Deutschland wird seit Jahren trockener. Nach Berechnungen des GFZ Helmholtz-Zentrums für Geoforschung fehlen derzeit rund 25 Milliarden Tonnen gespeichertes Wasser im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt.
Das ist eine enorme Menge: Der Bodensee enthält etwa 48 Milliarden Tonnen Wasser. Das deutsche Wasserdefizit entspricht damit ungefähr der Hälfte des Bodensees.
Seit 2015 wird es trockener
Die Forscher beobachten seit 2015 zunehmend trockenere Bedingungen in Deutschland. Mehrere heiße und trockene Jahre haben dazu geführt, dass die Wasserspeicher zurückgegangen sind.
Das sehr nasse Jahr 2024 sorgte zwar für eine Erholung. Danach nahm die gespeicherte Wassermenge jedoch wieder ab.
Besonders betroffen ist das Grundwasser.
Ein nasser Herbst reicht möglicherweise nicht
Selbst ein Herbst mit viel Regen könnte nach Einschätzung der Wissenschaftler nicht ausreichen, um das Defizit bis zum Jahresende vollständig auszugleichen.
Hinzu kommt: Die Folgen des heißen Sommers 2026 sind in den aktuellen Daten noch nicht vollständig enthalten.
Hitze verschärft das Problem
Bei hohen Temperaturen verdunstet mehr Wasser aus Böden, Flüssen und Seen. Auch Pflanzen benötigen mehr Wasser und entziehen es dem Boden.
Einige Regentage können ein über Jahre entstandenes Defizit deshalb nicht einfach ausgleichen.
Trocknet Deutschland aus?
Ganz so einfach lässt sich das nicht sagen. Deutschland geht nicht plötzlich das Wasser aus.
Die Entwicklung ist trotzdem ein Warnsignal: Die gespeicherten Wassermengen liegen deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt.
Entscheidend wird sein, ob in den kommenden Jahren wieder ausreichend Niederschlag fällt und sich vor allem die Grundwasserspeicher dauerhaft erholen können.