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Windpark Schenkendöbern Eins: Schulden sinken deutlich – Eigenkapital fällt auf gut eine Million Euro

Mohamed_hassan (CC0), Pixabay

Die Windpark Schenkendöbern Eins GmbH & Co. KG hat ihren Jahresabschluss für 2025 vorgelegt. Die Düsseldorfer Gesellschaft reduzierte ihre Bankverbindlichkeiten im vergangenen Jahr um rund 1,38 Millionen Euro. Gleichzeitig sank jedoch auch das ausgewiesene Eigenkapital erheblich. Auffällig sind zudem kumulierte Verluste von mittlerweile rund 2,67 Millionen Euro und Entnahmen von mehr als vier Millionen Euro.

Die Bilanzsumme verringerte sich zum 31. Dezember 2025 auf 12,51 Millionen Euro. Ende 2024 waren es noch 14,61 Millionen Euro. Das entspricht einem Rückgang um rund 2,11 Millionen Euro beziehungsweise gut 14 Prozent.

Windkraftanlagen verlieren durch Abschreibungen 1,61 Millionen Euro an Buchwert

Der größte Vermögenswert der Gesellschaft sind erwartungsgemäß die technischen Anlagen des Windparks. Ihr Buchwert sank von 12,67 Millionen Euro auf 11,06 Millionen Euro.

Der Anhang liefert hierfür eine klare Erklärung: Im Geschäftsjahr wurden planmäßige Abschreibungen von 1,614 Millionen Euro vorgenommen.

Die historischen Anschaffungskosten der technischen Anlagen liegen bei knapp 25,78 Millionen Euro. Bis Ende 2025 haben sich die Abschreibungen auf insgesamt rund 14,72 Millionen Euro summiert.

Damit sind bilanziell bereits rund 57 Prozent der ursprünglichen Anschaffungskosten der technischen Anlagen abgeschrieben.

Zusätzlich befinden sich Grundstücke mit einem Buchwert von lediglich 4.234 Euro im Anlagevermögen.

Bankguthaben sinkt um fast 393.000 Euro

Auch das Umlaufvermögen ist zurückgegangen. Es reduzierte sich von 1,61 Millionen Euro auf 1,14 Millionen Euro.

Besonders sichtbar ist dies beim Bankguthaben. Ende 2024 verfügte die Gesellschaft über rund 1,27 Millionen Euro bei Kreditinstituten. Ein Jahr später waren es noch 879.347 Euro – ein Rückgang um knapp 393.000 Euro beziehungsweise rund 31 Prozent.

Auch die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände gingen zurück. Sie lagen zum Jahresende bei rund 260.000 Euro, verglichen mit 341.149 Euro im Vorjahr.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen reduzierten sich dabei von rund 320.300 auf 255.400 Euro.

Bankkredite um knapp 1,4 Millionen Euro reduziert

Auf der Finanzierungsseite zeigt sich eine deutliche Entschuldung.

Die gesamten Verbindlichkeiten sanken von 12,77 Millionen Euro auf 11,24 Millionen Euro. Das entspricht einer Verringerung um gut 1,52 Millionen Euro.

Den größten Anteil daran haben die Bankverbindlichkeiten. Sie reduzierten sich von 12,59 Millionen auf 11,21 Millionen Euro. Damit wurden die bilanzierten Bankverbindlichkeiten innerhalb eines Jahres um rund 1,38 Millionen Euro abgebaut.

Von den bestehenden Bankkrediten werden 1,33 Millionen Euro innerhalb eines Jahres fällig. Weitere 9,88 Millionen Euro besitzen eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

Nur noch 896.536 Euro haben eine Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren. Im Vorjahr waren es noch rund 1,26 Millionen Euro.

Banken haben umfangreiche Sicherheiten

Die Kreditfinanzierung ist umfangreich besichert. Nach Angaben des Unternehmens bestehen für sämtliche Bankverbindlichkeiten von 11,21 Millionen Euro Sicherheiten.

Dazu gehören die Sicherungsübereignung der technischen Anlagen, Verpfändungen von Konten sowie Sicherungsabtretungen von Forderungen und Ansprüchen aus dem operativen Geschäft.

Das ist bei projektfinanzierten Windparks nicht ungewöhnlich, zeigt aber, dass wesentliche Vermögenswerte und Zahlungsströme der Gesellschaft der Kreditbesicherung dienen.

Eigenkapital sinkt um mehr als 600.000 Euro

Während die Schulden reduziert wurden, entwickelte sich auch das Eigenkapital rückläufig.

Es sank von rund 1,65 Millionen Euro auf 1,04 Millionen Euro. Das entspricht einem Rückgang um 612.561 Euro beziehungsweise rund 37 Prozent.

Dem festen Kommanditkapital von 7,74 Millionen Euro steht inzwischen ein negatives variables Kommanditkapital von 6,70 Millionen Euro gegenüber.

Dieses setzt sich nach den Angaben in der Bilanz aus zwei wesentlichen Positionen zusammen: Entnahmen von rund 4,04 Millionen Euro und kumulierten Verlusten von rund 2,67 Millionen Euro.

Im Vorjahr hatten die kumulierten Verluste noch bei 2,36 Millionen Euro gelegen. Damit erhöhten sie sich 2025 um rund 309.000 Euro.

Die ausgewiesenen Entnahmen stiegen gleichzeitig von 3,73 Millionen auf 4,04 Millionen Euro.

Aus diesen Veränderungen lässt sich allerdings nicht ohne Weiteres ableiten, welcher Betrag im Geschäftsjahr tatsächlich ausgeschüttet wurde oder wie genau das Jahresergebnis zustande kam. Dafür wäre insbesondere die vollständige Gewinn- und Verlustrechnung erforderlich.

Eigenkapitalquote fällt auf rund acht Prozent

Durch den Rückgang des Eigenkapitals liegt die rechnerische Eigenkapitalquote Ende 2025 bei nur noch rund 8,3 Prozent der Bilanzsumme.

Ende 2024 waren es noch etwa 11,3 Prozent.

Der Windpark bleibt damit stark fremdfinanziert. Allerdings ist bei der Interpretation zu berücksichtigen, dass bei Windpark-Projektgesellschaften eine hohe Fremdfinanzierung grundsätzlich Teil der Finanzierungsstruktur sein kann.

Aus der Eigenkapitalquote allein lässt sich deshalb keine Aussage über eine wirtschaftliche Gefährdung des Unternehmens ableiten.

Rückbau der Windkraftanlagen bereits berücksichtigt

Ein wichtiger Punkt bei Windparks sind die Kosten, die nach dem Ende der Betriebszeit für den Rückbau der Anlagen entstehen.

Dafür hat die Gesellschaft Rückstellungen gebildet. Die sonstigen Rückstellungen erhöhten sich insgesamt von 201.084 Euro auf 229.094 Euro. Davon entfallen nach Angaben des Unternehmens rund 217.000 Euro auf Rückbauverpflichtungen. Im Vorjahr waren es etwa 194.000 Euro.

Zusätzlich hat die Deutsche Kreditbank Rückbaubürgschaften über insgesamt 447.000 Euro gestellt.

Die Gesellschaft verfügt hierfür über einen Avalkredit in gleicher Höhe, der wiederum durch Guthaben, technische Anlagen sowie Forderungen und Ansprüche aus bestehenden Verträgen besichert ist.

Bemerkenswert ist die Einschätzung der Geschäftsführung: Derzeit seien keine Anzeichen erkennbar, dass die Gesellschaft ihren Rückbauverpflichtungen Ende 2036 nicht nachkommen könne.

Weitere Verpflichtungen von fast 6,8 Millionen Euro

Neben den bilanzierten Schulden bestehen erhebliche weitere finanzielle Verpflichtungen.

Diese werden für Ende 2025 mit 6,795 Millionen Euro angegeben. Im Vorjahr waren es noch 7,366 Millionen Euro.

Dabei handelt es sich überwiegend um langfristige Wartungs-, Pacht- und Geschäftsbesorgungsverträge. Einige dieser Vereinbarungen laufen voraussichtlich bis zum Jahr 2041.

Diese Verpflichtungen erscheinen nicht als klassische Verbindlichkeiten in der Bilanz, sind für die Betrachtung der langfristigen finanziellen Belastungen des Windparks aber relevant.

Keine eigenen Mitarbeiter

Die Windparkgesellschaft beschäftigt keine eigenen Arbeitnehmer. Die laufenden Geschäfte werden entgeltlich von der Commerz Real AG übernommen.

Geschäftsführer der persönlich haftenden Gesellschafterin, der Windpark Schenkendöbern Eins Verwaltungsgesellschaft mbH, waren im Berichtszeitraum Felicitas Schrom und Axel Seider.

Die Gesellschaft selbst ist beim Amtsgericht Düsseldorf unter HRA 28261 eingetragen.

Bilanz zeigt Entschuldung, aber auch schrumpfendes Eigenkapital

Unter dem Strich vermittelt der Jahresabschluss ein gemischtes Bild. Positiv fällt vor allem der weitere Abbau der Bankfinanzierung auf. Die Bankverbindlichkeiten gingen um knapp 1,4 Millionen Euro zurück, und die besonders langfristigen Kredite wurden ebenfalls reduziert.

Auf der anderen Seite sank das Eigenkapital auf nur noch gut eine Million Euro. Gleichzeitig erhöhten sich die kumulierten Verluste auf 2,67 Millionen Euro, während das Bankguthaben deutlich zurückging.

Für eine vollständige Beurteilung der wirtschaftlichen Entwicklung fehlen in den vorgelegten Angaben allerdings zentrale Größen aus der Gewinn- und Verlustrechnung – insbesondere Umsatz, Stromerlöse, operatives Ergebnis, Zinsaufwand und Jahresergebnis. Aussagen über die laufende Ertragskraft des Windparks wären deshalb auf Basis dieser Bilanz allein nicht belastbar.

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