Die RVNI BERLIN GmbH mit Firmensitz in der Torstraße 67 in 10119 Berlin befindet sich im Insolvenzeröffnungsverfahren. Das Amtsgericht Charlottenburg ordnete am 14. Juli 2026 um 13:26 Uhr im Verfahren mit dem Aktenzeichen 3607 IN 4366/26 umfangreiche Sicherungsmaßnahmen sowie die vorläufige Insolvenzverwaltung an. Die Gesellschaft ist beim Amtsgericht Charlottenburg unter der Handelsregisternummer HRB 224593 eingetragen und wird von Geschäftsführer Schahin Samimi-Bayat vertreten.
Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Knut Rebholz aus Berlin bestellt. Gleichzeitig untersagte das Insolvenzgericht Zwangsvollstreckungsmaßnahmen gegen die Gesellschaft, soweit diese nicht unbewegliche Vermögensgegenstände betreffen. Bereits begonnene Vollstreckungen wurden einstweilen eingestellt. Darüber hinaus dürfen Verfügungen über das Vermögen der Gesellschaft nur noch mit Zustimmung des vorläufigen Insolvenzverwalters vorgenommen werden. Insbesondere ist der Gesellschaft die Einziehung offener Forderungen untersagt.
Der vorläufige Insolvenzverwalter wurde ermächtigt, Bankguthaben und sonstige Forderungen einzuziehen, eingehende Gelder und Schecks entgegenzunehmen sowie ein Insolvenzsonderkonto für die spätere Insolvenzmasse einzurichten. Außerdem erhielt er weitreichende Auskunfts- und Einsichtsrechte gegenüber Banken, Behörden und anderen Stellen sowie das Recht, die Geschäftsräume zu betreten und sämtliche Unterlagen einzusehen. Drittschuldner wurden angewiesen, offene Forderungen ausschließlich an den vorläufigen Insolvenzverwalter zu begleichen.
Die RVNI BERLIN GmbH wurde Ende 2020 gegründet und ist im Bereich Mode, Design und Lifestyle tätig. Nach dem im Handelsregister eingetragenen Unternehmensgegenstand umfasst die Geschäftstätigkeit den erlaubnisfreien Handel mit Waren verschiedener Art, insbesondere Bekleidungstextilien und Schmuck, sowie die Erbringung von Unternehmensberatungs- und Designdienstleistungen in der Modebranche und Musikindustrie.
Unter der Marke RVNI Berlin entwickelte und vertrieb das Unternehmen hochwertige Streetwear- und Fashion-Kollektionen. Das Sortiment umfasste unter anderem T-Shirts, Hoodies, Jacken, Hosen, Accessoires und Schmuck, die überwiegend über den eigenen Onlineshop sowie ausgewählte Vertriebspartner verkauft wurden. Ergänzend bot die Gesellschaft kreative Dienstleistungen für Markenaufbau, Modedesign und Unternehmensentwicklung an und arbeitete dabei insbesondere mit Akteuren aus der Mode- und Musikszene zusammen.
Das Geschäftsmodell verband den Handel mit eigenen Lifestyle-Produkten mit kreativen Beratungs- und Designleistungen. Neben der Entwicklung eigener Kollektionen unterstützte das Unternehmen auch andere Marken bei der Gestaltung von Produkten, Markenidentitäten und Marketingkonzepten. Die Kombination aus Modehandel, Design und Unternehmensberatung sollte unterschiedliche Einnahmequellen erschließen und die Positionierung der Marke im Premium-Streetwear-Segment stärken.
Die Modebranche steht seit geraumer Zeit unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Steigende Produktions- und Logistikkosten, ein intensiver Wettbewerb im Onlinehandel, verändertes Kaufverhalten der Verbraucher sowie hohe Marketingaufwendungen erschweren insbesondere kleineren und unabhängigen Modemarken eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung.
Mit der Anordnung der vorläufigen Insolvenzverwaltung beginnt nun die Prüfung der wirtschaftlichen Situation der Gesellschaft. Der vorläufige Insolvenzverwalter wird die Vermögensverhältnisse analysieren, Forderungen sichern und prüfen, ob eine Fortführung oder Sanierung des Unternehmens möglich ist. Erst nach Abschluss dieser Prüfung entscheidet das Insolvenzgericht über die Eröffnung des eigentlichen Insolvenzverfahrens.
Das Verfahren mit dem Aktenzeichen 3607 IN 4366/26 stellt damit einen wichtigen Zwischenschritt für die RVNI BERLIN GmbH dar. Ob das Unternehmen seine Geschäftstätigkeit fortführen oder im Rahmen einer Sanierung neu aufgestellt werden kann, wird sich im weiteren Verlauf des Insolvenzverfahrens entscheiden.