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KSK Tübingen Invest ESG legt zu – aber hohe Aktienquote, 1,40 % Kosten und ein wechselndes Risiko-Mix prägen den Jahresbericht

Die LBBW Asset Management Investmentgesellschaft mbH mit Sitz in Stuttgart berichtet als Kapitalverwaltungsgesellschaft und verwaltende Gesellschaft des Fonds KSK Tübingen Invest ESG (EUR) über ein insgesamt erfreuliches Geschäftsjahr: Der Fonds erzielte bis zum 30.06.2026 eine Performance von 7,31 % und profitierte dabei spürbar von Kursgewinnen, insbesondere im Aktien- und Rentenbestand. Gleichzeitig bleibt das Profil für Anleger gemischt: Der Fonds ist breit gestreut, aber mit einer beachtlichen Aktienquote, spürbaren Zins- und Marktschwankungen sowie laufenden Kosten von 1,40 % pro Jahr belastet.

Ein externer Fondsmanager oder Anlageberater wird im Bericht nicht genannt.

Vermögen und Wertentwicklung

Zum Berichtsstichtag belief sich das Fondsvermögen auf 71.021.438,96 Euro. Der Anteilwert lag bei 51,93 Euro; es waren 1.367.612 Anteile im Umlauf. Für Anleger ist das ordentliche Wachstum des Fondsvermögens positiv zu sehen, weil es zeigt, dass der Fonds trotz wechselnder Marktphasen Substanz aufbauen konnte.

Die Wertentwicklung von 7,31 % ist für einen Mischfonds mit Nachhaltigkeitsansatz ordentlich. Aus dem Bericht wird deutlich, dass das Ergebnis vor allem aus Veräußerungsgewinnen und nicht aus rein laufenden Erträgen gespeist wurde: Allein aus Effektengeschäften wurden 5.224.654 Euro realisiert, hinzu kamen kleinere Gewinne aus Finanzterminkontrakten, Optionen und Währungskonten. Dem standen realisierte Verluste von insgesamt rund 2,60 Millionen Euro gegenüber. Unter dem Strich spricht das für ein positives, aber aktiv erarbeitetes Ergebnis, nicht für einen rein ertragsstarken Bestand.

Der Bericht nennt keine Mittelzuflüsse oder -abflüsse in Form einer gesonderten Netto-Mittelbewegung. Auffällig ist jedoch, dass die Marktbewegungen im Jahresverlauf stark beeinflussten, wie der Fonds positioniert wurde: Die Rentenquote wurde zunächst deutlich erhöht, später wieder reduziert; die Netto-Aktienquote wurde im Verlauf ebenfalls angepasst. Das spricht für eine flexible Steuerung statt starrer Langfristanlage.

Kosten und Ertragsbelastung

Die Gesamtkostenquote von 1,40 % ist für Anleger ein wichtiger Punkt. Sie zeigt: Ein spürbarer Teil der Rendite geht jährlich für die Verwaltung und den Betrieb des Fonds drauf. Zusätzlich weist der Bericht Transaktionskosten von 73.609,32 Euro aus. Die jährliche Kostenpauschale von 0,130 % p.a. deckt dabei nur bestimmte laufende Aufwendungen ab; die Gesamtkostenquote enthält also deutlich mehr als diese Pauschale allein.

Als wesentliche sonstige Erträge nennt der Bericht 19.755,22 Euro aus erstatteter ausländischer Quellensteuer. Wesentliche sonstige Aufwendungen beliefen sich auf 2.214,20 Euro. Für Anleger ist das positiv, weil die sonstigen Erträge die Kostenpositionen teilweise abfedern. Das Verhältnis bleibt aber klar: Die laufenden Kosten sind im Vergleich zu solchen Nebenerträgen deutlich höher und wirken daher als dauerhafte Belastung der Fondsrendite.

Eine separate Beratervergütung wird im Bericht nicht ausgewiesen. Die Verwaltung erfolgt durch die LBBW Asset Management Investmentgesellschaft mbH. Außerdem fließen der Gesellschaft aus den an Verwahrstelle oder Dritte gezahlten Vergütungen und Aufwandserstattungen keine Rückvergütungen zu.

Portfolio und größte Positionen

Das Portfolio ist gemischt, aber klar erkennbar auf Aktien und Anleihen ausgerichtet. In der Vermögensübersicht entfielen zum 30.06.2026 47,20 % auf Aktien und 50,66 % auf Anleihen. Dazu kamen 1,59 % Bankguthaben und 0,66 % sonstige Vermögensgegenstände. Das ist aus Anlegersicht ein ausgewogener Zuschnitt, zugleich aber auch kein sehr defensives Profil.

Regional ist der Fonds breit aufgestellt, mit Schwerpunkt auf den USA bei Aktien (20,75 % des Fondsvermögens) und auf europäischen Emittenten bei Rentenpapieren, vor allem Deutschland, Spanien, Frankreich und den Niederlanden. Das reduziert das Klumpenrisiko auf ein einzelnes Land, macht den Fonds aber weiterhin abhängig von der Entwicklung der US-Technologiewerte und europäischer Zinsmärkte.

Bei den Branchen im Aktienbereich war Technologie mit 25,45 % die größte Position. Es folgen Industrieprodukte und Services mit 17,56 % sowie Kreditinstitute mit 13,53 %. Auffällig ist der starke Ausbau der Finanzwerte gegenüber dem Vorjahr, während Baugewerbe, Gesundheit und Versicherungen zurückgenommen wurden. Das zeigt eine bewusst zyklischere Ausrichtung.

Zu den größeren Einzelpositionen im Aktienbuch zählen unter anderem Apple, Microsoft, NVIDIA, ASML, Alphabet, Amazon, Deutsche Börse, Deutsche Bank, Banco Santander, HSBC, Siemens und SAP. Auf der Rentenseite finden sich neben Staatsanleihen und Covered Bonds auch Unternehmensanleihen etwa von Alphabet, ASML, BMW US Capital, Deutsche Post, Siemens, Linde und Orange. Das spricht für hohe Diversifikation, aber auch für ein Portfolio mit vielen Einzeltiteln, das aktiv gemanagt werden muss.

Risiken und Auffälligkeiten

Aus Anlegersicht auffällig ist vor allem die Mischung aus hohem Liquiditätsprofil und gleichzeitig spürbaren Markt- und Zinsrisiken. Das Berichtsrating nennt ein Liquiditätsrisiko von 99,99 % im Sinne der internen Kennzahl, also praktisch eine sehr hohe kurzfristige Veräußerbarkeit. Das Adressenausfallrisiko liegt bei 2,49 % und damit auf niedrigem Niveau. Das Zinsänderungsrisiko wird mit 0,94 % als moderat ausgewiesen, das Aktienkursrisiko mit 3,21 % und das Währungsrisiko mit 0,73 %.

Wesentlich ist zudem, dass der Fonds im Berichtszeitraum seine Rücknahmebeschränkungen und Partial Swing Pricing ab dem 16.04.2026 eingeführt hat. Für Anleger bedeutet das: Bei größeren Mittelbewegungen können sich die Ausführungsbedingungen der Rücknahme ändern. Das ist kein Warnsignal per se, aber eine relevante Regeländerung, die man kennen sollte.

Die stärkste Ergebnisquelle waren realisierte Gewinne aus Aktien- und Rentenengagements; zugleich zeigt der Bericht, dass der Fonds zeitweise eine relativ aktive taktische Steuerung von Rentenquote, Duration und Aktienquote fuhr. Positiv ist die breite Streuung. Zu beachten bleibt aber, dass der Fonds nicht nur von laufenden Erträgen lebt, sondern auch von Marktbewegungen und aktiver Umschichtung.

Fazit für Anleger

Der Jahresbericht zeigt einen Fonds, der im Geschäftsjahr solide verdient hat und seine Marktchancen aktiv genutzt hat. Für Anleger ist das Ergebnis mit 7,31 % erfreulich, aber nicht risikolos erkauft: Die Kosten sind mit 1,40 % jährlich spürbar, der Aktienanteil ist hoch, und die Performance hängt merklich von der richtigen Mischung aus Zins- und Aktiensteuerung ab. Die Ausschüttungs- oder Thesaurierungsentscheidung wird im Bericht nicht als eigener Kapitalertragsschwerpunkt hervorgehoben; der Abschlussprüfer erteilt jedoch ein uneingeschränktes Prüfungsurteil und bestätigt, dass der Jahresbericht in allen wesentlichen Belangen den gesetzlichen Vorschriften entspricht.

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