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WEMAG beantwortet Detailfragen zum Jahresabschluss von KNE Windpark Nr. 8 nicht

geralt (CC0), Pixabay

Vor einer Berichterstattung hat unsere Redaktion der KNE Windpark Nr. 8 GmbH & Co. KG beziehungsweise der WEMAG Gelegenheit gegeben, die Zahlen des veröffentlichten Jahresabschlusses 2025 einzuordnen.

Insgesamt übersandte die Redaktion 21 konkrete Fragen. Dabei ging es unter anderem um den gegenüber dem Vorjahr gesunkenen Jahresüberschuss, die Stromproduktion und Umsatzerlöse des Windparks, die Finanzierung, die kurzfristigen Gesellschafterverbindlichkeiten, die Liquiditätsausstattung und die Rückstellungen für den späteren Rückbau der Windenergieanlagen.

Darüber hinaus bat die Redaktion um Erläuterung einer auffälligen Angabe im Anhang. Dort werden nach den uns vorliegenden Abschlussangaben Umsatzerlöse von 790.300 Euro aus der „EEG-Direktvermarktung“ mit der geografischen Angabe „in der Schweiz“ verbunden. Die Redaktion wollte deshalb unter anderem wissen, wie diese Angabe zu verstehen ist und ob die Direktvermarktung über einen Vertragspartner mit Sitz in der Schweiz erfolgt.

Auch eine Differenz innerhalb des veröffentlichten Abschlusses war Gegenstand der Anfrage: Während in der Bilanz ein Jahresüberschuss von 152.240,24 Euro ausgewiesen wird, wird im Abschnitt „Ergebnisverwendung“ nach den vorliegenden Angaben ein Betrag von 152.204,24 Euro genannt. Die Differenz beträgt 36 Euro. Die Redaktion fragte, welcher Betrag korrekt ist und ob ein Schreib- oder Übertragungsfehler vorliegt.

Das WEMAG-Presseteam teilte nach Prüfung der Fragen mit:

„Zu den von Ihnen angesprochenen Punkten sehen wir derzeit keinen Anlass für eine weitergehende Stellungnahme über die im Jahresabschluss und den dort enthaltenen Angaben hinaus.“

Weiter heißt es:

„Wir bitten um Verständnis, dass wir von einer darüberhinausgehenden Beantwortung Ihrer Fragen absehen.“

Damit liegt zwar eine Reaktion des Unternehmens auf die Presseanfrage vor. Die einzelnen Fragen wurden jedoch nicht gesondert beantwortet.

Ursachen des Ergebnisrückgangs bleiben offen

Insbesondere erläuterte WEMAG nicht, wodurch der Rückgang des ausgewiesenen Jahresüberschusses verursacht wurde.

Nach den von der Redaktion ausgewerteten Zahlen sank dieser – ausgehend von dem in der Bilanz genannten Wert – von 209.539,49 Euro im Jahr 2024 auf 152.240,24 Euro im Jahr 2025. Das entspricht rechnerisch einem Rückgang um rund 27,3 Prozent.

Offen bleibt damit, welchen Einfluss beispielsweise Stromproduktion, Windaufkommen, Vermarktungserlöse, Betriebskosten, Abschreibungen oder Finanzierungskosten auf diese Entwicklung hatten.

Auch die von der Redaktion erfragten gesamten Umsatzerlöse für 2024 und 2025 sowie die Stromproduktion für beide Geschäftsjahre wurden in der Antwort nicht mitgeteilt.

„EEG-Direktvermarktung“ und Schweiz-Angabe nicht näher erläutert

Keine gesonderte Erklärung gab WEMAG auch zu der Angabe über 790.300 Euro Umsatzerlöse aus der „EEG-Direktvermarktung“ und deren Bezug zur Schweiz.

Damit bleibt auf Grundlage der vorliegenden Unterlagen offen, wie die geografische Angabe konkret zu verstehen ist und ob dabei beispielsweise der Sitz eines Vertragspartners eine Rolle spielt.

Eine solche Erklärung sollte nicht ohne weitere Informationen aus der Formulierung im Jahresabschluss abgeleitet werden.

Gesellschafterverbindlichkeiten nicht näher erläutert

Offen bleiben ebenfalls Fragen zu den zum Bilanzstichtag ausgewiesenen Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern.

Nach den von der Redaktion ausgewerteten Zahlen gingen diese von rund 1,094 Millionen Euro auf 888.169 Euro zurück.

Die Redaktion wollte unter anderem wissen, welchen wirtschaftlichen Hintergrund diese Verbindlichkeiten haben, weshalb der gesamte Betrag mit einer Restlaufzeit von weniger als einem Jahr ausgewiesen wird und ob 2026 eine Rückführung, Verlängerung oder Refinanzierung vorgesehen ist.

Hierzu enthält die Antwort des WEMAG-Presseteams keine gesonderte Angabe.

Das bedeutet allerdings nicht, dass daraus auf bevorstehende Liquiditätsprobleme geschlossen werden könnte. Ohne Informationen über Zahlungsplanung, Finanzierungsvereinbarungen und mögliche Verlängerungen lässt sich die Bedeutung der Fälligkeiten nicht abschließend beurteilen.

Auch 36-Euro-Differenz bleibt ungeklärt

Bemerkenswert ist schließlich, dass auch die konkrete Frage nach den voneinander abweichenden Angaben zum Jahresüberschuss nicht beantwortet wurde.

Die Redaktion hatte ausdrücklich darauf hingewiesen, dass in der Bilanz 152.240,24 Euro, im Abschnitt „Ergebnisverwendung“ dagegen 152.204,24 Euro genannt werden.

Die Differenz beträgt exakt 36 Euro.

Ob einer der beiden Werte auf einem Schreib-, Übertragungs- oder sonstigen Fehler beruht, lässt sich anhand der vorliegenden Informationen nicht feststellen. Da WEMAG hierzu keine gesonderte Erklärung abgegeben hat, sollte auch redaktionell nicht eigenständig entschieden werden, welcher Wert der richtige ist.

WEMAG verweist auf veröffentlichten Jahresabschluss

Die Position des Unternehmens lässt sich damit klar zusammenfassen: WEMAG hat die Fragen nach eigenen Angaben geprüft, sieht aber keinen Anlass, über die bereits im Jahresabschluss enthaltenen Angaben hinaus Stellung zu nehmen.

Für die Berichterstattung bedeutet dies, dass mehrere für die wirtschaftliche Einordnung interessante Detailfragen offenbleiben.

Das betrifft insbesondere die Ursachen des Ergebnisrückgangs, die Stromproduktion und Gesamtumsätze, die Bedeutung der Schweiz-Angabe bei der EEG-Direktvermarktung, die kurzfristigen Gesellschafterverbindlichkeiten, die weitere Liquiditätsplanung, die Grundlage der Rückbaurückstellung sowie die widersprüchlichen Angaben zum Jahresüberschuss.

Diese offenen Punkte sind nicht als Beleg für wirtschaftliche Schwierigkeiten oder Unregelmäßigkeiten zu verstehen. Sie markieren vielmehr die Grenzen dessen, was sich aus dem veröffentlichten Jahresabschluss und der dazu abgegebenen Stellungnahme belastbar ableiten lässt.

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