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SoWiTec Windpark Creussen: 1,69 Millionen Euro Forderungen gegen Gesellschafter prägen die Bilanz

Shutterbug75 (CC0), Pixabay

Die Bilanzsumme der in Sonnenbühl ansässigen SoWiTec Windpark Creussen GmbH & Co. KG ist im Geschäftsjahr 2024 von 2.124.743,01 Euro auf 2.028.027,44 Euro zurückgegangen. Das entspricht einem Rückgang um rund 96.716 Euro beziehungsweise 4,6 Prozent.

Das Anlagevermögen blieb mit 23.733 Euro unverändert. Es besteht nach der vorgelegten Bilanz vollständig aus Sachanlagen.

Der vergleichsweise niedrige Buchwert sollte allerdings nicht mit dem wirtschaftlichen Wert eines möglicherweise vorhandenen Windparks gleichgesetzt werden. Aus dem veröffentlichten Abschluss geht nicht hervor, welche konkreten Vermögensgegenstände sich hinter den 23.733 Euro verbergen.

1,78 Millionen Euro Forderungen

Der mit Abstand größte Teil der Aktivseite steckt im Umlaufvermögen.

Dieses belief sich Ende 2024 auf 2.000.334,60 Euro nach 2.063.881,65 Euro im Vorjahr.

Davon entfielen allein 1.779.255,59 Euro auf Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände. Im Vorjahr waren es 1.839.645,50 Euro.

Besonders bemerkenswert ist eine zusätzliche Angabe im Anhang: In diesen Forderungen sind 1.692.999,50 Euro Forderungen gegen Gesellschafter enthalten.

Ende 2023 waren es 1.715.611,71 Euro.

Damit entsprechen die Forderungen gegen Gesellschafter rechnerisch rund 83,5 Prozent der gesamten Bilanzsumme und etwa 95,2 Prozent sämtlicher Forderungen und sonstiger Vermögensgegenstände.

Das ist für die Einordnung der Bilanz wesentlich.

Denn die hohe Eigenkapitalquote bedeutet nicht, dass ein entsprechender Betrag als liquide Mittel vorhanden ist. Ein großer Teil des bilanzierten Vermögens besteht vielmehr aus Ansprüchen gegenüber Gesellschaftern.

Wer genau Schuldner dieser Forderungen ist, aus welchen Rechtsgeschäften sie entstanden sind, wann sie fällig werden und zu welchen Konditionen sie gegebenenfalls verzinst werden, lässt sich dem vorgelegten Jahresabschluss nicht entnehmen.

Bankguthaben bei 221.079 Euro

Die tatsächlich ausgewiesenen Guthaben bei Kreditinstituten beliefen sich zum Jahresende auf 221.079,01 Euro.

Ein Jahr zuvor waren es 224.236,15 Euro.

Damit gingen die Bankguthaben lediglich um 3.157,14 Euro beziehungsweise rund 1,4 Prozent zurück.

Der Rechnungsabgrenzungsposten sank dagegen deutlich von 37.128,36 Euro auf 3.959,84 Euro.

Eigenkapitalquote rechnerisch bei 89 Prozent

Auf der Passivseite fällt zunächst die sehr hohe Eigenkapitalausstattung auf.

Das Eigenkapital beträgt unverändert 1.805.003,60 Euro.

Davon entfallen 1.785.000 Euro auf die Kapitalanteile der Kommanditisten und 20.003,60 Euro auf Gewinnrücklagen.

Bei einer Bilanzsumme von 2.028.027,44 Euro ergibt sich daraus rechnerisch eine Eigenkapitalquote von rund 89 Prozent.

Im Vorjahr lag sie bei einer höheren Bilanzsumme rechnerisch bei rund 84,9 Prozent.

Die Verbesserung der Quote resultiert damit nicht aus einem Anstieg des ausgewiesenen Eigenkapitals. Dieses blieb unverändert. Vielmehr ist die Bilanzsumme gesunken.

Aus der unveränderten Eigenkapitalposition lässt sich allerdings nicht ableiten, dass die Gesellschaft 2024 weder Gewinn noch Verlust erzielt hat. Eine Gewinn- und Verlustrechnung mit Angaben zum Jahresergebnis liegt in den hier veröffentlichten Unterlagen nicht vor.

Damit fehlen zugleich wesentliche Informationen zu Umsätzen, laufenden Kosten und zur operativen Ertragslage des Windparkunternehmens.

Rückstellungen sinken um fast 80.000 Euro

Die Rückstellungen reduzierten sich deutlich.

Ende 2023 standen noch 242.768,91 Euro in der Bilanz. Ein Jahr später waren es 162.832,60 Euro.

Das entspricht einem Rückgang um 79.936,31 Euro beziehungsweise knapp 33 Prozent.

Welche konkreten Verpflichtungen hinter diesen Rückstellungen stehen, wird in dem vorliegenden Anhang nicht aufgeschlüsselt.

Allgemein erklärt die Gesellschaft, dass die sonstigen Rückstellungen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten berücksichtigen sollen. Für ihre Bewertung wurde zum Bilanzstichtag ein Zinssatz von 1,48 Prozent zugrunde gelegt; auch zukünftige Preis- und Kostensteigerungen seien berücksichtigt worden.

Nur rund 60.000 Euro Verbindlichkeiten

Auch die bilanzierten Verbindlichkeiten sind vergleichsweise niedrig.

Sie gingen von 76.970,50 Euro auf 60.191,24 Euro zurück. Das entspricht einem Minus von rund 21,8 Prozent.

Sämtliche ausgewiesenen Verbindlichkeiten haben eine Restlaufzeit von höchstens einem Jahr.

Langfristige Verbindlichkeiten werden in der Bilanz damit nicht ausgewiesen.

Innerhalb der Verbindlichkeiten bestehen wiederum 10.442,05 Euro gegenüber Gesellschaftern. Ende 2023 waren es noch 16.263,75 Euro.

Den knapp 1,693 Millionen Euro Forderungen gegen Gesellschafter stehen damit lediglich rund 10.442 Euro Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern gegenüber.

Forderungsstruktur verdient besondere Aufmerksamkeit

Gerade diese Struktur ist bei der Bewertung des Jahresabschlusses interessanter als die reine Eigenkapitalquote.

Rechnerisch verfügt die Gesellschaft über eine außergewöhnlich hohe Eigenkapitalquote und nur geringe bilanzielle Verbindlichkeiten.

Gleichzeitig besteht jedoch ein sehr großer Teil ihrer Vermögenswerte aus Forderungen gegen Gesellschafter.

Das ist nicht automatisch problematisch. Forderungen gegenüber verbundenen beziehungsweise beteiligten Personen oder Unternehmen können aus unterschiedlichen wirtschaftlichen Vorgängen entstehen.

Für eine weitergehende Beurteilung wären allerdings Informationen darüber notwendig, gegen wen die Forderungen konkret bestehen, wie sie entstanden sind, wann sie fällig werden und wie ihre Werthaltigkeit beurteilt wird.

Der Abschluss enthält dazu keine nähere Erläuterung.

Die Gesellschaft erklärt lediglich allgemein, dass bei Forderungen erkennbare Einzelrisiken durch Wertberichtigungen berücksichtigt würden und im Geschäftsjahr 2024 keine Wertberichtigungen vorgenommen worden seien.

Was der Abschluss nicht verrät

Für Anleger und andere Interessierte bleiben weitere zentrale Fragen unbeantwortet.

Aus den veröffentlichten Unterlagen lässt sich nicht erkennen, wie viel Strom der Windpark 2024 produziert hat, welche Umsätze erzielt wurden oder wie hoch das Jahresergebnis ausfiel.

Ebenso fehlen Angaben zur konkreten Zusammensetzung des Sachanlagevermögens und zur wirtschaftlichen Entwicklung des eigentlichen Windparkbetriebs.

Deshalb wäre es zu weitgehend, allein aus der hohen Eigenkapitalquote auf eine entsprechend hohe operative Ertragskraft zu schließen.

SoWiTec Windpark Creussen: solide Passivseite, ungewöhnliche Aktivstruktur

Die Bilanz zum 31. Dezember 2024 zeigt damit zwei unterschiedliche Seiten.

Auf der Passivseite stehen 1,805 Millionen Euro Eigenkapital lediglich 60.191 Euro Verbindlichkeiten gegenüber. Die rechnerische Eigenkapitalquote liegt bei rund 89 Prozent, langfristige bilanzielle Verbindlichkeiten werden nicht ausgewiesen.

Auf der Aktivseite konzentriert sich das Vermögen jedoch stark auf Forderungen. Von insgesamt 2,028 Millionen Euro Bilanzsumme entfallen rund 1,693 Millionen Euro auf Forderungen gegen Gesellschafter.

Für eine abschließende wirtschaftliche Bewertung reichen die veröffentlichten Zahlen deshalb nicht aus.

Insbesondere die Herkunft, Laufzeit und Werthaltigkeit der hohen Gesellschafterforderungen sowie die operative Ertragslage des Windparks bleiben aus dem vorliegenden Jahresabschluss nicht ersichtlich.

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