Die Boots- und Schiffswerft Cuxhaven GmbH mit Firmensitz in der Kapitän-Alexander-Straße 21–23 in 27472 Cuxhaven befindet sich in einem Insolvenzantragsverfahren. Das Amtsgericht Cuxhaven hat im Verfahren mit dem Aktenzeichen 12 IN 50/26 am 30. Juni 2026 um 12:00 Uhr die vorläufige Insolvenzverwaltung über das Vermögen der Gesellschaft angeordnet.
Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Jan M. Antholz aus Cuxhaven bestellt. Gleichzeitig ordnete das Gericht an, dass Verfügungen der Gesellschaft nur noch mit Zustimmung des vorläufigen Insolvenzverwalters wirksam sind. Darüber hinaus wurden die Schuldner der Gesellschaft aufgefordert, Zahlungen ausschließlich unter Beachtung des gerichtlichen Beschlusses zu leisten.
Die Boots- und Schiffswerft Cuxhaven GmbH zählt zu den traditionsreichen maritimen Unternehmen an der Nordseeküste. Das Unternehmen war auf den Neubau, die Reparatur, die Instandsetzung und die Modernisierung von Schiffen und Booten spezialisiert. Zum Leistungsspektrum gehörten außerdem umfangreiche Wartungs- und Werftarbeiten an Fischerei-, Behörden-, Arbeits- und Freizeitschiffen sowie die Durchführung von Stahl- und Metallbauarbeiten im maritimen Bereich.
Darüber hinaus bot die Werft technische Nachrüstungen, Umbauten, Maschinen- und Antriebstechnik, Schweißarbeiten sowie die Überholung von Schiffskomponenten an. Auch Kran- und Slipanlagen für das Ein- und Auswassern von Wasserfahrzeugen sowie Serviceleistungen für gewerbliche und private Schiffseigner gehörten zum Angebot. Durch ihre Lage im Hafen von Cuxhaven war das Unternehmen ein wichtiger regionaler Dienstleister für die maritime Wirtschaft.
Mit der Anordnung der vorläufigen Insolvenzverwaltung beginnt nun die Prüfung der wirtschaftlichen Situation der Werft. Im weiteren Verlauf des Verfahrens wird das Insolvenzgericht entscheiden, ob die Voraussetzungen für die Eröffnung eines regulären Insolvenzverfahrens vorliegen und ob eine Fortführung oder Sanierung des traditionsreichen Schiffbaubetriebs möglich ist.