Die Windpark Vier Fichten GmbH & Co. KG aus Köln hat ihre Bilanz im Geschäftsjahr 2025 spürbar verkürzt und gleichzeitig ihre Verbindlichkeiten deutlich reduziert. Zum 31. Dezember 2025 belief sich die Bilanzsumme auf 11,78 Millionen Euro, nach 12,69 Millionen Euro im Vorjahr. Das entspricht einem Rückgang um rund 919.000 Euro beziehungsweise 7,2 Prozent.
Besonders auffällig ist der Schuldenabbau. Die Verbindlichkeiten sanken von 8,92 Millionen Euro auf 7,98 Millionen Euro. Damit wurden innerhalb eines Jahres rund 935.000 Euro an Verpflichtungen abgebaut.
Eigenkapital leicht gestiegen
Das Eigenkapital erhöhte sich von 3,39 Millionen Euro auf 3,42 Millionen Euro. Damit legten die Kapitalanteile der Kommanditisten leicht zu.
Durch die gleichzeitig gesunkene Bilanzsumme verbesserte sich die rechnerische Eigenkapitalquote von rund 26,7 Prozent auf etwa 29,0 Prozent.
Damit wird inzwischen knapp ein Drittel der Bilanzsumme durch Eigenkapital finanziert.
Sachanlagen verlieren durch Abschreibungen an Buchwert
Das Anlagevermögen sank von 10,79 Millionen Euro auf 9,59 Millionen Euro. Nahezu vollständig entfällt dieser Betrag auf technische Anlagen und Maschinen des Windparks.
Die Gesellschaft schreibt diese Anlagen linear über eine betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von 20 Jahren ab. Der Rückgang des Sachanlagevermögens um rund 1,21 Millionen Euro ist daher wesentlich durch planmäßige Abschreibungen geprägt.
Die Finanzanlagen werden lediglich mit einem Erinnerungswert von einem Euro ausgewiesen.
Forderungen steigen stark
Während das Anlagevermögen zurückging, erhöhte sich das Umlaufvermögen deutlich von 1,10 Millionen Euro auf 1,52 Millionen Euro.
Besonders auffällig ist die Entwicklung bei den Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen. Sie stiegen von rund 499.600 Euro auf 1,11 Millionen Euro und haben sich damit mehr als verdoppelt.
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen lagen bei 563.203 Euro. Noch stärker stiegen die sonstigen Vermögensgegenstände: von lediglich 1.191 Euro im Vorjahr auf 543.474 Euro Ende 2025.
Demgegenüber sanken die liquiden Mittel von 603.620 Euro auf 410.135 Euro.
Gesellschafter finanzieren den Windpark weiterhin maßgeblich
Der größte Teil der Verbindlichkeiten besteht gegenüber Gesellschaftern. Diese beliefen sich zum Jahresende auf 7,93 Millionen Euro.
Davon sind rund 1,03 Millionen Euro innerhalb eines Jahres fällig. Weitere 6,9 Millionen Euro haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Von diesem langfristigen Betrag entfallen noch 2,3 Millionen Euro auf Laufzeiten von mehr als fünf Jahren.
Im Vorjahr lagen die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern noch bei 8,84 Millionen Euro. Damit wurden diese Verpflichtungen um rund 916.000 Euro reduziert.
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen gingen ebenfalls zurück – von 61.228 Euro auf 28.428 Euro.
Rückbau des Windparks bereits bilanziell berücksichtigt
Für den späteren Rückbau der Windenergieanlagen erwartet die Gesellschaft Kosten von rund 600.000 Euro im Jahr 2033.
Dafür wurde bereits eine Rückstellung von 314.652,23 Euro gebildet. Insgesamt lagen die sonstigen Rückstellungen Ende 2025 bei 373.320 Euro.
Die Gesellschaft berücksichtigt damit bereits heute einen Teil der künftigen Rückbaukosten in ihrer Bilanz.
Hohe laufende Verpflichtungen aus Pacht, Wartung und Betriebsführung
Neben den bilanzierten Verbindlichkeiten bestehen weitere langfristige finanzielle Verpflichtungen.
Für Miet- und Pachtverhältnisse fallen durchschnittlich rund 160.000 Euro pro Jahr bis 2033 an. Die technische Betriebsführung kostet durchschnittlich 49.500 Euro jährlich bis 2030. Besonders hoch sind die Wartungsverpflichtungen mit durchschnittlich 409.291 Euro pro Jahr bis 2028.
Insgesamt nennt der Jahresabschluss durchschnittliche jährliche Verpflichtungen von 618.791 Euro aus diesen drei Bereichen.
Windpark gehört zum Talanx- und HDI-Konzern
Die Windpark Vier Fichten GmbH & Co. KG ist zu 100 Prozent Tochterunternehmen der HDI AI EUR Beteiligungs-GmbH.
Damit gehört die Gesellschaft sowohl zum HDI-Konzern als auch zum Talanx-Konzern. Die Gesellschaft wird in die entsprechenden Konzernabschlüsse einbezogen.
Persönlich haftende Gesellschafterin ist die Talanx Direct Infrastructure 1 GmbH mit Sitz in Köln. Die Geschäftsführung lag 2025 bei Dr. Thomas Mann und Brian McCarthy.
Eigene Arbeitnehmer beschäftigte die Windparkgesellschaft im Geschäftsjahr 2025 nicht.
Bilanz zeigt verbesserte Finanzierungsstruktur
Insgesamt fällt der Jahresabschluss vor allem durch drei Entwicklungen auf: Die Verbindlichkeiten wurden um fast eine Million Euro reduziert, die Eigenkapitalquote stieg auf rund 29 Prozent und gleichzeitig erhöhte sich das Umlaufvermögen deutlich.
Auf der anderen Seite bleibt die Gesellschaft weiterhin stark über Gesellschafterverbindlichkeiten finanziert. Zudem fallen die stark gestiegenen sonstigen Vermögensgegenstände und die umfangreichen langfristigen Verpflichtungen für Wartung, Betriebsführung und Pacht auf.
Eine abschließende Aussage zur operativen Ertragskraft lässt sich aus dem vorliegenden Abschluss allerdings nicht treffen, da keine detaillierte Gewinn- und Verlustrechnung veröffentlicht wurde.