In Kiel steht heute eine größere Evakuierung bevor. Im Stadtteil Dietrichsdorf soll eine 250 Kilogramm schwere Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft werden. Mehr als 5.000 Menschen müssen dafür ihre Wohnungen und Häuser verlassen.
Spezialisten des Kampfmittelräumdienstes waren in der Insterburger Straße auf den amerikanischen Blindgänger gestoßen. Weil von der Bombe weiterhin eine Gefahr ausgehen kann, wird rund um den Fundort ein Sperrbereich eingerichtet.
Nach Angaben der Polizei sind insgesamt 5.235 Menschen von der Evakuierung betroffen. Sie müssen den Gefahrenbereich bis spätestens 14 Uhr verlassen haben. Erst wenn sichergestellt ist, dass sich dort niemand mehr aufhält, können die Experten mit der eigentlichen Entschärfung beginnen.
Für die Bewohner bedeutet das: Sie müssen sich möglicherweise auf mehrere Stunden außerhalb ihrer Wohnungen einstellen. Wann sie zurückkehren können, lässt sich im Vorfeld nicht genau sagen. Das hängt vor allem davon ab, wie die Entschärfung verläuft.
Wer während der Evakuierung keine andere Unterkunft hat, kann sich in der Andreas-Gayk-Schule in der Tiefen Allee 45 aufhalten. Die Schule öffnet dafür ab 13 Uhr ihre Türen.
Besondere Unterstützung gibt es für Menschen, die ihre Wohnung nicht selbstständig verlassen können. Sie können sich an die Kieler Berufsfeuerwehr wenden und Hilfe für die Evakuierung anfordern.
Während der Entschärfung wird das betroffene Gebiet vollständig abgesperrt. Für Anwohner heißt es deshalb, wichtige persönliche Dinge rechtzeitig mitzunehmen und den Sperrbereich nicht wieder zu betreten, bevor die Behörden Entwarnung gegeben haben.
Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg werden auch mehr als 80 Jahre nach Kriegsende regelmäßig bei Bauarbeiten oder Untersuchungen des Bodens entdeckt. Obwohl die Bomben jahrzehntelang im Erdreich gelegen haben, können ihre Zünder weiterhin gefährlich sein. Deshalb werden bei solchen Funden umfangreiche Sicherheitsbereiche eingerichtet.
In Kiel-Dietrichsdorf beginnt damit am Sonntag, 6. September 2026, ein aufwendiger Einsatz. Tausende Menschen müssen zunächst ihre Häuser verlassen – anschließend liegt die Verantwortung bei den Spezialisten des Kampfmittelräumdienstes.
Wie lange die Arbeiten dauern, ist offen. Klar ist nur: Erst wenn die 250-Kilo-Bombe erfolgreich entschärft und der Bereich von den Einsatzkräften wieder freigegeben worden ist, können die mehr als 5.000 betroffenen Kielerinnen und Kieler nach Hause zurückkehren.