Die Windpark Birgland GmbH & Co. KG hat ihren Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2024 veröffentlicht. Die Zahlen zeigen ein etabliertes Windparkunternehmen mit einer insgesamt soliden Bilanzstruktur, gleichzeitig aber auch mit den für Windparkgesellschaften typischen Herausforderungen aus Abschreibungen, Darlehensfinanzierungen und laufenden Rückbauverpflichtungen.
Aus Anlegersicht vermittelt der Abschluss insgesamt einen deutlich stabileren Eindruck als viele Projektgesellschaften im Bereich der erneuerbaren Energien, die sich noch in der Entwicklungs- oder Bauphase befinden.
Bilanzsumme geht zurück
Die Bilanzsumme verringerte sich von 7,82 Millionen Euro auf 7,04 Millionen Euro. Hauptursache hierfür ist der kontinuierliche Werteverzehr der Windenergieanlagen durch planmäßige Abschreibungen.
Das Anlagevermögen sank von rund 6,24 Millionen Euro auf 5,66 Millionen Euro. Dies ist bei bestehenden Windparks grundsätzlich nicht ungewöhnlich, da die Anlagen über ihre Nutzungsdauer hinweg abgeschrieben werden.
Gleichzeitig verfügt die Gesellschaft weiterhin über erhebliche liquide Mittel. Zum Bilanzstichtag lagen die Bankguthaben bei rund 1,09 Millionen Euro. Damit besitzt das Unternehmen weiterhin einen komfortablen Liquiditätspuffer.
Eigenkapital bleibt hoch
Positiv fällt die Eigenkapitalausstattung auf. Trotz eines Rückgangs von 3,76 Millionen Euro auf 3,46 Millionen Euro verfügt die Gesellschaft weiterhin über eine Eigenkapitalquote von knapp 49 Prozent.
Für Windparkgesellschaften stellt dies einen vergleichsweise hohen Wert dar. Die Gesellschaft finanziert sich somit nicht überwiegend über Fremdkapital, sondern verfügt über eine solide Kapitalbasis.
Der Rückgang des Eigenkapitals dürfte vor allem auf Ausschüttungen beziehungsweise Ergebnisverwendungen zurückzuführen sein, da kein gesonderter Bilanzverlust ausgewiesen wird.
Schuldenabbau schreitet voran
Besonders positiv ist die Entwicklung der Verbindlichkeiten.
Die Schulden reduzierten sich innerhalb eines Jahres von rund 3,77 Millionen Euro auf 3,30 Millionen Euro. Dies entspricht einem Rückgang um nahezu eine halbe Million Euro.
Die Zahlen zeigen, dass die Gesellschaft ihre Kreditverbindlichkeiten kontinuierlich zurückführt. Gleichzeitig verringerte sich der Anteil langfristiger Verbindlichkeiten deutlich.
Während im Vorjahr noch Verbindlichkeiten mit einer Laufzeit von mehr als fünf Jahren bestanden, werden für 2024 keine derartigen langfristigen Schulden mehr ausgewiesen.
Dies deutet auf einen fortgeschrittenen Tilgungsstand der Projektfinanzierung hin.
Bürgschaft für den späteren Rückbau
Wie bei vielen Windparks besteht auch in Birgland eine Verpflichtung zum späteren Rückbau der Anlagen.
Zur Absicherung dieser Verpflichtung wurde zugunsten des Landratsamtes Amberg-Sulzbach eine Bürgschaft der DZ Bank AG über rund 278.000 Euro hinterlegt.
Solche Sicherheiten gehören mittlerweile zum Standard bei Windenergieprojekten und dienen dazu, die Finanzierung des Rückbaus nach dem Ende der Betriebsdauer sicherzustellen.
Zinsrisiken abgesichert
Interessant ist zudem der Hinweis auf einen bestehenden Zinsswap.
Die Gesellschaft hat variable Darlehenszinsen über derivative Finanzinstrumente abgesichert. Dadurch sollen Risiken steigender Zinsen reduziert werden.
Angesichts der in den vergangenen Jahren gestiegenen Zinsniveaus kann eine solche Absicherung für die Planbarkeit der Finanzierungskosten von erheblicher Bedeutung sein.
Das abgesicherte Kreditvolumen beläuft sich auf knapp 3 Millionen Euro.
Keine eigenen Mitarbeiter
Wie bei vielen Windparkgesellschaften beschäftigt die Gesellschaft selbst keine Arbeitnehmer.
Der operative Betrieb, die technische Betriebsführung sowie kaufmännische Aufgaben werden üblicherweise über externe Dienstleister oder verbundene Gesellschaften abgewickelt.
Bewertung aus Anlegersicht
Der Jahresabschluss vermittelt insgesamt ein solides Bild.
Positiv zu bewerten sind:
- die hohe Eigenkapitalquote,
- die weiterhin starke Liquiditätsausstattung,
- der kontinuierliche Schuldenabbau,
- die Absicherung von Zinsrisiken,
- sowie die bereits abgesicherten Rückbauverpflichtungen.
Kritisch anzumerken ist, dass das Eigenkapital im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen ist und die Windenergieanlagen durch die laufenden Abschreibungen naturgemäß an Buchwert verlieren.
Allerdings handelt es sich hierbei bei einem bestehenden Windpark um normale wirtschaftliche Prozesse.
Fazit
Die Windpark Birgland GmbH & Co. KG präsentiert sich Ende 2024 als finanziell solide aufgestelltes Bestandsprojekt. Die Gesellschaft verfügt über eine starke Eigenkapitalbasis, baut ihre Verbindlichkeiten kontinuierlich ab und hält gleichzeitig einen hohen Bestand an liquiden Mitteln vor.
Aus Anlegersicht gehört die Gesellschaft damit zu den stabileren Windparkbeteiligungen, bei denen die Finanzierung bereits weit fortgeschritten ist und die Risiken deutlich geringer erscheinen als bei Projektgesellschaften in frühen Entwicklungsphasen. Die weitere Entwicklung wird maßgeblich davon abhängen, wie sich Stromerträge, Windaufkommen und die laufenden Betriebskosten in den kommenden Jahren entwickeln.