Die Windpark Elbenrod GmbH & Co. KG hat das Geschäftsjahr 2025 mit einer deutlich kleineren Bilanz abgeschlossen. Zum 31. Dezember 2025 belief sich die Bilanzsumme auf 31.566.264,70 Euro. Ein Jahr zuvor waren es noch 33.188.298,39 Euro.
Damit verringerte sich die Bilanzsumme innerhalb eines Jahres um rund 1,62 Millionen Euro beziehungsweise 4,9 Prozent.
Hinter der Entwicklung stehen mehrere gegenläufige Effekte. Während das Anlagevermögen infolge der Abschreibungen kräftig zurückging, erhöhten sich die Bankguthaben deutlich. Gleichzeitig konnte die Gesellschaft ihre Verbindlichkeiten um mehr als 1,6 Millionen Euro reduzieren.
Besondere Aufmerksamkeit verdient allerdings die Eigenkapitalsituation: Ein klassischer Eigenkapitalposten wird auf der Passivseite nicht mehr ausgewiesen. Stattdessen steht auf der Aktivseite ein nicht durch Vermögenseinlagen gedeckter Verlustanteil der Kommanditisten von 4,36 Millionen Euro.
Anlagevermögen verliert mehr als drei Millionen Euro an Buchwert
Der größte Teil des Vermögens steckt weiterhin in den Sachanlagen des Windparks.
Zum Jahresende 2025 wurden diese mit 22.009.313 Euro bilanziert. Ende 2024 waren es noch 25.116.511 Euro.
Damit verringerte sich das Anlagevermögen um rund 3,11 Millionen Euro beziehungsweise 12,4 Prozent.
Die Gesellschaft erklärt diese Entwicklung mit den planmäßigen Abschreibungen auf das für den Geschäftsbetrieb notwendige Anlagevermögen. Die Windenergieanlagen werden zu ihren Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten angesetzt und über ihre betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abgeschrieben.
Gerade bei kapitalintensiven Windparks können diese Abschreibungen über Jahre hinweg die Ergebnisrechnung stark belasten, obwohl ihnen nicht im gleichen Umfang laufende Zahlungsmittelabflüsse gegenüberstehen.
Genau darauf verweist auch die Geschäftsleitung bei ihrer Einschätzung zur wirtschaftlichen Lage.
Verlustanteil der Kommanditisten steigt auf 4,36 Millionen Euro
Besonders auffällig ist der sogenannte nicht durch Vermögenseinlagen gedeckte Verlustanteil der Kommanditisten.
Dieser erhöhte sich von 3.329.909,29 Euro zum Jahresende 2024 auf 4.355.089,14 Euro Ende 2025.
Das entspricht einem Anstieg um rund 1,03 Millionen Euro.
Der Posten zeigt, dass die den Kommanditisten zugerechneten Verluste ihre geleisteten Vermögenseinlagen übersteigen.
Die Gesellschaft erläutert im Anhang ausdrücklich, dass dieser Zustand nach ihrer Einschätzung vor allem aus den hohen Abschreibungen auf die Windenergieanlagen resultiert.
Die Geschäftsführung geht davon aus, dass insbesondere in der Phase hoher Abschreibungen Jahresfehlbeträge entstehen können, die über die geleisteten Kommanditeinlagen hinausgehen.
Geschäftsführung sieht Fortbestand dennoch nicht gefährdet
Trotz dieser bilanziellen Situation wurde der Jahresabschluss ausdrücklich unter der Annahme der Unternehmensfortführung aufgestellt.
Die Geschäftsleitung verweist dabei auf einen wichtigen Unterschied zwischen bilanziellen Verlusten und tatsächlicher Liquiditätsentwicklung.
Nach ihren Planungen erwirtschaftet die Windparkgesellschaft gegenwärtig einen positiven Cashflow. Auch für die Zukunft erwartet sie auf Grundlage ihrer Liquiditätsplanung weiterhin positive Zahlungsüberschüsse.
Deshalb bestehe nach Einschätzung der Geschäftsführung keine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit.
Das ist für die Einordnung der Zahlen entscheidend: Ein bilanziell nicht gedeckter Verlustanteil bedeutet bei einer solchen Projektgesellschaft nicht automatisch, dass kurzfristig Zahlungsunfähigkeit droht. Entscheidend ist, ob genügend liquide Mittel erwirtschaftet werden, um laufende Verpflichtungen, Zinsen, Tilgungen und Betriebskosten zu bedienen.
Bankguthaben steigt um rund 752.000 Euro
Die Liquidität entwickelte sich 2025 deutlich positiv.
Die Guthaben bei Kreditinstituten stiegen von 2.201.849,63 Euro auf 2.953.735,14 Euro.
Das entspricht einem Zuwachs von rund 751.900 Euro beziehungsweise 34 Prozent.
Damit verfügte die Gesellschaft am Bilanzstichtag über knapp drei Millionen Euro an Bankguthaben.
Dieser Anstieg unterstützt die Argumentation der Geschäftsführung, dass die Liquiditätssituation von den bilanziellen Verlusten getrennt betrachtet werden muss.
Umlaufvermögen wächst auf fast 3,5 Millionen Euro
Das gesamte Umlaufvermögen erhöhte sich von 2,87 Millionen Euro auf 3,48 Millionen Euro.
Neben den gestiegenen Bankguthaben weist die Gesellschaft Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände von 521.861,71 Euro aus.
Diese gingen gegenüber dem Vorjahr allerdings zurück. Ende 2024 hatten sie noch 671.679,96 Euro betragen.
Der Rückgang beläuft sich auf rund 149.800 Euro beziehungsweise 22,3 Prozent.
Nach Angaben im Anhang haben sämtliche Forderungen eine Restlaufzeit von höchstens einem Jahr.
Rechnungsabgrenzung bleibt Millionenposten
Auch der aktive Rechnungsabgrenzungsposten ist bei der Gesellschaft von erheblicher Größenordnung.
Zum Jahresende 2025 betrug er 1.726.265,71 Euro. Im Vorjahr waren es 1.868.348,51 Euro.
Damit ging der Posten um rund 142.000 Euro zurück.
Aktive Rechnungsabgrenzungsposten entstehen, wenn Ausgaben bereits vor dem Bilanzstichtag geleistet wurden, wirtschaftlich aber späteren Geschäftsjahren zuzurechnen sind.
Bei langfristigen Infrastrukturprojekten können solche Positionen eine relevante Größenordnung erreichen.
Verbindlichkeiten sinken auf 31,07 Millionen Euro
Auf der Finanzierungsseite dominierten weiterhin die Verbindlichkeiten.
Sie beliefen sich zum 31. Dezember 2025 auf 31.069.135,49 Euro. Ende 2024 waren es noch 32.720.716,31 Euro.
Damit reduzierte die Gesellschaft ihre Verpflichtungen innerhalb eines Jahres um rund 1,65 Millionen Euro beziehungsweise fünf Prozent.
Das ist eine der wichtigsten Veränderungen der Bilanz.
Der Schuldenabbau zeigt, dass die Gesellschaft trotz der hohen bilanziellen Belastung durch Abschreibungen ihre Verpflichtungen zurückführen konnte.
Mehr als 28 Millionen Euro langfristige Verbindlichkeiten
Der überwiegende Teil der Schulden ist langfristig.
Verbindlichkeiten von 2.900.704,54 Euro haben eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr.
Weitere 28.168.430,95 Euro laufen länger als ein Jahr.
Damit entfallen rund 91 Prozent der gesamten Verbindlichkeiten auf längerfristige Verpflichtungen.
Im Vorjahr lagen die langfristigen Verbindlichkeiten noch bei 29.728.771,21 Euro. Innerhalb eines Jahres wurden sie damit um rund 1,56 Millionen Euro reduziert.
Die kurzfristigen Verpflichtungen gingen ebenfalls zurück, wenn auch nur leicht: von 2.991.945,10 Euro auf knapp 2,90 Millionen Euro.
Fast 20 Millionen Euro durch Stromerlöse besichert
Ein erheblicher Teil der Verbindlichkeiten ist durch die künftigen Einnahmen aus dem Stromverkauf abgesichert.
Zum Jahresende 2025 waren Verpflichtungen von 19.895.998 Euro durch die Verpfändung von Stromerlösen besichert.
Ein Jahr zuvor lag dieser Betrag noch bei 22.733.574 Euro.
Damit verringerte sich auch das Volumen der durch Stromerlöse besicherten Verbindlichkeiten deutlich – um rund 2,84 Millionen Euro.
Eine solche Finanzierungsstruktur ist bei Windparkprojekten nicht ungewöhnlich. Kreditgeber sichern ihre langfristigen Finanzierungen häufig durch die zukünftigen Einnahmen des Projekts ab.
Rückstellungen steigen leicht
Die Rückstellungen erhöhten sich von 467.582,08 Euro auf 497.129,21 Euro.
Das entspricht einem Plus von rund 29.500 Euro oder 6,3 Prozent.
Die Gesellschaft berücksichtigt nach eigenen Angaben alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen. Bei längerfristigen Rückstellungen werden zudem erwartete Preis- und Kostensteigerungen berücksichtigt und die Verpflichtungen auf den Bilanzstichtag abgezinst.
Pacht kostet mehr als 444.000 Euro im Jahr
Neben den bilanzierten Schulden bestehen weitere langfristige Verpflichtungen.
Aus Pachtverträgen bestehen finanzielle Verpflichtungen bis zum Geschäftsjahr 2041.
Für das Geschäftsjahr 2025 beziffert die Gesellschaft die Pachtverpflichtungen auf 444.555,04 Euro.
Die Höhe ist variabel.
Für Windparkgesellschaften stellen solche Pachtzahlungen einen wichtigen laufenden Kostenfaktor dar. Viele Anlagen stehen auf Flächen, die langfristig von Grundstückseigentümern gepachtet werden.
Bilanzielle Verluste treffen auf hohe Liquidität
Gerade die Kombination aus steigenden Verlustanteilen und gleichzeitig wachsender Liquidität macht den Jahresabschluss der Windpark Elbenrod GmbH & Co. KG interessant.
Einerseits weist die Gesellschaft einen nicht durch Einlagen gedeckten Verlustanteil von mehr als 4,35 Millionen Euro aus.
Andererseits liegen knapp 2,95 Millionen Euro Bankguthaben vor, und nach Darstellung der Geschäftsleitung erwirtschaftet die Gesellschaft einen positiven Cashflow.
Das verdeutlicht eine Besonderheit kapitalintensiver Infrastrukturprojekte: Hohe Abschreibungen können das handelsrechtliche Ergebnis stark belasten, ohne dass diese Belastung im selben Moment einen tatsächlichen Zahlungsmittelabfluss verursacht.
Der wirtschaftliche Erfolg eines Windparks lässt sich deshalb nicht allein aus dem bilanziellen Verlust ableiten.
Schuldenabbau spricht für laufende Tilgung
Ein weiteres Indiz dafür ist der Rückgang der Verbindlichkeiten.
Die Gesellschaft konnte ihre Schulden im Jahr 2025 um mehr als 1,65 Millionen Euro reduzieren. Gleichzeitig erhöhte sich der Bestand an Bankguthaben um rund 752.000 Euro.
Beide Entwicklungen zusammen sprechen dafür, dass im Geschäftsjahr ausreichend Liquidität vorhanden war, um Finanzierungsverpflichtungen zurückzuführen und dennoch zusätzliche Zahlungsmittel aufzubauen.
Welche Einnahmen der Windpark tatsächlich aus der Stromproduktion erzielt hat und wie hoch der operative Überschuss war, lässt sich aus der veröffentlichten Bilanz allerdings nicht exakt ablesen.
Dafür wären insbesondere Angaben aus der Gewinn- und Verlustrechnung erforderlich.
Bilanzsumme könnte weiter abschmelzen
Sollten die Sachanlagen auch in den kommenden Jahren planmäßig abgeschrieben werden, dürfte ihr Buchwert weiter sinken.
Das gilt entsprechend auch für die Bilanzsumme, sofern nicht größere neue Investitionen oder andere Vermögenszugänge hinzukommen.
Für die wirtschaftliche Entwicklung wird deshalb entscheidend sein, wie lange die Anlagen noch betrieben werden können, welche Stromerlöse sie erzielen und wie schnell die langfristigen Verbindlichkeiten weiter zurückgeführt werden.
Auch die Entwicklung der Pachtkosten und anderer Betriebsaufwendungen dürfte dabei eine wichtige Rolle spielen.
Windpark sitzt in Hamburg
Die Windpark Elbenrod GmbH & Co. KG hat ihren gesellschaftsrechtlichen Sitz in Hamburg.
Sie ist beim Amtsgericht Hamburg unter HRA 117899 eingetragen.
Nach den handelsrechtlichen Größenklassen handelt es sich um eine kleine Personenhandelsgesellschaft. Entsprechend konnte das Unternehmen bei der Aufstellung und Offenlegung des Jahresabschlusses bestimmte gesetzliche Erleichterungen nutzen.
Der Abschluss wurde am 4. Mai 2026 in Hamburg unterzeichnet und bereits am 6. Mai 2026 festgestellt.
2025 bringt Schuldenabbau – aber auch wachsenden bilanziellen Fehlbetrag
Unter dem Strich zeigt der Jahresabschluss ein ambivalentes, aber nachvollziehbares Bild.
Positiv fallen vor allem der Rückgang der Verbindlichkeiten um 1,65 Millionen Euro und der Anstieg der Bankguthaben auf knapp drei Millionen Euro auf.
Gleichzeitig fällt der Buchwert des Windparks aufgrund der Abschreibungen kräftig. Das Anlagevermögen sank um mehr als drei Millionen Euro.
Dadurch erhöhte sich auch der nicht durch Vermögenseinlagen gedeckte Verlustanteil der Kommanditisten auf 4,36 Millionen Euro.
Die Geschäftsführung sieht darin jedoch derzeit keine Gefährdung des Unternehmens. Sie verweist darauf, dass die bilanziellen Fehlbeträge maßgeblich durch Abschreibungen verursacht werden und der Windpark nach der aktuellen Liquiditätsplanung weiterhin positive Cashflows erwirtschaftet.
Damit steht für die weitere Entwicklung vor allem eine Frage im Mittelpunkt: Kann der Windpark seine laufenden Stromerlöse weiterhin nutzen, um die hohen langfristigen Schulden kontinuierlich zurückzuführen?
Die Zahlen für 2025 liefern dafür zumindest ein wichtiges Signal: Trotz wachsender bilanzieller Verlustanteile wurden Schulden abgebaut und gleichzeitig die liquiden Mittel deutlich erhöht.