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Windpark Hohenfelde III: Schulden deutlich reduziert – Eigenkapital schmilzt auf nur noch 44.000 Euro
Staatsanwaltschaft Marburg

Windpark Hohenfelde III: Schulden deutlich reduziert – Eigenkapital schmilzt auf nur noch 44.000 Euro

geralt (CC0), Pixabay

Die Windpark Hohenfelde III GmbH & Co. KG mit Sitz in Rheine hat ihren Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2024 veröffentlicht. Die Bilanz zeigt ein gemischtes Bild: Einerseits gelang es der Gesellschaft, ihre Verschuldung erheblich zu reduzieren und sämtliche Bankdarlehen vollständig zurückzuführen. Andererseits ist die Eigenkapitalausstattung inzwischen auf ein äußerst niedriges Niveau abgesunken.

Für Anleger ergibt sich damit eine Situation, in der die finanzielle Stabilität zwar durch den Schuldenabbau verbessert wurde, die Gesellschaft jedoch nur noch über geringe eigene finanzielle Reserven verfügt.

Bilanzsumme schrumpft um rund 45 Prozent

Die Bilanzsumme verringerte sich innerhalb eines Jahres von 1,85 Millionen Euro auf 1,02 Millionen Euro.

Dieser deutliche Rückgang ist vor allem auf die planmäßigen Abschreibungen der Windenergieanlagen sowie den Abbau von Verbindlichkeiten zurückzuführen.

Das Anlagevermögen sank von 992.000 Euro auf 460.000 Euro. Besonders stark fiel der Rückgang bei den technischen Anlagen und Maschinen aus, deren Buchwert von 606.000 Euro auf lediglich 109.000 Euro zurückging.

Die Windenergieanlagen nähern sich damit bilanziell ihrem Nutzungsende.

Jahresüberschuss deutlich rückläufig

Im Geschäftsjahr 2024 erwirtschaftete die Gesellschaft einen Jahresüberschuss von lediglich 38.300 Euro.

Im Vorjahr hatte der Gewinn noch bei 112.493 Euro gelegen.

Damit ging das Ergebnis um rund 66 Prozent zurück.

Für Anleger ist dies ein Hinweis darauf, dass die Ertragskraft des Windparks im Vergleich zum Vorjahr deutlich nachgelassen hat.

Mögliche Ursachen können schwächere Windverhältnisse, niedrigere Stromerlöse oder höhere Betriebskosten sein.

Eigenkapital fast aufgebraucht

Besonders auffällig ist die Entwicklung des Eigenkapitals.

Die Kapitalanteile der Kommanditisten lagen zum Jahresende nur noch bei 5.294 Euro. Zusammen mit dem Jahresüberschuss ergibt sich ein Eigenkapital von lediglich 43.594 Euro.

Zum Vergleich:

  • Eigenkapital 2023: 284.895 Euro
  • Eigenkapital 2024: 43.594 Euro

Die Eigenkapitalquote beträgt damit nur noch rund 4,3 Prozent der Bilanzsumme.

Aus Anlegersicht stellt dies den größten Schwachpunkt der Gesellschaft dar. Bereits geringe Ergebnisverschlechterungen könnten die Eigenkapitalbasis vollständig aufzehren.

Kommanditistenkonten im Minus

Zusätzlich zeigt sich eine problematische Entwicklung auf den Kapitalkonten der Gesellschafter.

Während das Haftkapital unverändert 165.000 Euro beträgt, weisen die Kapitalkonten II inzwischen einen negativen Saldo von rund 160.000 Euro aus.

Im Vorjahr war hier noch ein positiver Betrag von rund 7.400 Euro ausgewiesen worden.

Dies deutet darauf hin, dass in den vergangenen Jahren erhebliche Mittel an die Gesellschafter ausgeschüttet oder Verluste verrechnet wurden.

Vollständige Rückzahlung der Bankdarlehen

Positiv hervorzuheben ist dagegen die Entschuldung der Gesellschaft.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wurden vollständig zurückgeführt.

Zum Bilanzstichtag bestehen keine Bankdarlehen mehr. Im Vorjahr waren noch rund 47.000 Euro ausgewiesen.

Damit entfällt künftig ein wesentlicher Teil der Zins- und Tilgungsbelastung.

Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern weiterhin hoch

Trotz des Wegfalls der Bankdarlehen bestehen weiterhin erhebliche Verbindlichkeiten.

Diese belaufen sich insgesamt auf rund 655.000 Euro.

Der größte Teil entfällt auf Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen mit Beteiligungsverhältnis beziehungsweise Gesellschaftern:

  • 2024: 589.467 Euro
  • 2023: 1.054.018 Euro

Zwar wurde dieser Betrag deutlich reduziert, dennoch bleibt die Gesellschaft weiterhin in erheblichem Umfang von Gesellschafterfinanzierungen abhängig.

Liquidität rückläufig

Die verfügbaren Bankguthaben reduzierten sich von 317.000 Euro auf 149.000 Euro.

Auch die sonstigen Vermögensgegenstände gingen deutlich zurück.

Damit verfügt die Gesellschaft über wesentlich geringere liquide Reserven als noch im Vorjahr.

Angesichts der niedrigen Eigenkapitalausstattung bleibt die Liquiditätsentwicklung künftig ein wichtiger Beobachtungspunkt.

Langfristige Verpflichtungen bestehen fort

Im Anhang werden sonstige finanzielle Verpflichtungen von rund 253.000 Euro pro Jahr ausgewiesen.

Diese resultieren überwiegend aus langfristigen Pacht- und Betriebsverträgen.

Auch wenn solche Verpflichtungen für Windparkgesellschaften üblich sind, schränken sie die finanzielle Flexibilität ein.

Keine Arbeitnehmer beschäftigt

Die Gesellschaft beschäftigt weiterhin kein eigenes Personal.

Die Betriebsführung erfolgt über die Windpark Hohenfelde III Verwaltungs GmbH sowie externe Dienstleister.

Dieses Modell hält die laufenden Verwaltungskosten vergleichsweise niedrig.

Bewertung aus Anlegersicht

Der Jahresabschluss zeigt zwei gegensätzliche Entwicklungen:

Positiv:

  • vollständige Tilgung der Bankdarlehen
  • deutlicher Rückgang der Gesamtverschuldung
  • weiterhin positives Jahresergebnis
  • keine Hinweise auf Liquiditätsengpässe

Kritisch:

  • Eigenkapitalquote nur noch rund 4 Prozent
  • Gewinnrückgang um etwa zwei Drittel
  • stark reduzierte Liquiditätsreserven
  • erhebliche negative Gesellschafterkonten
  • fortschreitende Abschreibung der Windenergieanlagen

Insbesondere die äußerst geringe Eigenkapitalbasis erhöht die Anfälligkeit gegenüber zukünftigen Ertragsschwankungen.

Fazit

Die Windpark Hohenfelde III GmbH & Co. KG hat 2024 wichtige Fortschritte beim Schuldenabbau erzielt und ihre Bankverbindlichkeiten vollständig zurückgeführt. Dieser Schritt stärkt die finanzielle Unabhängigkeit der Gesellschaft.

Demgegenüber steht jedoch eine sehr schwache Eigenkapitalausstattung. Mit lediglich rund 44.000 Euro Eigenkapital verfügt der Windpark nur noch über einen geringen finanziellen Puffer. Die langfristige Stabilität wird daher maßgeblich davon abhängen, ob die Gesellschaft auch in den kommenden Jahren positive Ergebnisse erwirtschaften kann und ausreichend Mittel für den weiteren Betrieb sowie mögliche Investitionen erwirtschaftet.

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