Der Jahresbericht des EFD 21 Alpha Global Invest für das Geschäftsjahr vom 1. Mai 2025 bis 30. April 2026 zeigt insgesamt eine deutlich positive Entwicklung, allerdings verbunden mit einer grundlegenden Veränderung der Anlagestrategie und einem erhöhten Risikoprofil. Seit November 2025 verfolgt der Fonds eine Long-/Short-Strategie, bei der grundsätzlich ein Long-Exposure von 130 % und gleichzeitig ein Short-Exposure von 30 % angestrebt wird. Zudem wurde der Aktienanteil erhöht, der Einsatz von Derivaten ausgeweitet und der regionale Schwerpunkt stärker auf Nordamerika verlagert.
Aus Anlegersicht fällt zunächst die gute Wertentwicklung der Anteilklasse E auf. Der Anteilwert stieg innerhalb des Geschäftsjahres von 99,08 Euro auf 122,75 Euro. Dies entspricht einem Anstieg von rund 23,9 %. Das Ergebnis des Geschäftsjahres belief sich auf rund 5,83 Mio. Euro, wovon etwa 3,61 Mio. Euro auf realisierte und 2,22 Mio. Euro auf nicht realisierte Ergebnisse entfielen. Damit konnte der Fonds die Verluste beziehungsweise schwächere Entwicklung des vorherigen Geschäftsjahres deutlich kompensieren.
Das Portfolio ist mit 93,36 % des Fondsvermögens stark aktienorientiert. Zu den größten Einzelpositionen gehören NVIDIA mit 6,23 %, Alphabet mit 5,21 %, Apple mit 3,91 %, Microsoft mit 3,82 % und Amazon mit 3,77 %. Damit besteht trotz einer grundsätzlich breiten Streuung eine erkennbare Konzentration auf große US-amerikanische Technologieunternehmen. Eine weiterhin starke Entwicklung dieses Sektors könnte die Fondsperformance unterstützen, gleichzeitig erhöht diese Ausrichtung aber die Abhängigkeit von der Entwicklung des US-Aktien- und Technologiesektors.
Positiv zu beurteilen ist die breite internationale und sektorale Diversifikation. Neben Technologieunternehmen investiert der Fonds unter anderem in Finanzwerte, Gesundheitsunternehmen, Industrie-, Energie- und Konsumtitel. Die überwiegend hohe Marktkapitalisierung der gehaltenen Aktien reduziert zudem das Liquiditätsrisiko, da diese Wertpapiere normalerweise in großen Volumina an internationalen Börsen gehandelt werden können.
Kritisch ist dagegen das gestiegene Risikoniveau durch den Einsatz von Derivaten und die Long-/Short-Strategie zu betrachten. Der durchschnittliche Leverage durch Derivategeschäfte lag im Geschäftsjahr bei 1,32. Derivate können zwar zur Absicherung beitragen und zusätzliche Renditechancen ermöglichen, sie können bei ungünstigen Marktbewegungen jedoch auch Verluste verstärken. Hinzu kommen geopolitische Risiken, eine volatile Entwicklung der Kapitalmärkte sowie Unsicherheiten durch internationale Handels- und Zollkonflikte.
Ein weiterer wichtiger Kritikpunkt sind die Kosten der Anteilklasse E. Die Gesamtkostenquote (TER) beträgt 2,08 %, zusätzlich wird eine performanceabhängige Vergütung von 1,62 % ausgewiesen. Die Verwaltungsvergütung belief sich im Berichtsjahr auf rund 1,0 Mio. Euro. Außerdem fällt bei der Anteilklasse E ein Ausgabeaufschlag von bis zu 5 % an. Für Anleger bedeutet dies eine vergleichsweise hohe Kostenbelastung, die langfristig einen erheblichen Teil der erzielten Rendite aufzehren kann. Die institutionelle Anteilklasse I ist mit einer ausgewiesenen TER von 0,60 % und ohne Ausgabeaufschlag wesentlich günstiger.
Auffällig sind außerdem die Mittelabflüsse aus der Anteilklasse E. Den Mittelzuflüssen von rund 2,21 Mio. Euro standen Rücknahmen von etwa 6,30 Mio. Euro gegenüber, sodass sich ein Netto-Mittelabfluss von rund 4,09 Mio. Euro ergab. Trotz der guten Performance haben somit deutlich mehr Anlegergelder den Fonds verlassen als neu investiert wurden. Durch das positive Jahresergebnis erhöhte sich das Vermögen der Anteilklasse E dennoch von rund 26,48 Mio. auf 28,32 Mio. Euro.
Für Anleger, die regelmäßige Ausschüttungen erwarten, ist außerdem relevant, dass trotz eines positiven Geschäftsergebnisses keine Ausschüttung vorgenommen wurde. Die verfügbaren Erträge wurden stattdessen wiederangelegt beziehungsweise auf neue Rechnung vorgetragen.
Fazit: Aus Anlegersicht liefert der EFD 21 Alpha Global Invest für 2025/2026 ein insgesamt überzeugendes Anlageergebnis. Besonders die starke Wertsteigerung der Anteilklasse E und das diversifizierte Aktienportfolio sind positiv zu bewerten. Dem stehen jedoch eine hohe Kostenbelastung, erhebliche Mittelabflüsse sowie ein durch Derivate und die neue Long-/Short-Strategie gestiegenes Risikoprofil gegenüber. Der Fonds erscheint daher vor allem für renditeorientierte und risikobereite Anleger mit längerfristigem Anlagehorizont interessant. Für kostenbewusste oder sicherheitsorientierte Anleger ist insbesondere die Anteilklasse E aufgrund ihrer Gebührenstruktur weniger attraktiv. Insgesamt ist die Entwicklung positiv, die zukünftige Performance hängt jedoch stark davon ab, ob das aktive Fondsmanagement mit der seit November 2025 verfolgten Strategie dauerhaft einen Mehrwert gegenüber kostengünstigeren globalen Aktienanlagen erzielen kann.