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Mehr Sicherheit im Zug: Kommen jetzt Bodycams für Zugbegleiter?

Peggy_Marco (CC0), Pixabay

Beschimpfungen, Drohungen und sogar körperliche Angriffe: Für Zugbegleiter kann der Arbeitsalltag längst mehr bedeuten als Fahrkartenkontrolle und Auskünfte zum nächsten Anschluss. Beschäftigte berichten seit Jahren von Anfeindungen und Übergriffen durch Fahrgäste – auch im Norden Deutschlands.

Nun rückt eine technische Möglichkeit zum Schutz des Personals stärker in den Mittelpunkt: Bodycams für Zugbegleiter.

Die kleinen Kameras werden sichtbar an der Kleidung getragen und könnten in kritischen Situationen eingeschaltet werden. Die Hoffnung dahinter: Schon die sichtbare Kamera könnte aggressive Fahrgäste davon abhalten, einen Konflikt weiter eskalieren zu lassen. Kommt es dennoch zu einem Vorfall, könnten Aufnahmen zudem eine Rolle bei der späteren Aufklärung spielen.

Doch die entscheidende Frage lautet: Werden Bodycams tatsächlich bald zum normalen Bestandteil der Ausrüstung von Zugbegleitern?

Das Thema gewinnt an Bedeutung, weil Beschäftigte im Bahnverkehr immer wieder mit aggressivem Verhalten konfrontiert werden. Besonders Situationen rund um Fahrkartenkontrollen können problematisch werden – etwa wenn ein Fahrgast kein gültiges Ticket besitzt oder Anweisungen des Personals nicht akzeptieren will.

Was mit einer gewöhnlichen Kontrolle beginnt, kann dann innerhalb weniger Augenblicke umschlagen.

Für Zugbegleiter bedeutet das eine besondere Situation: Anders als etwa Sicherheitspersonal können sie einem Konflikt im fahrenden Zug nicht ohne Weiteres ausweichen. Gleichzeitig müssen sie häufig durch mehrere Wagen gehen und unmittelbar mit Fahrgästen sprechen.

Eine Bodycam könnte deshalb vor allem zwei Funktionen erfüllen: abschrecken und dokumentieren.

Allerdings wirft ihr Einsatz auch Fragen auf. Wann dürfte die Kamera eingeschaltet werden? Müssen Fahrgäste vorher darauf hingewiesen werden? Wie lange dürfen Aufnahmen gespeichert werden? Wer darf sie ansehen? Und wie lässt sich verhindern, dass unbeteiligte Reisende unnötig gefilmt werden?

Damit geht es nicht nur um die technische Ausstattung der Beschäftigten, sondern ebenso um Datenschutz und klare Regeln für den Einsatz.

Für viele Zugbegleiter dürfte allerdings zunächst ein anderer Punkt entscheidend sein: das Gefühl, in einer bedrohlichen Situation nicht vollkommen allein dazustehen.

Die Diskussion über Bodycams zeigt deshalb auch, wie sehr sich der Berufsalltag im Zug verändert hat. Zugbegleiter sollen Reisenden helfen, Tickets kontrollieren, über Verspätungen informieren und für einen möglichst reibungslosen Ablauf sorgen. Gleichzeitig müssen sie damit rechnen, wegen genau dieser Aufgaben angefeindet zu werden.

Ob die kleine Kamera an der Uniform künftig häufiger zum vertrauten Bild in Regional- und Fernzügen gehören wird, ist damit mehr als eine technische Frage.

Es geht darum, wie Beschäftigte im öffentlichen Verkehr besser vor Gewalt und Bedrohungen geschützt werden können – ohne dabei die Rechte der Fahrgäste aus den Augen zu verlieren.

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