Der Monega Mikrofinanz & Impact Fonds hat das Geschäftsjahr 2025/2026 insgesamt solide abgeschlossen. Besonders hervorzuheben ist die sehr geringe Schwankungsbreite bei gleichzeitig positiver Wertentwicklung. Die institutionelle Anteilklasse I erzielte im Berichtszeitraum eine Rendite von 3,19 %, während die für Privatanleger konzipierte Anteilklasse R auf 2,27 % kam. Die Volatilität lag mit lediglich 0,55 % beziehungsweise 0,56 % auf einem ausgesprochen niedrigen Niveau. Für Anleger, die eine vergleichsweise stabile, vom klassischen Aktienmarkt nur begrenzt abhängige Anlage suchen, stellt dies einen wesentlichen Vorteil dar.
Die Renditeentwicklung war zudem bemerkenswert gleichmäßig. Lediglich im Juni 2025 verzeichneten beide Anteilklassen einen geringfügigen Monatsverlust. In allen übrigen Monaten wurden positive Ergebnisse erzielt. Diese Stabilität ist insbesondere vor dem Hintergrund der geopolitischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten positiv zu bewerten. Allerdings sollte die niedrige ausgewiesene Volatilität nicht mit einem generell niedrigen wirtschaftlichen Risiko gleichgesetzt werden. Ein erheblicher Teil der Anlagen besteht aus nicht börsengehandelten Mikrofinanzdarlehen, deren Preise nicht täglich durch einen liquiden Markt bestimmt werden. Dadurch können Risiken in der Wertentwicklung weniger unmittelbar sichtbar werden als etwa bei börsengehandelten Anleihen oder Aktien.
Das Fondsvermögen belief sich zum 28. Februar 2026 auf rund 23,12 Mio. Euro. Mit 74,92 % des Fondsvermögens bilden unverbriefte Darlehensforderungen erwartungsgemäß den Kern des Portfolios. Gleichzeitig lagen rund 25 % des Vermögens in Kasse, Bankguthaben sowie Forderungen und Verbindlichkeiten. Die hohe Liquiditätsquote erhöht zwar die Fähigkeit des Fonds, Rückgaben von Anlegern zu bedienen und neue Darlehensinvestitionen flexibel einzugehen, sie kann jedoch zugleich die Gesamtrendite bremsen. Für einen Fonds, dessen Hauptzweck die Investition in Mikrofinanz- und Impact-Anlagen ist, erscheint dieser Liquiditätsanteil vergleichsweise hoch.
Die Ertragslage zeigt, dass das operative Kreditportfolio grundsätzlich attraktive laufende Einnahmen erwirtschaftet. Die Anteilklasse I erzielte Erträge von 718.256 Euro und einen ordentlichen Nettoertrag von rund 520.451 Euro. Bei der R-Klasse standen Erträgen von 678.012 Euro ein ordentlicher Nettoertrag von 441.426 Euro gegenüber. Der überwiegende Teil der Einnahmen stammt aus Zinsen der vergebenen Darlehen. Gleichzeitig entstanden jedoch erhebliche realisierte Verluste aus Veräußerungsgeschäften. Diese beliefen sich auf 397.288 Euro bei der I-Klasse und 375.020 Euro bei der R-Klasse. Dass beide Anteilklassen dennoch ein positives Jahresergebnis von 371.349 beziehungsweise 299.263 Euro erzielten, ist unter anderem auf positive Veränderungen bei den bislang nicht realisierten Verlusten zurückzuführen. Anleger sollten deshalb beachten, dass die ausgewiesene Jahresrendite nicht ausschließlich aus tatsächlich realisierten laufenden Erträgen resultiert.
Deutlich wird außerdem der Kostenvorteil der institutionellen Anteilklasse. Die Gesamtkostenquote beträgt bei der I-Klasse 1,68 %, bei der R-Klasse dagegen 2,13 %. Die laufende Verwaltungsvergütung liegt bei 0,85 % beziehungsweise 1,30 %. Dieser Unterschied schlägt sich entsprechend in der Wertentwicklung nieder: Die I-Klasse übertraf die R-Klasse im Geschäftsjahr um 0,92 Prozentpunkte. Für Anleger, die die Mindestanlage von 25.000 Euro erfüllen können, ist die I-Klasse damit aus Kostensicht klar attraktiver. Zusätzlich verlangt die R-Klasse derzeit einen Ausgabeaufschlag von 3 %, während dieser bei der I-Klasse lediglich 1 % beträgt. Insbesondere bei kürzerer Haltedauer belastet dieser Ausgabeaufschlag die effektive Anlegerrendite erheblich.
Beide Anteilklassen schütten rund 2,2 % ihres jeweiligen Anteilwertes aus. Bei der I-Klasse beträgt die Ausschüttung 2,06 Euro je Anteil, bei der R-Klasse 1,01 Euro. Auffällig ist jedoch die Zusammensetzung der Ausschüttung der R-Klasse. Rund 88.462 Euro beziehungsweise etwa 35 % der Gesamtausschüttung stammen aus einer Zuführung aus dem Sondervermögen und nicht aus dem realisierten Ergebnis oder einem Gewinnvortrag. Eine solche Ausschüttung bedeutet wirtschaftlich teilweise eine Rückgabe von Fondsvermögen und sollte daher nicht mit einer vollständig aus laufenden Erträgen finanzierten Ausschüttungsrendite verwechselt werden.
Positiv ist die breite Streuung der einzelnen Mikrofinanzkredite. Die größten Einzelpositionen liegen überwiegend zwischen etwa 2 % und 3,5 % des Fondsvermögens. Investiert wird unter anderem in Indien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Usbekistan, Mongolei, Tadschikistan, Paraguay, Kenia, Indonesien und weitere Entwicklungs- und Schwellenländer. Damit wird das Kreditrisiko auf zahlreiche Schuldner und Regionen verteilt. Gleichzeitig bleiben die besonderen Risiken des Mikrofinanzmarktes erheblich. Viele Forderungen sind nicht börsengehandelt, besitzen keinen liquiden Sekundärmarkt und verfügen teilweise über keine international anerkannten Ratings. Bei Zahlungsausfällen können Forderungen nur schwer verkauft oder rechtlich durchgesetzt werden. Hinzu kommen politische, regulatorische und währungsbezogene Risiken in Entwicklungs- und Schwellenländern.
Besondere Aufmerksamkeit verdient die Bewertung der Darlehen. Da für die meisten Mikrofinanzkredite kein liquider Markt existiert, werden diese grundsätzlich zum Nominalwert angesetzt und bei bestimmten Risikoereignissen über interne Bewertungsmodelle angepasst. Dadurch entsteht ein höheres Maß an Bewertungsspielraum als bei börsennotierten Anlagen. Dies erklärt teilweise auch die außergewöhnlich geringe ausgewiesene Volatilität des Fonds: Preisänderungen werden bei solchen Krediten nicht kontinuierlich über einen Marktpreis sichtbar. Für Anleger besteht daher das Risiko, dass tatsächliche Kreditprobleme erst zeitverzögert oder über größere einzelne Wertberichtigungen im Anteilpreis erscheinen.
Aus Nachhaltigkeitssicht besitzt der Fonds ein klar definiertes soziales Profil. 76,78 % des Vermögens waren zum Berichtsstichtag als sozial nachhaltige Investitionen klassifiziert. Die finanzierten Kredite sollen insbesondere finanzielle Inklusion, kleine Unternehmen, Beschäftigung sowie den Zugang von einkommensschwachen Bevölkerungsschichten zu Finanzdienstleistungen fördern. Positiv sind die umfangreichen ESG-Prüfungen sowie Ausschlusskriterien für problematische Geschäftsfelder. Kritisch ist allerdings, dass das im Bericht genannte Ziel von mindestens 80 % nachhaltigkeitsbezogenen Anlagen mit tatsächlich 76,78 % unterschritten wurde. Der Fonds weist diese Abweichung selbst ausdrücklich aus. Für einen Fonds, dessen Positionierung wesentlich auf dem Nachhaltigkeits- und Impact-Ansatz basiert, ist dies ein relevanter Beobachtungspunkt für kommende Berichtsperioden.
Auch die Entwicklung des Fondsvolumens liefert ein gemischtes Bild. Das Vermögen der I-Klasse sank von 13,80 Mio. Euro im Februar 2023 auf 11,91 Mio. Euro im Februar 2026, während das Vermögen der R-Klasse von 11,74 Mio. Euro auf 11,21 Mio. Euro zurückging. Im aktuellen Geschäftsjahr kam es bei beiden Anteilklassen erneut zu Netto-Mittelabflüssen. Diese waren zwar relativ gering, zeigen aber, dass der Fonds derzeit kein nennenswertes Wachstum durch neue Anlegergelder verzeichnet.
Fazit aus Anlegersicht
Der Monega Mikrofinanz & Impact Fonds bietet ein ungewöhnliches Anlageprofil: relativ konstante laufende Erträge, sehr geringe ausgewiesene Kursschwankungen und einen nachvollziehbaren sozialen Impact durch die Finanzierung von Mikrofinanzinstituten in Entwicklungs- und Schwellenländern. Die Rendite von 3,19 % bei der I-Klasse beziehungsweise 2,27 % bei der R-Klasse ist angesichts der sehr niedrigen ausgewiesenen Volatilität ordentlich, aber keineswegs außergewöhnlich hoch.
Den Vorteilen stehen besondere Kredit-, Liquiditäts-, Länder-, Währungs- und Bewertungsrisiken gegenüber, die in der niedrigen historischen Volatilität nur eingeschränkt sichtbar werden. Hinzu kommen vergleichsweise hohe Kosten, insbesondere bei der R-Klasse, sowie eine hohe Liquiditätsquote von rund einem Viertel des Fondsvermögens. Kritisch zu beobachten sind außerdem die realisierten Veräußerungsverluste, die teilweise aus dem Fondsvermögen finanzierte Ausschüttung der R-Klasse und die Unterschreitung der angestrebten Nachhaltigkeitsquote von 80 %.
Für langfristig orientierte Anleger, die gezielt eine sozial nachhaltige Mikrofinanzanlage zur Diversifikation ihres Portfolios suchen und die eingeschränkte Liquidität der zugrunde liegenden Kredite akzeptieren, kann der Fonds interessant sein. Als klassischer Ersatz für Tages- oder Festgeld beziehungsweise für liquide Rentenfonds sollte er trotz seiner niedrigen historischen Schwankungen jedoch nicht betrachtet werden. Sofern die Mindestanlage von 25.000 Euro möglich ist, erscheint die I-Klasse wegen der deutlich niedrigeren Kosten und der höheren Nettoperformance gegenüber der R-Klasse klar vorteilhafter.