Nach längerer Abwesenheit können sich in Wasserleitungen sogenannte Legionellen vermehren. Besonders in der Urlaubszeit steigt deshalb das Risiko, wenn Wohnungen oder Ferienunterkünfte über längere Zeit ungenutzt waren. Gelangen die Bakterien über feine Wassertröpfchen in die Lunge, können sie ernsthafte Atemwegserkrankungen verursachen. Experten empfehlen deshalb, Wasserleitungen nach längeren Standzeiten zunächst gründlich durchzuspülen.
Legionellen sind Bakterien, die natürlicherweise im Wasser vorkommen. Problematisch werden sie vor allem dann, wenn Wasser über längere Zeit in Leitungen steht und sich erwärmt. Unter solchen Bedingungen können sich die Keime stark vermehren.
Besonders betroffen sind Warmwasseranlagen, Duschköpfe und wenig genutzte Leitungsabschnitte.
Ansteckung erfolgt über feinste Wassertröpfchen
Eine Infektion erfolgt nicht durch das Trinken von Wasser, sondern durch das Einatmen feinster Wassertröpfchen, sogenannter Aerosole.
Diese entstehen insbesondere beim Duschen, aber auch an Wasserhähnen oder Whirlpools. Gelangen legionellenhaltige Aerosole in die Lunge, können die Bakterien eine Infektion auslösen.
Symptome reichen von grippeähnlichen Beschwerden bis zur Lungenentzündung
Eine Infektion mit Legionellen kann zunächst grippeähnliche Beschwerden verursachen. Typisch sind Fieber, Husten, Kopf- und Gliederschmerzen sowie allgemeines Krankheitsgefühl.
In schwereren Fällen kann sich daraus die sogenannte Legionärskrankheit entwickeln – eine Form der Lungenentzündung, die insbesondere für ältere Menschen, Personen mit geschwächtem Immunsystem oder chronischen Erkrankungen gefährlich werden kann.
Eine frühzeitige medizinische Behandlung verbessert in der Regel die Heilungschancen.
Nach dem Urlaub Leitungen durchspülen
Experten empfehlen, Wasserleitungen nach längerer Nichtbenutzung zunächst gründlich zu spülen.
Sowohl kaltes als auch warmes Wasser sollten einige Minuten laufen, bevor sie zum Duschen oder für andere Anwendungen genutzt werden. Dadurch wird abgestandenes Wasser aus den Leitungen entfernt und das Risiko einer erhöhten Keimbelastung reduziert.
Auch in Ferienwohnungen, Ferienhäusern oder Hotelzimmern kann es sinnvoll sein, die Dusche zunächst kurz laufen zu lassen, bevor sie genutzt wird.
Warmwasseranlagen regelmäßig warten
Neben dem Spülen der Leitungen spielt auch die regelmäßige Wartung von Warmwasseranlagen eine wichtige Rolle.
Eine ausreichend hohe Warmwassertemperatur kann das Wachstum von Legionellen erheblich einschränken. In größeren Gebäuden und öffentlichen Einrichtungen gelten deshalb besondere gesetzliche Vorgaben zur Überwachung der Wasserqualität.
Einfache Vorsichtsmaßnahmen können schützen
Legionellen stellen zwar kein alltägliches Risiko dar, dennoch sollten Verbraucher das Thema insbesondere nach längeren Abwesenheiten ernst nehmen.
Mit einfachen Maßnahmen wie dem gründlichen Durchspülen der Wasserleitungen und einer regelmäßigen Wartung der Hausinstallation lässt sich das Infektionsrisiko deutlich verringern. Wer nach möglichem Kontakt mit Legionellen hohes Fieber, starken Husten oder Atembeschwerden entwickelt, sollte ärztlichen Rat einholen, um eine mögliche Infektion frühzeitig behandeln zu lassen.