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Mehr als 1,1 Millionen offene Verfahren: Staatsanwaltschaften kämpfen mit gewaltigem Rückstau

Juergen_Sieber (CC0), Pixabay

Bei Deutschlands Staatsanwaltschaften hat sich ein enormer Berg unerledigter Ermittlungsverfahren angesammelt. Mehr als 1,1 Millionen Verfahren waren zur Jahresmitte bundesweit noch offen. Das geht nach den vorliegenden Angaben aus Zahlen des Deutschen Richterbundes hervor.

Auch in Mitteldeutschland ist der Rückstand erheblich. Besonders viele offene Fälle werden aus Sachsen gemeldet.

Dort waren demnach mehr als 47.200 Verfahren noch nicht abgeschlossen. In Thüringen belief sich die Zahl auf rund 30.000, in Sachsen-Anhalt auf etwa 26.800 Verfahren.

Allein in diesen drei Bundesländern ergibt das zusammen mehr als 104.000 offene Fälle.

Sachsen mit mehr als 47.000 offenen Verfahren

Von den drei mitteldeutschen Ländern weist Sachsen nach den genannten Zahlen den größten Bestand auf.

Mit mehr als 47.200 unerledigten Verfahren liegt der Freistaat deutlich vor Thüringen und Sachsen-Anhalt.

Thüringen kommt auf rund 30.000 Fälle, Sachsen-Anhalt auf etwa 26.800.

Die Zahlen beschreiben dabei einen Bestand offener Ermittlungsverfahren. Sie bedeuten nicht, dass jedes dieser Verfahren übermäßig lange unbearbeitet geblieben ist. Auch regulär laufende Ermittlungen können zu einem solchen Bestand gehören.

Dennoch macht eine bundesweite Größenordnung von mehr als 1,1 Millionen Verfahren deutlich, unter welchem Arbeitsdruck die Strafverfolgungsbehörden stehen.

Personalmangel gilt als Ursache

Als wesentlicher Grund für den Rückstau wird Personalmangel bei den Behörden genannt.

Staatsanwaltschaften müssen eine große Bandbreite von Verfahren bearbeiten – vom vergleichsweise einfachen Massendelikt bis zu komplexen Wirtschafts-, Cyber- oder Gewaltstraftaten. Je umfangreicher ein Fall ist, desto mehr Arbeitszeit kann er bei Staatsanwälten und weiteren Beschäftigten binden.

Wenn gleichzeitig neue Verfahren hinzukommen, während bestehende Ermittlungen nicht schnell genug abgeschlossen werden können, wächst der Bestand.

Die bundesweit mehr als 1,1 Millionen offenen Verfahren zeigen damit nicht nur die Zahl laufender Fälle, sondern auch die enorme Arbeitsbelastung des Justizsystems.

Mehr als 104.000 Fälle allein in Mitteldeutschland

Besonders anschaulich wird die Dimension beim Blick auf Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Zusammengerechnet kommen die drei Länder auf rund 104.000 offene Ermittlungsverfahren:

Sachsen meldet mehr als 47.200 Fälle, Thüringen rund 30.000 und Sachsen-Anhalt etwa 26.800.

Damit entfällt ein beträchtlicher Teil des bundesweiten Bestands auf die drei mitteldeutschen Länder.

Für Betroffene kann ein hoher Verfahrensbestand praktisch bedeutsam sein. Je stärker Staatsanwaltschaften ausgelastet sind, desto schwieriger kann es werden, Ermittlungen zeitnah abzuschließen. Wie lange Verfahren tatsächlich dauern, lässt sich aus den Bestandszahlen allein allerdings nicht ablesen.

Ein Millionenberg unerledigter Ermittlungen

Die entscheidende Zahl bleibt deshalb die bundesweite Dimension: mehr als 1,1 Millionen offene Ermittlungsverfahren zur Jahresmitte.

Hinter dieser Zahl stehen sehr unterschiedliche Fälle, Tatvorwürfe und Bearbeitungsstände. Sie darf deshalb nicht mit 1,1 Millionen verschleppten oder gar nicht bearbeiteten Verfahren gleichgesetzt werden.

Der hohe Bestand verdeutlicht aber den erheblichen Arbeitsumfang der Staatsanwaltschaften.

Gerade die Zahlen aus Mitteldeutschland machen die Dimension greifbar: mehr als 47.200 offene Fälle in Sachsen, rund 30.000 in Thüringen und etwa 26.800 in Sachsen-Anhalt.

Nach den vorliegenden Angaben liegt ein zentraler Grund in fehlendem Personal. Damit wird die Personaldecke der Justiz zu einer entscheidenden Frage dafür, wie schnell der bestehende Verfahrensberg künftig abgearbeitet werden kann.

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