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FMA: Martina Andexlinger übernimmt Leitung der Versicherungsaufsicht

Peggy_Marco (CC0), Pixabay

Bei der österreichischen Finanzmarktaufsicht (FMA) kommt es zu einem bedeutenden Führungswechsel. Mit Wirkung zum 1. Juni 2026 übernimmt Martina Andexlinger die Leitung des Bereichs „Versicherungs-, Pensionskassen- und Vorsorgekassenaufsicht“. Sie folgt auf Peter Braumüller, der nach mehr als zwei Jahrzehnten an der Spitze dieses zentralen Aufsichtsbereichs in den Ruhestand tritt.

Die Versicherungsaufsicht zählt zu den wichtigsten Aufgabenfeldern der FMA. Derzeit überwacht die Behörde 72 Versicherungsunternehmen mit einem verwalteten Vermögen von rund 110,4 Milliarden Euro sowie jährlichen Prämieneinnahmen von etwa 24 Milliarden Euro. Hinzu kommt die Aufsicht über Pensionskassen und betriebliche Vorsorgekassen, deren Bedeutung durch die jüngsten politischen Maßnahmen zur Stärkung der betrieblichen Altersvorsorge weiter zunehmen dürfte.

Besonders anspruchsvoll gestaltet sich die internationale Ausrichtung des österreichischen Versicherungssektors. Österreichische Versicherungsgruppen sind mit rund 100 Tochtergesellschaften in 26 Ländern aktiv, vor allem in Zentral-, Ost- und Südosteuropa. Dadurch gewinnt die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit europäischen Aufsichtsbehörden und internationalen Institutionen zunehmend an Bedeutung.

Die FMA-Vorstandsmitglieder Mariana Kühnel und Helmut Ettl würdigten den Wechsel als wichtigen Schritt für die Zukunft der Aufsicht. Österreichische Versicherungsunternehmen seien in vielen Auslandsmärkten systemrelevante Akteure. Daher sei eine wirksame, international vernetzte und fachlich starke Versicherungsaufsicht von zentraler Bedeutung für die Stabilität des Finanzmarktes und das Vertrauen der Versicherten.

Mit Martina Andexlinger übernimmt eine langjährige Führungskraft der FMA die Verantwortung für den Bereich. Zuletzt war sie in den integrierten Aufsichtsbereichen Conduct sowie Geldwäscheprävention tätig. Darüber hinaus leitete sie das Transformationsprogramm „Fit For Future“, das die strategische Modernisierung der FMA vorangetrieben hat.

Andexlinger kündigte an, die Versicherungsaufsicht auf dem bestehenden fachlichen Fundament weiterzuentwickeln. Im Mittelpunkt sollen eine moderne, risikoorientierte Aufsicht sowie transparente und nachvollziehbare Kommunikation stehen. Ziel bleibe es, die Stabilität des Finanzmarktes zu stärken und die Interessen der Versicherten sowie der Anwartschafts- und Leistungsberechtigten wirksam zu schützen.

Mit dem Ausscheiden von Peter Braumüller endet zugleich eine prägende Ära der österreichischen Versicherungsaufsicht. Während seiner langjährigen Tätigkeit begleitete er die Branche durch zahlreiche Herausforderungen, darunter die internationale Finanzkrise, die langanhaltende Niedrigzinsphase und die Auswirkungen der Corona-Pandemie. Darüber hinaus setzte er auf europäischer Ebene, insbesondere im Umfeld der europäischen Versicherungsaufsichtsbehörde EIOPA, wichtige Impulse für die Weiterentwicklung der Versicherungsaufsicht.

Die FMA würdigte seine Verdienste als maßgeblichen Beitrag zur Stabilität des österreichischen Finanzplatzes und zur Entwicklung der europäischen Versicherungsaufsicht. Mit Martina Andexlinger beginnt nun ein neues Kapitel, das insbesondere von den Herausforderungen der Digitalisierung, der internationalen Vernetzung und der Weiterentwicklung der Altersvorsorge geprägt sein dürfte.

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