Die Jaschinski & Chavier Härtetechnik GmbH aus Willich ist von einem Insolvenzeröffnungsverfahren betroffen. Das Amtsgericht Krefeld hat am 27. August 2026 um 13:44 Uhr die vorläufige Insolvenzverwaltung über das Vermögen des Unternehmens angeordnet. Das Verfahren wird unter dem Aktenzeichen 500 IN 312/26 geführt.
Die Gesellschaft hat ihren Sitz in der Moltkestraße 23, 47877 Willich, und ist beim Amtsgericht Krefeld unter HRB 6193 im Handelsregister eingetragen. Gesetzlich vertreten wird das Unternehmen durch die Geschäftsführerin Andrea Chavier.
Zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellte das Gericht Rechtsanwalt Dr. Wolf-R. von der Fecht aus Düsseldorf.
Spezialunternehmen für die Härtung von Metallen
Gegenstand des Unternehmens ist der Betrieb einer Härterei. Damit ist die Jaschinski & Chavier Härtetechnik GmbH in einem spezialisierten Bereich der Metallverarbeitung tätig.
Beim Härten werden metallische Werkstücke gezielt behandelt, um bestimmte Materialeigenschaften zu verändern. Insbesondere sollen Härte, Festigkeit und Verschleißbeständigkeit erhöht werden. Je nach Verfahren werden Werkstücke hierzu beispielsweise kontrolliert erhitzt und anschließend unter bestimmten Bedingungen abgekühlt.
Solche Wärmebehandlungen spielen unter anderem bei Maschinenbauteilen, Werkzeugen, Zahnrädern, Wellen, Verbindungselementen und anderen stark beanspruchten Metallkomponenten eine wichtige Rolle. Welche konkreten Härteverfahren die Jaschinski & Chavier Härtetechnik GmbH einsetzt und für welche Branchen das Unternehmen tatsächlich arbeitet, geht aus der Insolvenzbekanntmachung allerdings nicht hervor.
Der Unternehmensgegenstand erlaubt der Gesellschaft darüber hinaus die Errichtung von Zweigniederlassungen sowie Beteiligungen an anderen ähnlichen oder gleichartigen Unternehmen.
Geschäftsbetrieb zunächst unter Kontrolle des Insolvenzverwalters
Das Amtsgericht Krefeld hat einen sogenannten Zustimmungsvorbehalt angeordnet. Die Geschäftsführung kann damit nicht mehr uneingeschränkt über das Vermögen der Jaschinski & Chavier Härtetechnik GmbH verfügen.
Verfügungen über Vermögensgegenstände sind nur noch mit Zustimmung des vorläufigen Insolvenzverwalters Dr. Wolf-R. von der Fecht wirksam.
Darüber hinaus dürfen Kunden und andere Schuldner des Unternehmens offene Forderungen nicht mehr unmittelbar an die Gesellschaft bezahlen. Der vorläufige Insolvenzverwalter wurde ermächtigt, Bankguthaben und sonstige Forderungen einzuziehen sowie eingehende Gelder entgegenzunehmen.
Damit stehen wesentliche Zahlungsströme des Unternehmens während des vorläufigen Verfahrens unter seiner Kontrolle.
Maschinen und technische Anlagen können eine wichtige Rolle spielen
Bei einem industriellen Härtereibetrieb können insbesondere Härteöfen, Wärmebehandlungsanlagen, Maschinen, Mess- und Prüftechnik sowie weitere Betriebsausstattung erhebliche wirtschaftliche Bedeutung besitzen.
Ob und in welchem Umfang solche Anlagen im Eigentum der Jaschinski & Chavier Härtetechnik GmbH stehen, geleast oder anderweitig finanziert sind, lässt sich aus der gerichtlichen Bekanntmachung nicht feststellen.
Ebenso enthält die Mitteilung bislang keine Angaben dazu, ob und in welchem Umfang der laufende Geschäftsbetrieb fortgeführt wird.
Aus der Bekanntmachung geht außerdem nicht eindeutig hervor, ob die Gesellschaft selbst oder ein Gläubiger den Insolvenzantrag gestellt hat.
Mit der Anordnung der vorläufigen Insolvenzverwaltung am 27. August 2026 ist das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Jaschinski & Chavier Härtetechnik GmbH noch nicht endgültig eröffnet. Über die Eröffnung eines regulären Insolvenzverfahrens muss das Amtsgericht Krefeld gesondert entscheiden.