Die Windpark Gramzow GmbH & Co. Betriebs-KG hat sich im Geschäftsjahr 2024 deutlich verkleinert. Nachdem die Gesellschaft ihre Windkraftanlagen und damit den wesentlichen Geschäftsbetrieb bereits im Jahr 2023 vollständig veräußert hatte, stand das Folgejahr offenbar im Zeichen der finanziellen und bilanziellen Abwicklung.
Die Bilanzsumme sank zum 31. Dezember 2024 von knapp 5,97 Millionen Euro auf nur noch rund 426.200 Euro. Das entspricht einem Rückgang um etwa 5,54 Millionen Euro beziehungsweise knapp 93 Prozent.
Besonders stark reduzierten sich die Forderungen, die Bankguthaben, das Eigenkapital und die Verbindlichkeiten. Anlagevermögen war Ende 2024 überhaupt nicht mehr vorhanden. Die Gesellschaft verfügte damit weder über Windenergieanlagen noch über sonstige langfristige Beteiligungen oder Sachwerte.
Windkraftanlagen bereits 2023 vollständig verkauft
Der entscheidende Einschnitt erfolgte bereits im vorangegangenen Geschäftsjahr. Nach den Angaben im Anhang wurden im Kalenderjahr 2023 sämtliche Windkraftanlagen veräußert.
Mit dem Verkauf ging der wesentliche operative Geschäftsbetrieb der Gesellschaft verloren. Die Windparkgesellschaft war damit 2024 nicht mehr als klassischer Betreiber eigener Windenergieanlagen tätig.
Der Jahresabschluss enthält keine Angaben zum Käufer, zum Verkaufspreis oder zur konkreten Verwendung des Erlöses. Auch Informationen über mögliche Gewährleistungs-, Nachlauf- oder Abwicklungsverpflichtungen werden nicht veröffentlicht.
Die Zahlen zeigen jedoch deutlich, dass nach dem Verkauf zunächst noch erhebliche Forderungen, liquide Mittel und Verpflichtungen in der Gesellschaft verblieben waren, die im Laufe des Jahres 2024 weitgehend abgewickelt wurden.
Anlagevermögen vollständig verschwunden
Zum Ende des Geschäftsjahres 2024 wies die Gesellschaft kein Anlagevermögen mehr aus.
Im Vorjahr waren noch geringfügige Anlagenwerte von insgesamt 3.324 Euro bilanziert. Davon entfiel lediglich ein Euro auf Sachanlagen und 3.323 Euro auf Finanzanlagen.
Beide Positionen wurden 2024 vollständig ausgebucht. Ob dies durch Verkauf, Rückzahlung, Abschreibung oder eine sonstige Übertragung geschah, wird im Anhang nicht erläutert.
Der vollständige Wegfall des Anlagevermögens unterstreicht, dass die Gesellschaft keine wesentlichen dauerhaften Vermögenswerte mehr besitzt.
Bilanzsumme schrumpft auf rund 426.000 Euro
Die Bilanzsumme verringerte sich von 5.968.787,99 Euro auf 426.199,29 Euro.
Damit blieb Ende 2024 nur noch gut ein Vierzehntel des Vorjahresvolumens in der Bilanz. Die Gesellschaft hatte den größten Teil ihres nach dem Anlagenverkauf vorhandenen Vermögens inzwischen verteilt, verrechnet oder zur Begleichung von Verpflichtungen eingesetzt.
Auf der Aktivseite bestand das verbleibende Vermögen fast ausschließlich aus Bankguthaben und kurzfristigen Forderungen.
Auf der Passivseite standen diesem Vermögen noch Kapitalanteile der Kommanditisten, Rückstellungen und vergleichsweise geringe kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber.
Forderungen gehen um mehr als fünf Millionen Euro zurück
Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände fielen von rund 5,12 Millionen Euro auf nur noch etwa 80.700 Euro.
Der Rückgang belief sich damit auf mehr als 5,03 Millionen Euro beziehungsweise rund 98 Prozent.
Der außergewöhnlich hohe Forderungsbestand des Vorjahres dürfte im Zusammenhang mit dem Verkauf der Windkraftanlagen gestanden haben. Denkbar sind offene Kaufpreisforderungen, Abrechnungsansprüche oder Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen und Gesellschaftern.
Eine genaue Aufschlüsselung enthält der veröffentlichte Abschluss jedoch nicht. Daher lässt sich nicht feststellen, gegenüber wem die Forderungen bestanden und auf welche Weise sie 2024 erfüllt oder verrechnet wurden.
Der geringe Restbestand von rund 80.700 Euro zeigt, dass die wesentlichen Außenstände bis zum Jahresende weitgehend eingezogen oder anderweitig ausgebucht waren.
Bankguthaben mehr als halbiert
Die liquiden Mittel sanken von rund 848.700 Euro auf etwa 345.200 Euro.
Damit verringerte sich der Bestand an Bankguthaben um rund 503.500 Euro beziehungsweise knapp 59 Prozent.
Trotz dieses Rückgangs bestanden Ende 2024 noch erhebliche liquide Mittel. Die Bankguthaben machten rund 81 Prozent der gesamten Bilanzsumme aus.
Die verbleibende Liquidität überstieg die kurzfristigen Verbindlichkeiten deutlich. Allerdings waren zusätzlich Rückstellungen von fast 196.000 Euro zu berücksichtigen, die künftig zu Zahlungen führen können.
Eigenkapital um knapp fünf Millionen Euro gesunken
Das ausgewiesene Eigenkapital fiel von rund 5,15 Millionen Euro auf nur noch etwa 208.600 Euro.
Der Rückgang betrug damit rund 4,95 Millionen Euro beziehungsweise etwa 96 Prozent.
Das Eigenkapital besteht vollständig aus den Kapitalanteilen der Kommanditisten. Ein gesonderter Bilanzgewinn oder Bilanzverlust wird nicht ausgewiesen.
Der drastische Rückgang dürfte vor allem auf Ausschüttungen, Entnahmen oder die Rückzahlung von Kapital an die Gesellschafter nach dem Verkauf der Windkraftanlagen zurückzuführen sein.
Ein Verlust in vergleichbarer Höhe lässt sich aus den vorliegenden Zahlen nicht ableiten. Bei Personengesellschaften werden Jahresergebnisse häufig unmittelbar über die Kapitalkonten der Gesellschafter verbucht. Ohne veröffentlichte Gewinn- und Verlustrechnung kann nicht unterschieden werden, welcher Anteil des Rückgangs auf Ergebnisverrechnung und welcher auf tatsächliche Entnahmen entfällt.
Eigenkapitalquote bleibt dennoch vergleichsweise hoch
Obwohl das Eigenkapital absolut stark zurückging, lag die rechnerische Eigenkapitalquote Ende 2024 weiterhin bei rund 49 Prozent.
Im Vorjahr hatte sie aufgrund des hohen Forderungs- und Kapitalbestands noch bei rund 86 Prozent gelegen.
Die Quote ist jedoch nur eingeschränkt mit der Bilanz eines laufenden Windparkbetriebs vergleichbar. Die Gesellschaft verfügt nicht mehr über operative Anlagen und befindet sich offenbar in einer Abwicklungs- beziehungsweise Nachlaufphase.
Für die wirtschaftliche Beurteilung ist deshalb weniger die Eigenkapitalquote als vielmehr die Frage entscheidend, welche Restverpflichtungen noch bestehen und ob die verbleibenden Mittel zu deren Erfüllung ausreichen.
Nicht gedeckter Verlustanteil eines Kommanditisten
Auf der Aktivseite wird erstmals ein nicht durch Vermögenseinlagen gedeckter Verlustanteil von 330,92 Euro ausgewiesen.
Eine solche Position entsteht, wenn das Kapitalkonto eines Kommanditisten durch Verluste oder Entnahmen rechnerisch negativ wird, der negative Betrag aber aufgrund der handelsrechtlichen Vorschriften nicht als negatives Eigenkapital auf der Passivseite dargestellt wird.
Stattdessen wird der nicht durch Einlagen gedeckte Verlustanteil auf der Aktivseite ausgewiesen.
Der Betrag ist mit rund 331 Euro sehr gering und für die Gesamtbilanz wirtschaftlich kaum bedeutsam. Er zeigt jedoch, dass mindestens eines der Gesellschafterkonten zum Bilanzstichtag einen negativen Stand aufwies.
Rückstellungen nur moderat reduziert
Die Rückstellungen sanken von rund 231.100 Euro auf etwa 195.600 Euro.
Der Rückgang betrug rund 35.500 Euro beziehungsweise gut 15 Prozent.
Im Verhältnis zur stark geschrumpften Bilanzsumme haben die Rückstellungen damit erheblich an Gewicht gewonnen. Sie entsprechen rund 46 Prozent der gesamten Bilanzsumme.
Der Anhang unterscheidet allgemein zwischen Steuerrückstellungen für noch nicht veranlagte Steuern und sonstigen Rückstellungen für ungewisse Verpflichtungen. Eine konkrete Aufteilung der rund 195.600 Euro wird jedoch nicht veröffentlicht.
Mögliche Rückstellungen könnten mit steuerlichen Folgen des Anlagenverkaufs, Abschlusskosten, Beratungsleistungen oder sonstigen Abwicklungsrisiken zusammenhängen. Eine eindeutige Zuordnung ist auf Grundlage des Abschlusses nicht möglich.
Verbindlichkeiten um mehr als 560.000 Euro abgebaut
Die Verbindlichkeiten reduzierten sich von rund 583.800 Euro auf nur noch etwa 22.000 Euro.
Damit wurden innerhalb eines Jahres Verpflichtungen von rund 561.800 Euro beziehungsweise mehr als 96 Prozent abgebaut.
Sämtliche verbliebenen Verbindlichkeiten hatten eine Restlaufzeit von höchstens einem Jahr. Langfristige Schulden bestanden Ende 2024 nicht.
Die Gesellschaft war damit zum Bilanzstichtag nahezu schuldenfrei. Den kurzfristigen Verbindlichkeiten von rund 22.000 Euro standen Bankguthaben von rund 345.000 Euro und Forderungen von rund 80.700 Euro gegenüber.
Gesellschafterverbindlichkeiten vollständig zurückgeführt
Im Vorjahr bestanden noch Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern von 526.500 Euro.
Zum 31. Dezember 2024 waren diese vollständig verschwunden. Die Gesellschaft hatte die entsprechenden Ansprüche somit zurückgezahlt, verrechnet oder anderweitig ausgebucht.
Der Abbau der Gesellschafterverbindlichkeiten dürfte einen wesentlichen Teil des Rückgangs der liquiden Mittel erklären.
Auch hier enthält der Abschluss keine Angaben über die genaue Art der früheren Verpflichtungen. Möglich wären Gesellschafterdarlehen, Verrechnungskonten oder noch nicht ausgezahlte Ansprüche gewesen.
Kurzfristige Zahlungsfähigkeit erscheint gesichert
Die Gesellschaft verfügte Ende 2024 über ein Umlaufvermögen von insgesamt rund 425.900 Euro.
Dem standen kurzfristige Verbindlichkeiten von nur knapp 22.000 Euro gegenüber. Selbst unter Einbeziehung der Rückstellungen von rund 195.600 Euro lag das vorhandene Umlaufvermögen deutlich über den bilanzierten Verpflichtungen.
Rechnerisch verblieb nach Abzug von Verbindlichkeiten und Rückstellungen ein Überschuss von mehr als 208.000 Euro, der weitgehend dem ausgewiesenen Eigenkapital entspricht.
Die kurzfristige Zahlungsfähigkeit wirkt daher auf Grundlage der veröffentlichten Bilanz solide.
Ob darüber hinaus noch nicht bilanzierte Risiken aus dem früheren Anlagenbetrieb oder dem Verkauf bestehen, geht aus dem Anhang nicht hervor.
Keine Mitarbeiter beschäftigt
Die Gesellschaft beschäftigte im Geschäftsjahr 2024 keine eigenen Arbeitnehmer.
Dies ist bei Windparkgesellschaften auch während des laufenden Betriebs üblich, da technische und kaufmännische Aufgaben häufig an externe Dienstleister vergeben werden.
Nach dem Verkauf der Anlagen besteht zudem kaum noch operativer Personalbedarf. Die verbleibenden Tätigkeiten dürften sich im Wesentlichen auf Buchhaltung, Steuerfragen, Vertragsabwicklung und gesellschaftsrechtliche Aufgaben beschränken.
Geschäftsergebnis bleibt unbekannt
Der veröffentlichte Jahresabschluss enthält keine Gewinn- und Verlustrechnung und keine Angabe zu einem Jahresüberschuss oder Jahresfehlbetrag.
Aus dem Rückgang des Eigenkapitals allein lässt sich das Ergebnis nicht ableiten. Nach dem Anlagenverkauf könnten Ausschüttungen und Kapitalrückzahlungen einen wesentlich größeren Einfluss gehabt haben als der laufende Gewinn oder Verlust.
Auch die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen, Zinseinnahmen, Steueraufwendungen oder mögliche Nachlaufkosten sind nicht bekannt.
Für eine vollständige Beurteilung des Geschäftsjahres wären daher insbesondere Angaben zur Ergebnisentwicklung und zu den Veränderungen der Gesellschafterkonten erforderlich.
Wichtige Bilanzkennzahlen im Überblick
Zum 31. Dezember 2024 wies die Gesellschaft folgende wesentliche Werte aus:
- Bilanzsumme: 426.199 Euro
- Bilanzsumme 2023: 5,97 Millionen Euro
- Anlagevermögen: 0 Euro
- Umlaufvermögen: 425.868 Euro
- Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände: 80.704 Euro
- Bankguthaben: 345.164 Euro
- nicht gedeckter Verlustanteil: 331 Euro
- Eigenkapital: 208.632 Euro
- rechnerische Eigenkapitalquote: rund 49 Prozent
- Rückstellungen: 195.615 Euro
- Verbindlichkeiten: 21.952 Euro
- Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern: 0 Euro
- Mitarbeiter: 0
Fazit: Gesellschaft nach Windparkverkauf weitgehend entleert
Die Bilanz der Windpark Gramzow GmbH & Co. Betriebs-KG dokumentiert die weit fortgeschrittene Abwicklung des früheren Windparkgeschäfts.
Nach dem vollständigen Verkauf der Windkraftanlagen im Jahr 2023 wurden 2024 Forderungen von mehr als fünf Millionen Euro eingezogen oder verrechnet, Gesellschafterverbindlichkeiten vollständig zurückgeführt und ein erheblicher Teil des Eigenkapitals offenbar an die Eigentümer ausgekehrt.
Die Bilanzsumme schrumpfte dadurch um fast 93 Prozent auf nur noch rund 426.000 Euro. Anlagevermögen besteht nicht mehr, langfristige Schulden ebenfalls nicht.
Übrig geblieben sind vor allem liquide Mittel von rund 345.000 Euro, Forderungen von etwa 81.000 Euro und Rückstellungen von knapp 196.000 Euro. Die noch vorhandenen kurzfristigen Verbindlichkeiten sind mit rund 22.000 Euro vergleichsweise gering.
Die Gesellschaft erscheint damit liquide und nahezu schuldenfrei. Zugleich besitzt sie keinen wesentlichen operativen Geschäftsbetrieb mehr. Die weitere Entwicklung dürfte vor allem davon abhängen, ob noch steuerliche, vertragliche oder sonstige Verpflichtungen aus dem früheren Windparkbetrieb und dessen Verkauf abgewickelt werden müssen.