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Neuer Streit mit Kanada: Trump benennt Ontariosee in „Lake America“ um

MIH83 (CC0), Pixabay

US-Präsident Donald Trump sorgt mit einer weiteren symbolträchtigen Namensänderung für Spannungen mit dem Nachbarland Kanada. Per Verfügung hat Trump angeordnet, dass die Vereinigten Staaten den Lake Ontario künftig offiziell als „Lake America“ bezeichnen. Für Kanada und den Rest der Welt entfaltet diese Entscheidung allerdings keine bindende Wirkung.

Die Anordnung fällt mitten in einen verschärften Handelskonflikt zwischen Washington und Ottawa. Trump begründete die Entscheidung unter anderem mit der wirtschaftlichen Bedeutung des Sees für die Vereinigten Staaten und erklärte, ein großer Teil seines Wasservolumens liege auf US-Gebiet. Die Verfügung weist außerdem auf amerikanische Investitionen in den Schutz des Ökosystems der Großen Seen hin.

US-Behörden sollen neuen Namen verwenden

Die Konsequenzen der Verfügung betreffen zunächst die amerikanische Bundesverwaltung. US-Innenminister Doug Burgum soll gemeinsam mit dem zuständigen Board on Geographic Names dafür sorgen, dass Bundesbehörden, amtliche Karten, Verträge, Dokumente und Regierungskommunikation künftig die Bezeichnung „Lake America“ verwenden.

Damit ähnelt Trumps Vorgehen seiner früheren Entscheidung, den Golf von Mexiko innerhalb der Vereinigten Staaten als „Gulf of America“ bezeichnen zu lassen.

Trump erklärte nach der Unterzeichnung, er habe bereits seit längerer Zeit über eine Umbenennung des Ontariosees nachgedacht. Gleichzeitig bestritt er, dass die Entscheidung ausdrücklich als Botschaft an Kanada gedacht sei. Dennoch nutzte er den Auftritt, um seine Kritik an der kanadischen Handels- und Regierungspolitik zu wiederholen.

Carney weist Trumps Entscheidung zurück

In Kanada stößt der Vorstoß erwartungsgemäß auf deutlichen Widerstand. Premierminister Mark Carney stellte klar, dass der See aus kanadischer Sicht weiterhin Lake Ontario heißt.

Carney verwies dabei auch auf die lange Geschichte des Namens. Die Bezeichnung Ontario sei mehr als 400 Jahre alt und gehe auf das Wendat-Wort „Ontari’io“ zurück. Für Kanada bleibe es, so Carneys Botschaft, heute wie künftig der Ontariosee.

Auch andere kanadische Politiker reagierten ablehnend. Damit dürfte sich die Namensänderung zu einem weiteren Symbol für die zunehmend schwierigen Beziehungen zwischen beiden Ländern entwickeln.

Trump kann den See nicht für Kanada umbenennen

Entscheidend ist jedoch die rechtliche Reichweite der Anordnung. Trump kann bestimmen, welche Bezeichnung US-Bundesbehörden verwenden. Eine international verbindliche Umbenennung des zwischen Kanada und den Vereinigten Staaten gelegenen Sees kann Washington jedoch nicht einseitig durchsetzen.

Kanada ist nicht verpflichtet, die amerikanische Bezeichnung zu übernehmen. Auch andere Staaten, internationale Organisationen, Kartenanbieter oder Medien müssen dem US-Sprachgebrauch nicht folgen. Experten weisen zudem darauf hin, dass die Bezeichnung Lake Ontario bereits lange vor der amerikanischen Unabhängigkeit verwendet wurde.

Damit dürfte der See künftig zumindest zeitweise zwei Bezeichnungen tragen: „Lake America“ in offiziellen Dokumenten der US-Bundesregierung – und weiterhin „Lake Ontario“ in Kanada und voraussichtlich in weiten Teilen der internationalen Öffentlichkeit.

Hinter dem Streit um einen Namen steht damit ein wesentlich größerer Konflikt. Die Beziehungen zwischen den USA und Kanada sind durch Handelsstreitigkeiten und gegenseitige Zölle erheblich belastet. Trumps spektakuläre Umbenennung macht diese politischen Spannungen nun auch auf der Landkarte sichtbar.

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