Die Affäre um Andrew Mountbatten-Windsor weitet sich offenbar dramatisch aus. Wie die BBC berichtet, prüfen Ermittler inzwischen nicht mehr nur mögliche Verstöße im Zusammenhang mit Amtsmissbrauch, sondern möglicherweise auch Vorwürfe sexuellen Fehlverhaltens. Damit könnte sich die ohnehin brisante Untersuchung gegen den früheren britischen Royal deutlich verschärfen.
Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht derzeit der Verdacht des sogenannten „Misconduct in Public Office“ — also Fehlverhaltens im öffentlichen Amt. Doch genau dieser Straftatbestand sei deutlich weitreichender, als viele Beobachter bislang angenommen hätten, betonen britische Ermittler laut BBC. Die Vorwürfe könnten neben möglichem Amtsmissbrauch auch:
- Korruption,
- Machtmissbrauch,
- persönliche Vorteilsnahme
- und sexuelles Fehlverhalten umfassen.
Die Ermittlungen wurden ausgelöst durch neu veröffentlichte Unterlagen des US-Justizministeriums im Zusammenhang mit dem verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein. Darin sollen sich Hinweise befinden, wonach Andrew Mountbatten-Windsor vertrauliche Informationen an Epstein weitergegeben haben könnte. Der ehemalige Royal war im Februar festgenommen und später wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Offiziell sprechen die Behörden lediglich von „einem Mann in seinen 60ern aus Norfolk“, da britische Polizeibehörden Namen in der Regel erst nach einer Anklage veröffentlichen. Besonders brisant:
Nach Angaben der BBC sollen Ermittler inzwischen besorgt sein, dass potenzielle Zeugen oder mögliche Betroffene glauben könnten, die Untersuchungen beschränkten sich nur auf wirtschaftliche oder staatliche Aspekte. Tatsächlich wolle die Polizei ausdrücklich auch mögliche persönliche und sexuelle Vorwürfe prüfen. Die Ermittler rufen deshalb erneut mögliche Zeugen und Betroffene dazu auf, sich zu melden. Thames Valley Police erklärte, man wolle sicherstellen, dass sich Opfer ernst genommen fühlen und ihre Aussagen vertraulich behandelt werden. Zusätzliche Aufmerksamkeit erhielt der Fall durch einen BBC-Bericht über eine Frau in ihren Zwanzigern, die angeblich von Jeffrey Epstein zu einer sexuellen Begegnung mit Andrew Mountbatten-Windsor geschickt worden sein soll. Die Polizei bestätigte inzwischen, Kontakt mit der Anwältin der Frau aufgenommen zu haben. Eine formelle strafrechtliche Untersuchung zu diesem konkreten Vorwurf sei bislang jedoch noch nicht eingeleitet worden.
Die Ermittlungen gelten als äußerst komplex. Nach Angaben der Polizei arbeitet Thames Valley Police inzwischen eng mit:
- dem britischen Crown Prosecution Service,
- der National Crime Agency
- sowie dem US-Justizministerium zusammen.
Allerdings verfügen die britischen Ermittler bislang offenbar nur über öffentlich zugängliche Teile der sogenannten Epstein-Files. Weitere Informationen aus den USA wurden demnach bislang noch nicht offiziell übermittelt.
Die Affäre entwickelt sich zunehmend zu einer schweren Belastung für das britische Königshaus. Bereits in den vergangenen Jahren hatte die Nähe von Andrew Mountbatten-Windsor zu Jeffrey Epstein weltweit massive Kritik ausgelöst.
Der frühere Royal hat sämtliche Vorwürfe stets entschieden zurückgewiesen. Auch jede persönliche Bereicherung oder strafbare Handlung im Zusammenhang mit seiner früheren Rolle als britischer Handelsbeauftragter bestreitet er vehement.
Dennoch wächst der öffentliche Druck weiter. Beobachter gehen inzwischen davon aus, dass sich die Ermittlungen noch über viele Monate hinziehen könnten. Laut BBC erscheint eine Entscheidung über mögliche Anklagen vor dem Jahr 2027 derzeit kaum realistisch.