anleger in den Blick.
Ausschüttung, Thesaurierung und Prüfungsurteil
Die Erträge wurden vollständig wiederangelegt: Zur Wiederanlage standen 521.658 Euro oder 2,57 Euro je Anteil zur Verfügung, und genau dieser Betrag wurde wiederangelegt. Der unabhängige Abschlussprüfer erteilte ein uneingeschränktes Prüfungsurteil und bescheinigt, dass der Jahresbericht in allen wesentlichen Belangen den gesetzlichen Vorschriften entspricht.
Unterm Strich zeigt der Bericht einen stabilen, konservativ gemanagten Euro-Rentenfonds mit deutlich gewachsenem Volumen, solider laufender Ertragskraft und moderater Kostenbelastung. Für Anleger ist vor allem wichtig: Die Rendite kommt hier primär aus Zinsen und Bonitätsauswahl, nicht aus spekulativen Kursbewegungen.