Der iShares Dow Jones Industrial Average UCITS ETF (DE) blickt auf ein insgesamt sehr erfolgreiches Geschäftsjahr 2025/2026 zurück. Der ETF verfolgt einen vollständig passiven Ansatz und bildet den Dow Jones Industrial Average mit seinen 30 großen US-Unternehmen durch direkte Investitionen in die jeweiligen Aktien nach. Der Duplizierungsgrad lag zum Geschäftsjahresende bei sehr hohen 99,99 %, womit der Fonds seinen Index nahezu vollständig physisch repliziert.
Besonders positiv fällt die Wertentwicklung aus. Der Dow Jones Industrial Average Performanceindex erzielte im Berichtszeitraum eine Rendite von 24,17 %. Der ETF erreichte nach Berücksichtigung von Kosten, Ausschüttungen und Steuern 22,91 %. Die Differenz zum Index belief sich damit auf 1,26 Prozentpunkte, während der ausgewiesene Tracking Error mit lediglich 0,09 Prozentpunkten sehr niedrig war. Aus Anlegersicht bedeutet dies, dass der Fonds die laufenden Schwankungen seines Referenzindex sehr präzise nachvollzog, wenngleich Kosten und steuerliche Belastungen die tatsächliche Rendite gegenüber dem Index sichtbar reduzierten.
Auch die Entwicklung des Anteilwertes bestätigt das starke Jahr. Dieser erhöhte sich von 404,55 US-Dollar am Ende des Geschäftsjahres 2024/2025 auf 493,89 US-Dollar zum 30. April 2026. Zum Vergleich hatte er zwei Jahre zuvor lediglich 376,29 US-Dollar und drei Jahre zuvor 339,30 US-Dollar betragen. Damit setzte sich der längerfristige Aufwärtstrend deutlich fort.
Das Ergebnis des Geschäftsjahres fiel mit 67,35 Mio. US-Dollar ausgesprochen kräftig aus. Davon entfielen 16,28 Mio. US-Dollar auf das realisierte Ergebnis und weitere 51,07 Mio. US-Dollar auf nicht realisierte Wertsteigerungen. Ein wesentlicher Teil des Jahreserfolgs beruhte somit auf Kursgewinnen der weiterhin gehaltenen Aktien. Diese Gewinne sind wirtschaftlich zwar positiv, können bei fallenden Aktienkursen allerdings zumindest teilweise wieder verloren gehen.
Das Fondsvermögen stieg trotz erheblicher Mittelabflüsse von 323,64 Mio. US-Dollar auf 350,66 Mio. US-Dollar. Bemerkenswert ist dabei, dass Anleger netto 38,51 Mio. US-Dollar aus dem ETF abzogen und im gesamten Geschäftsjahr keine Mittelzuflüsse aus Anteilsverkäufen ausgewiesen wurden. Der Anstieg des Fondsvermögens wurde somit nicht durch neue Anlegergelder, sondern im Wesentlichen durch die sehr gute Wertentwicklung des Portfolios getragen. Die Mittelabflüsse sind für sich genommen kein Beleg für eine Verschlechterung des Fonds, stellen aber einen Punkt dar, den Anleger in den kommenden Berichtsperioden beobachten sollten.
Das Portfolio war zum Bilanzstichtag mit 99,84 % nahezu vollständig in Aktien investiert. Die Liquiditätsquote war entsprechend gering. Mit einem Fondsvermögen von rund 350,7 Mio. US-Dollar besitzt der ETF dennoch eine solide Größenordnung. Die größten Branchenblöcke waren Handel und Dienstleistungen mit 29,09 %, der Finanzsektor mit 27,18 % sowie industrielle Produktion einschließlich Bauindustrie mit 16,51 %. Dagegen machte der Technologiesektor lediglich 3,99 % aus. Anleger sollten deshalb beachten, dass ein Dow-Jones-Investment strukturell deutlich anders zusammengesetzt ist als ein breiter US-Index wie etwa ein marktgewichteter Gesamtmarktindex.
Auffällig ist zudem die hohe Gewichtung einzelner Unternehmen. Goldman Sachs machte zum Berichtsstichtag 11,44 % des Fondsvermögens aus, Caterpillar weitere 11,02 %. Microsoft folgte mit 5,05 %, UnitedHealth mit 4,59 % und Amgen mit 4,29 %. Allein Goldman Sachs und Caterpillar standen damit für mehr als 22 % des Fonds. Diese Konzentration ergibt sich aus der besonderen Konstruktion des Dow Jones Industrial Average, der nicht nach Marktkapitalisierung, sondern auf Basis der Aktienkurse gewichtet wird. Für Anleger führt dies zu einem höheren Einzeltitelrisiko als bei stärker diversifizierten US-Aktienindizes.
Hinzu kommt für Anleger aus dem Euroraum ein erhebliches Währungsrisiko. Der ETF investiert entsprechend seiner Indexvorgaben in US-amerikanische Aktien und der Jahresbericht stuft das Währungsrisiko für Euro-Anleger ausdrücklich als hoch ein. Eine Aufwertung des US-Dollars gegenüber dem Euro kann die Rendite eines europäischen Investors erhöhen, eine deutliche Dollarabwertung kann dagegen einen Teil der Aktiengewinne wieder aufzehren. Auch das allgemeine Marktpreisrisiko wird aufgrund der Aktienanlage als hoch bewertet. Demgegenüber werden Adressenausfall-, Kontrahenten- und Liquiditätsrisiken als niedrig beziehungsweise gering eingestuft.
Auf der Kostenseite bewegt sich der ETF mit einer Gesamtkostenquote von 0,51 % in einem für einen passiven Fonds nicht besonders niedrigen Bereich. Die vereinbarte Pauschalgebühr beträgt 0,50 % pro Jahr. Zusätzlich entstanden im Geschäftsjahr Transaktionskosten von lediglich 1.394,12 US-Dollar, was angesichts der Fondsgröße kaum ins Gewicht fällt. Positiv ist außerdem, dass keine Vergütungen an Vermittler gezahlt wurden.
Für einkommensorientierte Anleger ist relevant, dass der ETF ausschüttend ausgestaltet ist. Für das Geschäftsjahr ergab sich eine Gesamtausschüttung von 3,12 US-Dollar je Anteil, bestehend aus 1,74 US-Dollar Zwischenausschüttung und 1,38 US-Dollar Endausschüttung. Der größte Teil der verfügbaren Mittel wurde jedoch wiederangelegt beziehungsweise auf neue Rechnung vorgetragen. Der ETF ist daher eher als Instrument für eine Beteiligung an der Kursentwicklung großer US-Konzerne denn als ausgesprochener Dividendenfonds anzusehen.
Positiv für die Transparenz ist außerdem, dass im Berichtsjahr keine Wertpapierleihe betrieben wurde. Auch Gesamtrendite-Swaps oder andere Wertpapierfinanzierungsgeschäfte wurden nicht eingesetzt. Der Derivateanteil lag bei lediglich 0,01 % des Fondsvermögens. Dadurch bleibt die Struktur des ETFs vergleichsweise leicht nachvollziehbar.
Für nachhaltig orientierte Anleger ist der Fonds dagegen nur eingeschränkt geeignet. Er erfüllt weder die Anforderungen von Artikel 8 noch von Artikel 9 der europäischen SFDR-Verordnung. Die zugrunde liegenden Anlagen müssen zudem nicht anhand der EU-Kriterien für ökologisch nachhaltige Wirtschaftstätigkeiten ausgewählt werden. Nachhaltigkeitsaspekte stehen damit nicht im Mittelpunkt der Anlagepolitik.
Seit dem 16. April 2026 verfügt der Fonds außerdem über neue Liquiditätsmanagementinstrumente. Dazu gehören Dual Pricing sowie eine mögliche Rückgabegebühr von bis zu 2 % des Bruttorücknahmebetrags. Sie sollen verhindern, dass Transaktions- und Liquiditätskosten bei größeren Mittelbewegungen zulasten der verbleibenden Anleger gehen. Für Anleger ist dennoch wichtig, diese potenziellen Kosten insbesondere bei einer Rückgabe von Fondsanteilen zu berücksichtigen.
Insgesamt präsentiert sich der iShares Dow Jones Industrial Average UCITS ETF (DE) nach dem Geschäftsjahr 2025/2026 in einer guten Verfassung. Die Rendite von 22,91 %, der starke Anstieg des Anteilwertes und der extrem niedrige Tracking Error sprechen für eine technisch sehr zuverlässige Umsetzung der passiven Strategie. Auch Liquidität, Kontrahentenrisiken und die transparente physische Indexabbildung sind positiv zu bewerten. Der Jahresbericht wurde zudem von PricewaterhouseCoopers ohne Einschränkung geprüft.
Aus Anlegersicht liegen die entscheidenden Schwächen weniger beim Fondsmanagement als in der Konstruktion des zugrunde liegenden Dow-Jones-Index. Lediglich 30 Aktien, eine hohe Konzentration auf einzelne Titel und Branchen sowie die ungewöhnliche kursgewichtete Indexmethodik sorgen für eine deutlich geringere Diversifikation als bei breiteren US-Aktienindizes. Für Euro-Anleger kommt das erhebliche US-Dollar-Risiko hinzu. Auch die Gesamtkostenquote von 0,51 % sollte beim Vergleich mit alternativen US-Aktien-ETFs berücksichtigt werden.
Fazit: Der ETF eignet sich vor allem für Anleger, die gezielt an der Entwicklung etablierter amerikanischer Großunternehmen des Dow Jones partizipieren möchten und sowohl Aktienmarkt- als auch US-Dollar-Risiken akzeptieren. Das abgelaufene Geschäftsjahr war mit einer Rendite von 22,91 % ausgesprochen stark. Für ein breit diversifiziertes US-Basisinvestment sollte jedoch geprüft werden, ob die hohe Konzentration des Dow Jones und die vergleichsweise geringe Zahl von nur 30 Unternehmen zur eigenen Anlagestrategie passen.