Der Jahresbericht des Fonds zeigt ein klar wachstumsorientiertes Aktienportfolio mit Schwerpunkt auf internationalen Qualitätsunternehmen, insbesondere aus den USA. Aus Anlegersicht präsentiert sich der Fonds professionell gemanagt und fundamental solide aufgebaut, allerdings mit einigen Schwächen bei Performance, Kostenstruktur und Risikokonzentration.
Positive Aspekte aus Investorsicht
1. Fokus auf Qualitätsunternehmen
Der Fonds investiert gezielt in Unternehmen mit:
hoher Bilanzqualität,
starken Marktpositionen,
nachhaltigem Gewinnwachstum,
stabilen Cashflows.
Die größten Positionen stammen überwiegend aus strukturell starken Zukunftsbranchen wie:
Künstliche Intelligenz,
Halbleiter,
Medizintechnik,
Software,
Pharma.
Dazu gehören Unternehmen wie:
NVIDIA
Microsoft
ASML
SAP
Novo Nordisk
Das Portfolio ist damit qualitativ hochwertig und langfristig auf Megatrends ausgerichtet.
2. Internationale Diversifikation
Obwohl der Fonds stark US-lastig bleibt (ca. 82 % USD-Exposure), wurde 2025 bewusst stärker in europäische Qualitätsunternehmen investiert. Das reduziert die Abhängigkeit von US-Tech-Werten etwas.
Positiv ist außerdem:
keine Konzentration auf einzelne Extrempositionen,
breite Streuung über etwa 35–40 Aktien,
Mischung aus Wachstum, Gesundheit, Industrie und Digitalisierung.
3. Aktives Portfoliomanagement
Das Management hat 2025 aktiv umgeschichtet:
Verkäufe überbewerteter oder defensiver Titel,
Zukäufe in Zukunftsbranchen,
stärkere Gewichtung europäischer Qualitätswerte.
Die Anpassungen zeigen ein diszipliniertes aktives Management statt eines passiven „Buy-and-Hold“.
Kritische Punkte
1. Schwache Performance trotz starkem Marktumfeld
Der wichtigste Kritikpunkt:
Der Fonds verlor 2025 rund -1,74 %, obwohl viele internationale Aktienmärkte insgesamt hoch notierten.
Besonders problematisch:
Der Fonds blieb hinter vielen globalen Wachstums-ETFs zurück.
Selbst der vergleichsweise defensive Dow Jones entwickelte sich stabiler.
Das deutet auf Timing- oder Titelauswahlprobleme hin.
Für einen offensiven Aktienfonds ist das enttäuschend.
2. Hohe Kostenquote
Die Gesamtkostenquote (TER) liegt bei 2,14 %.
Das ist aus heutiger Sicht relativ hoch:
aktive globale ETFs kosten oft nur 0,2–0,5 %,
selbst viele aktive Qualitätsfonds liegen unter 1,5 %.
Die hohe Gebührenbelastung erschwert langfristig die Outperformance erheblich.
3. Starke Abhängigkeit von US-Technologie
Trotz europäischer Ergänzungen bleibt der Fonds stark abhängig von:
US-Technologie,
KI-Infrastruktur,
Halbleitern.
Dadurch bestehen Risiken bei:
Überbewertungen,
KI-Investitionsblase,
steigenden US-Renditen,
regulatorischem Druck.
Das Fondsmanagement weist selbst darauf hin, dass Zweifel an der Monetarisierung der KI-Investitionen bereits zu einer Sektorrotation geführt haben.
4. Kleines Fondsvolumen
Das Fondsvermögen beträgt nur rund 3,27 Mio. Euro.
Das ist für einen Aktienfonds relativ klein und kann problematisch sein:
höhere laufende Kosten,
geringere Skaleneffekte,
potenzielles Schließungs- oder Verschmelzungsrisiko bei schwachem Wachstum.
Allerdings ist positiv, dass 2025 deutliche Mittelzuflüsse erfolgten.
Risikoanalyse
Der Fonds ist eindeutig für risikobereite Anleger geeignet:
hohe Aktienquote von über 96 %,
Wachstums- und Technologiefokus,
hohe Marktvolatilität möglich.
Das Value-at-Risk-Modell zeigt zeitweise erhebliche Schwankungsrisiken.
Positiv:
Währungsrisiken im USD werden größtenteils abgesichert.
Keine problematischen exotischen Derivate.
Gute Liquidität der gehaltenen Aktien.
Gesamtfazit aus Anlegersicht
Der DM Premium Aktien Offensiv ist ein aktiv gemanagter Qualitäts-Wachstumsfonds mit klarer strategischer Ausrichtung auf globale Zukunftsunternehmen. Die Titelauswahl wirkt grundsätzlich hochwertig und langfristig attraktiv.
Allerdings zeigen sich mehrere Schwächen:
unterdurchschnittliche Jahresperformance,
hohe Gebühren,
starke Tech-/USA-Abhängigkeit,
kleines Fondsvolumen.
Für wen der Fonds geeignet sein kann
langfristig orientierte Anleger,
Investoren mit hoher Risikobereitschaft,
Anleger mit Vertrauen in KI-, Software- und Gesundheitssektoren,
Investoren, die aktives Management bevorzugen.
Für wen eher weniger geeignet
kostenbewusste ETF-Anleger,
defensive Investoren,
Anleger mit Fokus auf stabile Ausschüttungen,
Investoren, die breite Marktneutralität suchen.
Gesamteinschätzung
Der Fonds besitzt qualitativ starke Unternehmen und eine nachvollziehbare Strategie, konnte 2025 jedoch den Praxistest gegen den Markt nicht überzeugend bestehen. Für die Zukunft wird entscheidend sein, ob das Management die hohen Bewertungen im Technologiesektor erfolgreich navigieren und nachhaltig Mehrwert gegenüber günstigen ETFs erzeugen kann.