Dark Mode Light Mode

FMA appelliert an Krypto-Anleger: Zulassung von Anbietern vor Investitionen überprüfen

geralt (CC0), Pixabay

Kryptowährungen und andere digitale Vermögenswerte haben sich längst von einem Nischenthema zu einem bedeutenden Bestandteil der modernen Finanzwelt entwickelt. Insbesondere bei jüngeren Anlegerinnen und Anlegern erfreuen sich Kryptowerte wachsender Beliebtheit. Vor diesem Hintergrund ruft die österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA) Verbraucher dazu auf, die Zulassung von Anbietern von Kryptowerte-Dienstleistungen sorgfältig zu prüfen.

In der aktuellen Ausgabe ihrer Verbraucherinformationsreihe „Reden wir über Geld“ informiert die FMA darüber, wie Anleger regulierte Anbieter erkennen können und welche Möglichkeiten zur Überprüfung einer bestehenden Zulassung bestehen.

MiCAR schafft europaweit einheitliche Regeln

Seit dem Inkrafttreten der europäischen Verordnung über Märkte für Kryptowerte (MiCAR) besteht erstmals ein einheitlicher regulatorischer Rahmen für Anbieter von Kryptowerte-Dienstleistungen innerhalb der Europäischen Union. Die neuen Vorschriften sollen für mehr Transparenz, Sicherheit und Verbraucherschutz im Kryptomarkt sorgen.

In Österreich hat die FMA bis Ende des vergangenen Jahres acht Anbieter von Kryptowerte-Dienstleistungen (Crypto Asset Service Provider – CASP) zugelassen. Mittlerweile ist die Zahl auf neun lizenzierte Unternehmen gestiegen. Sieben dieser Anbieter nutzen bereits den sogenannten EU-Pass, der ihnen die grenzüberschreitende Erbringung ihrer Dienstleistungen innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums ermöglicht.

Milliardenwerte unter Verwahrung

Die Bedeutung des Kryptomarktes zeigt sich auch in den aktuellen Marktdaten. Nach Angaben der FMA verwahrten österreichische CASPs zum Jahresende 2025 Kryptowerte im Gesamtwert von mehr als 4,4 Milliarden Euro. Zudem haben rund eine Million Nutzerinnen und Nutzer im Laufe des Jahres mindestens eine Transaktion mit Kryptowerten durchgeführt.

Neben den in Österreich zugelassenen Unternehmen können derzeit auch 93 weitere europäische CASPs ihre Dienstleistungen auf Grundlage der MiCAR-Regelungen in Österreich anbieten.

Strenge Anforderungen für lizenzierte Anbieter

Die Zulassung durch die FMA erfolgt erst nach einer umfassenden Prüfung der jeweiligen Unternehmen. Dabei werden unter anderem die organisatorische Struktur, die finanzielle Ausstattung, die IT-Sicherheit sowie die Unternehmensführung bewertet.

Auch nach der Zulassung unterliegen die Anbieter umfangreichen gesetzlichen Verpflichtungen. Dazu zählen insbesondere Vorgaben zur sicheren und getrennten Verwahrung von Kundengeldern und Kryptowerten, ein wirksames Risikomanagement sowie transparente Informationen gegenüber Kunden.

Die Aufsicht soll sicherstellen, dass Anleger auf regulierte und kontrollierte Marktteilnehmer treffen und grundlegende Schutzstandards eingehalten werden.

FMA warnt vor Kryptobetrug

Ein weiterer Schwerpunkt der Verbraucherinformation ist die zunehmende Gefahr von Kryptobetrug. Nach Beobachtungen der FMA treten betrügerische Anbieter häufig professionell auf und sind für Verbraucher nicht immer leicht von seriösen Unternehmen zu unterscheiden.

Die Behörde erläutert daher, wie Anleger die Zulassung eines Kryptodienstleisters überprüfen können und worauf bei Angeboten aus dem Europäischen Wirtschaftsraum sowie aus Drittstaaten besonders zu achten ist.

Regulierung ersetzt keine Risikoprüfung

Trotz der verbesserten regulatorischen Rahmenbedingungen weist die FMA darauf hin, dass auch Investitionen über lizenzierte Anbieter mit Risiken verbunden bleiben können. Kursschwankungen, Marktunsicherheiten und technische Risiken gehören weiterhin zu den wesentlichen Merkmalen von Kryptowerten.

Umso wichtiger sei es, vor einer Investition sowohl den Anbieter als auch das jeweilige Produkt sorgfältig zu prüfen. Die FMA empfiehlt Anlegern daher, ausschließlich mit regulierten Unternehmen zusammenzuarbeiten und die verfügbaren Informationen über Zulassungen und Aufsichtsstatus aktiv zu nutzen.

Kommentar hinzufügen Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Previous Post

Die große Strompreis-Illusion? Warum der Industriestrompreis von 5 Cent viele Unternehmen enttäuschen könnte

Next Post

FINMA warnt vor sogoinvest.com: Keine Verbindung zur registrierten sogo Invest GmbH in Basel