Amtsgericht Charlottenburg – Aktenzeichen 3617 IN 1163/26
Das Amtsgericht Charlottenburg hat im Insolvenzeröffnungsverfahren über das Vermögen der Baset Professional Services UG haftungsbeschränkt mit Firmensitz in der Friedrichstraße 95 in 10117 Berlin umfangreiche Sicherungsmaßnahmen angeordnet. Die Gesellschaft ist beim Amtsgericht Charlottenburg unter der Handelsregisternummer HRB 263666 eingetragen und wird durch Geschäftsführer Abdul Baset Aslami vertreten.
Mit Beschluss vom 20.05.2026 ordnete das Insolvenzgericht um 16:15 Uhr die vorläufige Insolvenzverwaltung nach §§ 21 und 22 Insolvenzordnung an. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Rüdiger Wienberg aus Berlin bestellt.
Nach den öffentlich bekannten Unternehmensangaben war die Baset Professional Services UG in mehreren Dienstleistungsbereichen tätig. Der Unternehmensgegenstand umfasste insbesondere Leistungen in den Bereichen Reinigung, Transport, Renovierung und Catering. Damit deckte das Unternehmen klassische infrastrukturelle Serviceleistungen für Privatkunden, Gewerbekunden und möglicherweise auch Baustellen, Veranstaltungen oder Gebäudebetreiber ab.
Im Zuge der gerichtlichen Entscheidung dürfen Verfügungen über Vermögensgegenstände der Gesellschaft nur noch mit Zustimmung des vorläufigen Insolvenzverwalters vorgenommen werden. Gleichzeitig untersagte das Gericht Maßnahmen der Zwangsvollstreckung gegen die Schuldnerin, soweit keine unbeweglichen Gegenstände betroffen sind. Bereits begonnene Vollstreckungsmaßnahmen wurden vorläufig eingestellt.
Darüber hinaus wurde der vorläufige Insolvenzverwalter ermächtigt, Sonderkonten einzurichten, Forderungen einzuziehen und eingehende Gelder entgegenzunehmen. Drittschuldner wurden ausdrücklich angewiesen, Zahlungen nicht mehr an die Gesellschaft selbst zu leisten.
Der vorläufige Insolvenzverwalter erhielt zudem umfassende Befugnisse zur Prüfung der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens. Hierzu zählen insbesondere Einsichtsrechte in Geschäftsräume, Buchhaltungsunterlagen und Vermögensverhältnisse der Gesellschaft.
Die angeordnete vorläufige Insolvenzverwaltung deutet auf erhebliche wirtschaftliche Schwierigkeiten der Berliner Dienstleistungsgesellschaft hin. Gerade Unternehmen im Bereich infrastruktureller Dienstleistungen stehen seit geraumer Zeit unter starkem wirtschaftlichem Druck. Hohe Personal und Energiekosten, zunehmender Wettbewerb sowie volatile Auftragslagen belasten insbesondere kleinere und mittelständische Dienstleistungsunternehmen erheblich.
Ob es im weiteren Verlauf zu einer Sanierung oder zur Eröffnung eines regulären Insolvenzverfahrens kommt, wird nun durch den vorläufigen Insolvenzverwalter und das Insolvenzgericht geprüft.
Amtsgericht Charlottenburg – Insolvenzgericht
20.05.2026