Die Windpark Rheinhessen I GmbH & Co. KG betreibt fünf Windkraftanlagen im rheinhessischen Waldalgesheim mit einer Gesamtleistung von 12,2 Megawatt. Kommanditisten sind die Mainzer Erneuerbare Energien GmbH mit zwei Dritteln und die Energiedienstleistungsgesellschaft Rheinhessen-Nahe mbH mit einem Drittel des insgesamt 3,6 Millionen Euro umfassenden Kommanditkapitals.
Jahresüberschuss fällt von 534.000 auf 69.000 Euro
Auf den ersten Blick fällt vor allem der massive Ergebnisrückgang auf.
2024 hatte die Gesellschaft noch einen Jahresüberschuss von 533.861 Euro erzielt. 2025 blieben davon 69.331 Euro übrig.
Das entspricht einem Minus von rund 87 Prozent.
Auch das Betriebsergebnis sank deutlich: von 701.460 Euro auf 113.903 Euro. Die Umsatzerlöse gingen dagegen wesentlich moderater zurück – von 1,988 Millionen auf 1,895 Millionen Euro und damit um rund 4,7 Prozent.
Vorjahr war durch Sondereffekt außergewöhnlich stark
Der Gewinnrückgang sollte allerdings nicht isoliert betrachtet werden.
2024 hatte die Gesellschaft sonstige betriebliche Erträge von 583.441 Euro verbucht. 2025 waren es nur noch 57.196 Euro.
Der entscheidende Unterschied liegt in den Rückstellungen: Im Vorjahr entstanden Erträge von rund 526.000 Euro aus deren Auflösung. 2025 waren es lediglich rund 1.000 Euro.
Die Geschäftsführung erklärt den Ergebnisunterschied zum Vorjahr im Wesentlichen mit diesem Effekt. Die hohe Vergleichsbasis von 2024 war damit erheblich durch einen nicht wiederholten Sondereffekt geprägt.
Der Gewinnrückgang um 87 Prozent bedeutet deshalb nicht, dass das eigentliche Windparkgeschäft in vergleichbarem Umfang eingebrochen wäre.
Stromerlöse geben um knapp fünf Prozent nach
Ganz ohne Rückgang im operativen Geschäft ging 2025 allerdings ebenfalls nicht vorüber.
Die Erlöse aus Einspeisung und Direktvermarktung der fünf Windkraftanlagen sanken von knapp 1,988 Millionen auf rund 1,895 Millionen Euro.
Das entspricht einem Rückgang von etwa 92.700 Euro beziehungsweise 4,7 Prozent.
Hinzu kamen Erträge von 56.000 Euro aus einer Abschattungsvereinbarung. Warum die eigentlichen Stromerlöse niedriger ausfielen, wird im Jahresabschluss nicht näher erläutert.
1,33 Millionen Euro Abschreibungen
Der mit Abstand größte Aufwandsposten bleibt die Abschreibung der Windkraftanlagen.
Sie betrug 2025 rund 1,329 Millionen Euro und lag damit praktisch exakt auf Vorjahresniveau.
Die historischen Anschaffungskosten der technischen Anlagen belaufen sich auf 22,416 Millionen Euro. Davon waren zum Jahresende bereits 19,086 Millionen Euro kumuliert abgeschrieben. Der verbleibende Buchwert der fünf Anlagen betrug damit noch 3,330 Millionen Euro.
Rechnerisch sind damit bereits rund 85 Prozent der ursprünglichen Anschaffungskosten abgeschrieben.
Das ist zunächst eine bilanzielle Aussage und lässt für sich genommen keinen Schluss auf den technischen Zustand der Anlagen zu.
Keine neuen Investitionen
Neue Investitionen gab es 2025 nicht – ebenso wenig wie im Vorjahr. Die Anlagen werden planmäßig über Nutzungsdauern von grundsätzlich 16 beziehungsweise 20 Jahren abgeschrieben.
Dadurch sank das Sachanlagevermögen innerhalb eines Jahres von 4,659 Millionen auf 3,330 Millionen Euro.
Auch die gesamte Bilanz verkleinerte sich deutlich: Die Bilanzsumme ging von 8,623 Millionen auf 7,304 Millionen Euro zurück – ein Minus von rund 15,3 Prozent.
Bankkredite sinken um knapp 30 Prozent
Auf der Finanzierungsseite fällt dagegen eine ausgesprochen deutliche Entwicklung auf.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sanken von 4,567 Millionen Euro auf 3,220 Millionen Euro.
Damit wurden die Bankverbindlichkeiten innerhalb eines Jahres um rund 1,35 Millionen Euro beziehungsweise 29,5 Prozent reduziert.
Von den verbliebenen Bankkrediten werden rund 1,379 Millionen Euro innerhalb eines Jahres fällig. Weitere 1,841 Millionen Euro haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.
Verbindlichkeiten mit einer Laufzeit von mehr als fünf Jahren weist die Gesellschaft nicht mehr aus.
Die Kredite sind unter anderem durch Sicherungsübereignungen und die Abtretung vertraglicher Ansprüche besichert.
Eigenkapitalquote steigt auf 51,5 Prozent
Während die Bilanzsumme deutlich zurückging, erhöhte sich das Eigenkapital leicht.
Es stieg von 3,689 Millionen auf 3,758 Millionen Euro. Darin enthalten sind das unveränderte Kommanditkapital von 3,6 Millionen Euro sowie 157.853 Euro auf den Verrechnungskonten der Kommanditisten.
Der Jahresüberschuss von 69.331 Euro wurde diesen Verrechnungskonten gutgeschrieben.
Weil gleichzeitig die Bilanzsumme kräftig sank, verbesserte sich die Eigenkapitalquote deutlich: von 42,8 auf 51,5 Prozent.
Damit wird inzwischen rechnerisch mehr als die Hälfte der Bilanzsumme durch Eigenkapital gedeckt.
3,58 Millionen Euro auf Bankkonten
Bemerkenswert bleibt zudem der hohe Finanzmittelbestand.
Zum Jahresende verfügte die Gesellschaft über Bankguthaben von 3,583 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor waren es 3,619 Millionen Euro.
Trotz der erheblichen Kredittilgung sank der Finanzmittelbestand somit lediglich um rund 35.000 Euro beziehungsweise knapp ein Prozent.
Das erklärt sich durch den weiterhin kräftigen Mittelzufluss aus dem laufenden Geschäft.
Operativer Cashflow bleibt bei 1,42 Millionen Euro
Der operative Cashflow erreichte 2025 rund 1,423 Millionen Euro und lag damit sogar geringfügig über den 1,416 Millionen Euro des Vorjahres.
Dem standen 1,459 Millionen Euro negativer Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit gegenüber, der laut Gesellschaft aus Darlehenstilgungen und Zinszahlungen resultierte.
Unter dem Strich verringerte sich der Finanzmittelfonds deshalb lediglich um 36.000 Euro.
Gerade dieser Vergleich macht einen wichtigen Unterschied deutlich: Der handelsrechtliche Jahresüberschuss beträgt lediglich 69.331 Euro, während aus der laufenden Geschäftstätigkeit 1,423 Millionen Euro Mittelzufluss ausgewiesen werden.
Ein wesentlicher Hintergrund dafür sind die hohen Abschreibungen von 1,329 Millionen Euro, die das Ergebnis belasten, aber keinen entsprechenden laufenden Zahlungsmittelabfluss darstellen.
Wartungskosten gehen leicht zurück
Auch bei den laufenden Kosten zeigt sich kein sprunghafter Anstieg.
Für Wartung und technische Betriebsführung nennt der Lagebericht Aufwendungen von rund 331.000 Euro nach 355.000 Euro im Vorjahr. Die Pachtaufwendungen blieben mit rund 120.000 Euro konstant.
Der gesamte Materialaufwand sank von 375.400 auf 355.572 Euro. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen reduzierten sich von 165.350 auf 153.788 Euro.
Auch die Zinsaufwendungen gingen zurück: von rund 152.000 auf 117.000 Euro. Gleichzeitig erzielte die Gesellschaft Zinserträge von rund 86.000 Euro.
Rückbau der Windräder wird berücksichtigt
Für den späteren Rückbau der Anlagen bestehen Rückstellungen von rund 155.000 Euro. Im Vorjahr waren es 147.000 Euro.
Insgesamt gingen die Rückstellungen von 226.638 auf 189.094 Euro zurück. Steuerrückstellungen wurden zum Jahresende nicht mehr ausgewiesen.
Zusätzlich bestehen finanzielle Verpflichtungen aus Betriebsführungsverträgen von insgesamt 356.000 Euro sowie aus Gestattungsverträgen von 720.000 Euro über deren gesamte Laufzeit.
Zinsswap läuft spätestens 2027 aus
Zur Absicherung des Zinsänderungsrisikos nutzt die Gesellschaft außerdem ein Zinsswap-Geschäft.
Dessen Nominalwert sank von 1,240 Millionen auf 824.000 Euro. Der negative Marktwert verringerte sich gleichzeitig von 26.000 auf 12.000 Euro.
Der bestehende Swap läuft spätestens 2027 aus.
Geschäftsführung erwartet 2026 wieder höheren Gewinn
Für 2026 zeigt sich die Geschäftsführung zuversichtlicher.
Auf Grundlage der prognostizierten Winderträge rechnet sie mit einem Jahresüberschuss im unteren sechsstelligen Bereich.
Zugleich erwartet sie höhere Umsatzerlöse, leicht steigende Wartungskosten und wegen der planmäßigen Kredittilgungen leicht sinkende Zinsaufwendungen. Die Prognose basiert nach Unternehmensangaben auf anerkannten statistischen Werten für die erwarteten Winderträge.
Das Hauptrisiko sieht die Gesellschaft im Ausfall der Windkraftanlagen. Zur Begrenzung dieses Risikos wurde mit dem Hersteller ein Vollwartungsvertrag über 15 Jahre abgeschlossen.
Abschlussprüfer erheben keine Einwendungen
Der Jahresabschluss und der Lagebericht wurden von PricewaterhouseCoopers geprüft.
Die Wirtschaftsprüfer erteilten ein uneingeschränktes Prüfungsurteil und erklärten, dass sich keine Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts ergeben hätten. Der Jahresabschluss wurde am 22. Juni 2026 festgestellt.
Gewinnrückgang erzählt nur die halbe Geschichte
Der Jahresabschluss 2025 wirkt deshalb auf den ersten Blick deutlich schwächer, als er bei genauerer Betrachtung ausfällt.
Der Jahresüberschuss ist zwar von rund 534.000 auf nur noch 69.000 Euro eingebrochen. Ein wesentlicher Grund dafür ist jedoch, dass der hohe Sondereffekt aus der Rückstellungsauflösung des Vorjahres weggefallen ist. Gleichzeitig blieb der operative Cashflow mit 1,42 Millionen Euro nahezu unverändert stark.
Noch auffälliger ist die Entwicklung der Finanzierung: Die Bankkredite wurden innerhalb eines Jahres um knapp 1,35 Millionen Euro reduziert, während die Bankguthaben mit rund 3,58 Millionen Euro nahezu stabil blieben. Gleichzeitig stieg die Eigenkapitalquote von 42,8 auf 51,5 Prozent.