Die Windpark Bergedorf Repowering GmbH & Co. KG hat ihren Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2024 veröffentlicht. Die Zahlen zeigen ein Windparkprojekt in einer fortgeschrittenen Betriebsphase, das weiterhin erhebliche Finanzverbindlichkeiten abbaut und gleichzeitig seine bilanziellen Belastungen reduziert.
Aus Anlegersicht präsentiert sich die Gesellschaft insgesamt stabiler als im Vorjahr. Allerdings bleibt die Eigenkapitalsituation ein Schwachpunkt, der weiterhin aufmerksam beobachtet werden sollte.
Bilanzsumme sinkt durch Abschreibungen
Die Bilanzsumme verringerte sich von rund 9,96 Millionen Euro auf 9,04 Millionen Euro.
Der Rückgang um etwa 918.000 Euro resultiert vor allem aus den planmäßigen Abschreibungen auf die Windenergieanlagen.
Das Sachanlagevermögen reduzierte sich von 8,01 Millionen Euro auf 7,52 Millionen Euro. Da die Anlagen über eine Nutzungsdauer von 16 Jahren abgeschrieben werden, handelt es sich um einen normalen Werteverzehr.
Hinweise auf außerplanmäßige Abschreibungen oder technische Probleme ergeben sich aus dem Jahresabschluss nicht.
Eigenkapital bleibt bilanziell negativ
Ein zentraler Punkt für Anleger bleibt die Eigenkapitalsituation.
Die Gesellschaft weist weiterhin negative Kapitalanteile der Kommanditisten aus. Diese verbesserten sich jedoch deutlich von minus 1,06 Millionen Euro auf minus 538.000 Euro.
Zusätzlich wurde ein Bilanzgewinn von rund 388.000 Euro ausgewiesen.
Trotz dieser Verbesserung bleibt das Eigenkapital bilanziell bei null, da die negativen Kapitalkonten durch die unter den Aktiva ausgewiesenen „nicht durch Vermögenseinlagen gedeckten Entnahmen der Kommanditisten“ ausgeglichen werden.
Positiv ist jedoch, dass sich dieser Posten von rund 436.000 Euro auf rund 150.000 Euro reduziert hat.
Die Gesellschaft bewegt sich damit schrittweise aus ihrer bilanziell angespannten Eigenkapitalsituation heraus.
Verbindlichkeiten werden konsequent reduziert
Besonders erfreulich aus Anlegersicht ist die Entwicklung der Schulden.
Die Verbindlichkeiten sanken von 9,41 Millionen Euro auf 8,71 Millionen Euro.
Damit wurden innerhalb eines Jahres rund 699.000 Euro an Verbindlichkeiten zurückgeführt.
Noch wichtiger: Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern wurden vollständig abgebaut.
Während im Vorjahr noch Gesellschafterdarlehen in Höhe von rund 108.000 Euro bestanden, werden zum Jahresende 2024 keine entsprechenden Verbindlichkeiten mehr ausgewiesen.
Dies verbessert die Transparenz der Finanzierungsstruktur.
Solide Liquidität trotz Rückgang
Die verfügbaren Bankguthaben gingen von rund 828.000 Euro auf 585.000 Euro zurück.
Auf den ersten Blick erscheint dies negativ. Allerdings ist der Rückgang vor allem auf Tilgungen und laufende Verpflichtungen zurückzuführen.
Mit liquiden Mitteln von mehr als einer halben Million Euro verfügt die Gesellschaft weiterhin über ausreichende Reserven für den laufenden Betrieb.
Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände stiegen gleichzeitig deutlich von rund 215.000 Euro auf rund 338.000 Euro.
Rückstellungen deutlich reduziert
Die Rückstellungen gingen von rund 553.000 Euro auf rund 334.000 Euro zurück.
Dies kann darauf hindeuten, dass bestimmte Risiken oder erwartete Verpflichtungen abgearbeitet wurden oder geringer ausfallen als ursprünglich angenommen.
Positiv hervorzuheben ist zudem, dass die Gesellschaft bereits Rückstellungen für den späteren Rückbau der Windenergieanlagen gebildet hat.
Für den geplanten Rückbau im Jahr 2041 wurden Rückstellungen in Höhe von rund 50.500 Euro berücksichtigt.
Dies spricht für eine vorsichtige Bilanzpolitik.
Langfristige Verpflichtungen bleiben hoch
Neben den bilanzierten Verbindlichkeiten bestehen weitere finanzielle Verpflichtungen.
Diese resultieren aus:
- Wartungsverträgen,
- Betriebsführungsverträgen,
- Geschäftsbesorgungsverträgen,
- Pachtverträgen.
Die gesamten Verpflichtungen belaufen sich auf rund 3,38 Millionen Euro.
Davon entfallen rund 2,7 Millionen Euro auf Zeiträume von mehr als fünf Jahren.
Solche langfristigen Verträge sind für Windparks zwar üblich, stellen aber dauerhaft fixe Kosten dar.
Finanzierung weiterhin stark besichert
Die Finanzierung des Windparks bleibt umfangreich abgesichert.
Den Kreditgebern wurden unter anderem eingeräumt:
- Pfandrechte an Grundstücken,
- Pfandrechte an den Windenergieanlagen,
- Pfandrechte an übertragenen Rechten.
Die besicherten Verbindlichkeiten belaufen sich auf rund 8,63 Millionen Euro.
Dies zeigt die weiterhin hohe Bedeutung der Fremdfinanzierung für das Projekt.
Keine Mitarbeiter beschäftigt
Wie viele Windparkgesellschaften beschäftigt auch die Windpark Bergedorf Repowering GmbH & Co. KG keine eigenen Arbeitnehmer.
Technische und kaufmännische Aufgaben werden über externe Dienstleister abgewickelt.
Dies entspricht dem üblichen Geschäftsmodell vieler Windpark-Betreibergesellschaften.
Bewertung aus Anlegersicht
Positiv hervorzuheben sind:
- deutlicher Schuldenabbau,
- vollständiger Abbau der Gesellschafterverbindlichkeiten,
- Verbesserung der negativen Kapitalkonten,
- sinkende Rückstellungen,
- vorsorgliche Bildung von Rückbaurückstellungen.
Kritisch bleiben:
- weiterhin fehlendes positives Eigenkapital,
- hohe Gesamtverschuldung,
- rückläufige Liquiditätsreserven,
- langfristige finanzielle Verpflichtungen von über 3 Millionen Euro.
Fazit
Die Windpark Bergedorf Repowering GmbH & Co. KG hat ihre finanzielle Situation im Jahr 2024 erkennbar verbessert. Besonders der konsequente Schuldenabbau und die Verringerung der bilanziellen Unterdeckung sprechen für eine stabile operative Entwicklung.
Dennoch bleibt die Gesellschaft aufgrund der fehlenden Eigenkapitalbasis und der weiterhin hohen Fremdfinanzierung anfälliger als viele andere Windparkprojekte. Positiv ist jedoch, dass sich die wesentlichen Kennzahlen in die richtige Richtung bewegen.
Aus Anlegersicht ergibt sich damit das Bild eines wirtschaftlich stabilen Windparks, der seine finanzielle Lage Schritt für Schritt verbessert, dessen Bilanzstruktur aber weiterhin aufmerksam beobachtet werden sollte.