Für rund 1,3 Millionen Kunden der Deutschen Telekom steht eine technische Veränderung bevor. Ältere Telefonanschlüsse, bei denen das Telefon noch unmittelbar über die klassische Telefondose betrieben wird, sollen schrittweise auf eine neue Technik umgestellt werden. Betroffen sind vor allem Haushalte, die einen reinen Telefonanschluss nutzen und keinen zusätzlichen DSL- oder Glasfaseranschluss benötigen.
Für die Betroffenen bedeutet die Umstellung allerdings nicht automatisch das Ende ihres gewohnten Festnetztelefons. Sowohl das bisherige Telefon als auch die bekannte Rufnummer können grundsätzlich erhalten bleiben. Entscheidend verändert sich vielmehr die Technik im Hintergrund: Die Verbindung soll künftig über das Mobilfunknetz hergestellt werden.
Alte Telefontechnik wird zunehmend abgelöst
Klassische Telefonanschlüsse ohne Internetzugang werden immer seltener. Gleichzeitig verursacht der Betrieb der älteren Infrastruktur weiterhin Kosten. Bereits zuvor waren Preise für mehrere ältere Festnetztarife erhöht worden. Als Gründe wurden unter anderem steigende Kosten für den Betrieb der bisherigen Technik und die sinkende Zahl der Nutzer genannt.
Mit der jetzt vorgesehenen Umstellung folgt der nächste Schritt. Während das Telefon bei den entsprechenden Altanschlüssen bislang direkt mit der Telefondose verbunden werden konnte, wird künftig eine zusätzliche Box benötigt. Diese stellt die Verbindung über das Mobilfunknetz her.
Für viele ältere Menschen dürfte besonders wichtig sein: Das vertraute Telefon muss nicht zwangsläufig ausgetauscht werden. Auch die bisherige Festnetznummer kann grundsätzlich weiter genutzt werden.
Neue Tarife für Telefonieren über Mobilfunk
Für die neue Technik sind zwei sogenannte „Call via Funk“-Tarife vorgesehen. „Call Basic via Funk“ kostet 22,95 Euro monatlich und enthält 120 Freiminuten. Beim Tarif „Call Comfort via Funk“ werden 32,45 Euro pro Monat fällig, dafür ist eine Festnetz-Flatrate enthalten.
Zusätzlich wird eine Telefonbox benötigt. Diese kostet den vorliegenden Angaben zufolge einmalig 100 Euro beim Kauf. Alternativ kann sie für 3,95 Euro monatlich gemietet werden.
Allein der günstigere Tarif schlägt damit mit mindestens 275,40 Euro pro Jahr zu Buche – die Kosten für die benötigte Hardware noch nicht eingerechnet.
Betroffene sollten Alternativen vergleichen
Vor allem für Menschen, die nur gelegentlich telefonieren, kann sich deshalb ein Vergleich mit anderen Angeboten lohnen. Günstige Mobilfunktarife mit Telefon-Flatrate sind teilweise bereits für wenige Euro im Monat erhältlich.
Wer allerdings vollständig auf Mobilfunk wechselt, sollte beachten, dass dies nicht in jedem Fall mit dem bisherigen Festnetzanschluss vergleichbar ist. Für manche Verbraucher dürfte beispielsweise entscheidend sein, ihre langjährige Festnetznummer weiterhin verwenden zu können.
Eine weitere Möglichkeit sind spezielle Mobilfunk-Tischtelefone. Sie sehen ähnlich aus wie ein klassisches Festnetztelefon und lassen sich auch entsprechend bedienen, nutzen für die Verbindung jedoch das Mobilfunknetz.
Besonders langjährige Festnetzkunden betroffen
Die Umstellung dürfte insbesondere Verbraucher treffen, die seit vielen Jahren denselben Telefonanschluss besitzen und bewusst keinen Internetanschluss benötigen.
Gerade ältere Menschen könnten deshalb vor der Frage stehen, welche Lösung für sie künftig sinnvoll ist. Wichtig ist, Schreiben zur Umstellung sorgfältig zu prüfen und nicht vorschnell einen neuen Vertrag abzuschließen.
Dabei sollten mehrere Fragen berücksichtigt werden: Soll die bisherige Telefonnummer unbedingt erhalten bleiben? Wird tatsächlich eine Telefon-Flatrate benötigt? Welche einmaligen oder monatlichen Kosten entstehen für zusätzliche Geräte? Und gibt es günstigere Alternativen, die den eigenen Bedürfnissen ebenfalls entsprechen?
Das klassische Festnetz verschwindet immer weiter
Die geplante Umstellung zeigt, wie stark sich die Telefontechnik in Deutschland verändert hat. Für einen Großteil der Haushalte ist die klassische Telefonleitung ohnehin längst Geschichte. Bei modernen Internetanschlüssen werden Telefongespräche bereits über andere technische Verfahren übertragen.
Nun erreicht dieser Wandel zunehmend auch jene Kunden, die bislang ausschließlich einen traditionellen Telefonanschluss genutzt haben.
Für die rund 1,3 Millionen betroffenen Anschlüsse bedeutet das deshalb nicht unbedingt Abschied vom gewohnten Telefon – wohl aber von der Technik, die jahrzehntelang dahintersteckte.
Für Verbraucher empfiehlt es sich daher, Kosten, Vertragsbedingungen und Alternativen genau miteinander zu vergleichen, bevor sie sich für eine neue Lösung entscheiden.