Die LBBW Asset Management Investmentgesellschaft mbH mit Sitz in Stuttgart legt mit diesem Bericht den Jahresbericht zum 30.06.2026 für den Fonds LBBW Internet der Zukunft R (EUR) und LBBW Internet der Zukunft I (EUR) vor. Der Fonds blieb im Berichtsjahr nahezu voll investiert und profitierte von einer kräftigen Wertentwicklung, zugleich aber auch von einer sehr konzentrierten, wachstumsorientierten Aktienstrategie mit spürbaren Schwankungen in Einzelwerten und Derivateeinsatz.
Aus Anlegersicht auffällig ist vor allem das starke Wachstum des Fondsvermögens: Es stieg bei der Anteilklasse R auf 100,02 Mio. Euro, bei der Anteilklasse I auf 7,60 Mio. Euro. Die Anteilwerte legten im Geschäftsjahr ebenfalls deutlich zu, auf 130,28 Euro bei R und 277,67 Euro bei I. Beide Klassen schlossen das Jahr mit klar positiven Renditen ab; die Wertentwicklung wurde jedoch zu einem erheblichen Teil durch Kursgewinne und Veräußerungsergebnisse getragen, nicht durch laufende Erträge.
Vermögen und Wertentwicklung
Die Anteilklasse I erzielte im Berichtszeitraum eine Performance von 19,75 Prozent nach BVI-Methode, die Anteilklasse R kam auf 18,96 Prozent. Im Vergleich zu den Vorjahren bedeutet das für Anleger eine Fortsetzung des kräftigen Aufwärtstrends: In der dreijährigen Übersicht stieg das Fondsvermögen der Anteilklasse R von 19,59 Mio. Euro Ende 2023/2024 auf 45,48 Mio. Euro Ende 2024/2025 und weiter auf 100,02 Mio. Euro Ende 2025/2026. Bei I lag das Vermögen zuletzt bei 7,60 Mio. Euro nach 2,32 Mio. Euro im Vorjahr. Die starken Mittelzuflüsse sprechen für eine deutlich gestiegene Nachfrage nach dem Produkt.
Bei der Anteilklasse R betrugen die Nettozuflüsse 41,87 Mio. Euro; davon entfielen 44,08 Mio. Euro auf Verkäufe und 2,21 Mio. Euro auf Rücknahmen. Auch I verzeichnete mit netto 3,90 Mio. Euro einen positiven Mittelzufluss. Für Anleger ist das wichtig, weil die Zuflüsse den Fonds rasch größer gemacht haben und die Verwaltung eines nun wesentlich breiteren Portfolios ermöglichen. Gleichzeitig können starke Zuflüsse in einer spezialisierten Strategie die Portfolioanpassung erschweren.
Die Erträge kamen nur in begrenztem Maß aus dem laufenden Geschäft: Bei I standen Erträge von 43.819,62 Euro Aufwendungen von 57.173,38 Euro gegenüber, sodass ein ordentlicher Nettoertrag von minus 13.353,76 Euro entstand. Bei R beliefen sich die Erträge auf 578.129,30 Euro, die Aufwendungen aber auf 1,34 Mio. Euro; der ordentliche Nettoertrag lag damit bei minus 759.261,79 Euro. Das zeigt: Die Rendite wurde nicht aus laufenden Ausschüttungserträgen erwirtschaftet, sondern vor allem aus Wertsteigerungen und realisierten Veräußerungsgewinnen. Das Veräußerungsergebnis war mit 10,81 Mio. Euro bei R und 0,82 Mio. Euro bei I der zentrale Renditetreiber.
Kosten
Die Kostenquote unterscheidet sich deutlich zwischen den Anteilklassen. Die Gesamtkostenquote beträgt für I 0,85 Prozent und für R 1,49 Prozent. Für Privatanleger in R ist das ein relevanter Unterschied, weil die laufenden Kosten spürbar höher sind und die Rendite entsprechend stärker belasten. Bei I war die Verwaltungsvergütung mit 0,60 Prozent p.a. tatsächlich deutlich niedriger als der Höchstsatz von 2,00 Prozent; bei R lag sie bei 1,25 Prozent. Hinzu kamen Verwahrstellenvergütung, Kostenpauschale und weitere Aufwendungen.
Die Aufwandssumme verdeutlicht das Kostenbild: In I summierten sich die Aufwendungen auf 57.173,38 Euro, in R auf 1,34 Mio. Euro. Bei R machten allein Verwaltungsvergütung und Kostenpauschale zusammen rund 1,28 Mio. Euro aus. Angesichts eines ordentlichen Nettoertrags von minus 759.261,79 Euro ist aus Anlegersicht auffällig, dass die laufenden Kosten die Erträge des Fonds im Geschäftsjahr klar überstiegen. Die Rendite musste daher vollständig über Kursgewinne und Verkäufe verdient werden.
Zusätzlich fielen Transaktionskosten von 788.489,92 Euro an. Das ist angesichts des intensiven Handels und der zahlreichen Derivategeschäfte nicht überraschend, reduziert aber die Nettoerträge der Anleger. Eine Beratervergütung wird im Bericht nicht als eigener Posten ausgewiesen.
Portfolio und größte Positionen
Der Fonds war zum Stichtag zu 89,95 Prozent in Aktien investiert, weitere 2,12 Prozent entfielen auf Derivate und 7,99 Prozent auf Bankguthaben. Die Liquiditätsreserve war damit moderat, der Fonds blieb also sehr marktnah positioniert. Regional ist der Schwerpunkt klar die USA mit 57,47 Prozent des Fondsvermögens. Dahinter folgen Taiwan mit 6,76 Prozent, Japan mit 6,08 Prozent, die Kaimaninseln mit 5,27 Prozent und Südkorea mit 4,36 Prozent.
Branchenseitig dominierte Technologie mit 55,45 Prozent des Aktienvermögens. Finanzdienstleistungen kamen auf 12,67 Prozent, Einzelhandel auf 5,94 Prozent, Telekommunikation auf 5,22 Prozent und Kreditinstitute auf 4,47 Prozent. Damit bleibt der Fonds stark auf digitale und technologiegetriebene Geschäftsmodelle konzentriert. Der Bericht nennt als strategische Schwerpunkte künstliche Intelligenz, Cloud Computing und Blockchain-Technologie. Diese Ausrichtung erklärt die hohe Gewichtung einzelner Wachstumswerte und digitaler Plattformen.
Die größten Einzelpositionen im Aktienvermögen waren unter anderem Advanced Micro Devices mit 5,95 Prozent des Fondsvermögens, Roblox mit 4,02 Prozent, Taiwan Semiconductor mit 3,93 Prozent und Samsung Electronics mit 3,15 Prozent. Weitere bedeutende Positionen waren Cleanspark, Intel, Riot Platforms, HIVE Digital Technologies, Keel Infrastructure und Coinbase. Der Fonds hielt zum Stichtag 64 Einzeltitel; die zehn größten Positionen machten zusammen 33,05 Prozent des Fondsvermögens aus. Das ist für Anleger ein deutlicher Hinweis auf Klumpenrisiken: Schon einzelne Kursbewegungen können das Ergebnis spürbar beeinflussen.
Bei den Derivaten setzte das Management vor allem auf Optionen und Absicherungen. Das zugrunde liegende Exposure aus Derivaten betrug 41,81 Mio. Euro, das durchschnittliche Leverage lag bei 249,85 Prozent. Ergänzend wurde ab dem 16.04.2026 ein Rücknahmebeschränkungs- und Partial-Swing-Pricing-Regime eingeführt. Das soll in stressigen Marktphasen die verbleibenden Anleger vor Verwässerungseffekten schützen.
Risiken und Auffälligkeiten
Als wesentliche Risiken nennt der Bericht vor allem Aktienkursrisiko, Währungsrisiko, Liquiditätsrisiko und Adressenausfallrisiko. Das Aktienkursrisiko ist mit einem VaR von 14,12 Prozent hoch eingestuft, das Währungsrisiko mit 2,18 Prozent mittel, das Liquiditätsrisiko dagegen mit 99,87 Prozent sehr niedrig. Das Adressenausfallrisiko liegt mit 0,13 Prozent ebenfalls sehr niedrig. Für Anleger bedeutet das: Das Hauptrisiko liegt klar in den Marktbewegungen der Aktien und nicht in Zahlungs- oder Liquiditätsproblemen.
Aus Anlegersicht auffällig ist die starke Konzentration auf technologiebezogene Titel und auf den US-Markt. Hinzu kommt, dass die Anteilklasse R durch die höheren laufenden Kosten stärker belastet wird als I. Positiv ist, dass der Fonds keine Sonderbelastung durch erhöhte operationelle Risiken aufwies und dass der Bericht keine Wertpapierdarlehensgeschäfte mit Aktien nennt. Ebenfalls bemerkenswert ist, dass die EU-Taxonomiekriterien für ökologisch nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten nicht berücksichtigt werden.
Fazit für Anleger
Der Fonds hat im Geschäftsjahr 2025/2026 klar zugelegt und sein Vermögen durch starke Zuflüsse mehr als deutlich ausgeweitet. Die Kehrseite ist eine sehr konzentrierte, chancenorientierte Strategie mit hohem Technologieanteil, spürbaren Derivateeinsätzen und negativen ordentlichen Nettoerträgen. Die Ausschüttung betrug bei der Anteilklasse R 1.911.742,32 Euro beziehungsweise 2,49 Euro je Anteil; die Anteilklasse I schüttete nicht aus, sondern führte die Erträge im Wesentlichen der Wiederanlage und einem Vortrag auf neue Rechnung zu. Der unabhängige Abschlussprüfer bestätigt, dass der Jahresbericht in allen wesentlichen Belangen den Vorschriften des KAGB und der einschlägigen europäischen Verordnungen entspricht.